Implantologie


curasan AG launcht Knochenersatzmaterial Osbone®

Die Entwicklung von Knochenersatzmaterialien ist in den letzten Jahren besonders im Bereich der reinen Gerüstsubstanzen weit fortgeschritten. Die Bandbreite ist groß, sie reicht von autologen über vollsynthetischen bis zu xenogenen Materialien. Ein neues Material ist nun hinzugekommen: Auf der Pressekonferenz der curasan AG am 15.3.2010 in Frankfurt wurde mit Osbone® ein vollsynthetisches Hydroxylapatit der neuen Generation vorgestellt. „Es trägt“, so erläuterte Dr. Wolf-Dietrich Hübner, Leiter des Bereichs Medizin des Herstellers, „im Gegensatz zu bovinen Materialien keinerlei potenzielle Infektions- oder Allergierisiken in sich, welche bei xenogenen Materialien niemals völlig ausgeschlossen werden können.“

Die synthetischen Hydroxylapatite früherer Generationen zeigten, so die Ausführungen des Herstellers, wegen ihrer geringen Porosität und unzureichenden biokompatiblen Eigenschaften nicht immer die gewünschten klinischen Resultate. Osbone® dagegen sei wegen seiner hohen Porosität und moderner Herstellungsverfahren (siehe unten) äußerst biokompatibel und ermögliche eine schnelle Osseointegration und damit ein stabiles Implantatlager für die spätere Implantation. Synthetisch gewonnene Arzneimittel und Medizinprodukte könnten in einer höheren Reinheit hergestellt werden und entsprächen somit den Anforderungen einer fortschrittlichen Medizin. „Bisher gab es zu den bovinen Ersatzmaterialien und dem Einsatz autologer Knochensubstanz wenig praktikable Alternativen. Hier sind die neuen synthetischen Materialien vielversprechend, auch weil dies die Patientenaufklärung deutlich vereinfacht und das Haftungsrisiko reduziert“, bestätigte Dr. Andreas Holweg, Facharzt für Mund- und Kieferchirurgie aus Fulda, im Rahmen seines Referates „Knochenersatzmaterialien im implantologischen Praxisalltag – Einsatz, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit“.

Erste Untersuchungsergebnisse

Dr. med. Dr. med. dent. Marcus Oliver Klein (Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Mainz) referierte über die Anforderungen an moderne Knochenersatzmaterialien. Generell gelte: Man müsse die kritischen Indikationsstellungen für Augmentationen beachten. Autologer Knochen sei biologischer Goldstandard, aber z. T. aufwendig und risikoreich.

Klein erläuterte die umfangreichen chemischen und (mikro-)strukturellen Anforderungen an moderne Knochenersatzmaterialien wie z. B. hinsichtlich Biokompatibilität, Stabilität, Osseointegration/Osteokonduktion und Bio-Aktivierung. In-vitro- Untersuchungen von Cerasorb® M und Osbone® hätten gezeigt, dass diese modernen Knocheneratzmaterialien die In-vitro- Voraussetzungen für eine erfolgreiche Knochenregeneration erfüllen.

Das Material

Osbone® ist ein synthetisches Hydroxylapatit, das aus den Mineralstoffen Calcium und Phosphat hergestellt wird. Die synthetische Herkunft und der keramische Sinterprozess garantieren Keim- und Pyrogenfreiheit des Materials.

Die oben bereits erwähnte hohe Gesamtporosität wird bei Osbone® mit 80 % angegeben, die Porengrößenverteilung bewegt sich mehrheitlich zwischen 250 ?m und 450 ?m. Das ist insofern von Bedeutung, als dass für das Einwachsen vaskularisierten, mineralisierten Gewebes der Porendurchmesser mindestens 100 ?m betragen sollte, um ein vollständiges Durchbauen zu ermöglichen.

Die Biokompatibilität der modernen Herstellungsverfahren lässt sich u. a. durch die Phasenreinheit von Osbone® erklären. Die Phasenreinheit eines Knochenersatzmaterials bedeutet die Freiheit von anderen Phasen des Calcium-Phophat-Systems (z. B. Tricalciumphosphat, Calciumpyrophophat etc.). Wären nämlich derartige Phasenverunreinigungen zu stark enthalten, könnten leicht lösliche Fremdphasen im Defekt das Knochenersatzmaterial unspezifisch auflösen. Osbone besitzt eine Phasenreinheit von ? 95 % Hydroxylapatit, der Rest sind andere Calcium-Phosphat-Phasen wie z. B. ?-Tricalciumphosphat.

Weitere Eigenschaften

Osbone® ist röntgenopak. Es enthält keine freien Nanopartikel, über deren mögliche Gefahren derzeit in der Medizin diskutiert wird. Weiteres Kennzeichen ist die hohe Gefügefestigkeit des Materials. Sie wird durch die polygonal gebrochene Granulatform erreicht. Dadurch wird ein frühzeitiger Zerfall in Mikropartikel und eine damit verursachte Makrophagenaktivität verhindert.

Die Indikationen

Osbone® kann im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Zahnheilkunde, Implantologie und Parodontologie eingesetzt werden. Aufgrund seiner langsamen Resorptionskinetik und seiner polygonal gebrochenen Form eignet es sich insbesondere zur Füllung von Defekten bzw. zur Augmentation von Arealen, in denen ein stabiles Lager für Implantate erforderlich ist. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollten zur Vorbereitung des Implantatlagers Knochenfragmente, nekrotisches Gewebe und Bindegewebe sorgfältig entfernt werden. Direkter Kontakt von Osbone® mit dem blutenden vitalen Knochen und eine gründliche Anfrischung des Knochens vor dem Einbringen unterstützen die Besiedlung mit Knochenzellen und Durchsetzung mit Blutgefäßen. Osbone® sollte vor dem Einbringen in den Defekt mit Eigenblut aus der Defektregion gemischt werden, da der Organismus dort bereits die an der Wundheilung beteiligten Faktoren angereichert hat. Eingebunden in die visköse Konsistenz des koagulierenden Eigenbluts lässt sich Osbone® leicht in den Defekt applizieren. Eine Anwendung zusammen mit autologer Spongiosa, Knochenmark-Aspirat oder plättchenreichem Plasma (PRP) ist ebenfalls möglich.

Curasan selbst, so Dr. Hübner in seinem Schlusswort, stuft Osbone® als ein zukunftsorientiertes Produkt ein, weil es als synthetische Alternative zu bovinen Hydroxylapatiten dem Bedarf an vereinfachter Patientenaufklärung gerecht wird nach dem Motto „safe and easy“.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Ulrike Osswald-Dame

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Ulrike Osswald-Dame


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