Implantologie


Beste Materialeigenschaften in der Implantatabformung

Abformungen müssen präzise sein. Das gilt in der Implantologie aufgrund der fehlender Mikrobeweglichkeit der Pfeiler in besonders hohem Maße. Eine wirksame Unterstützung sind hier Abformmaterialien mit überlegener Reißfestigkeit und Hydrophilie, wie z.B. das Aquasil Ultra+ von Dentsply Sirona.

Abformungen stellen einen kritischen Arbeitsschritt auf dem Weg zur passgenauen Restauration dar. Für den Erfolg gibt es viele Faktoren, wie z.B. ein sorgfältiges Weichgewebemanagement oder die Auswahl des bestgeeigneten Abformlöffels. Entscheidend darüber hinaus sind die werkstofflichen Eigenschaften des Abformmaterials, insbesondere eine hohe Reißfestigkeit und Hydrophilie. Diese beiden Schlüsseleigenschaften vereinen heute additionsvernetzte Polyvinylsiloxane oder A-Silikone. Ein Vertreter dieser Klasse Aquasil Ultra+ von Dentsply Sirona zeigt gegenüber dem bisherigen Stand der Technik zusätzliche Vorteile.

Das Material erweist sich im üblichen Standardtest gegenüber anderen Materialien (A-Silikone und Polyether) als signifikant reißfester [1]. Klinisch bedeutet dies insbesondere, dass es beim Herausnehmen der Abformung aus dem Mund des Patienten zu weniger Abrissen kommt – auch in dünnen Bereichen wie etwa bei feinen subgingivalen Details.

Neben der Reißfestigkeit stellt die Hydrophilie den 2. entscheidenden Materialparameter dar. Bestimmt wird er durch die sogenannte Kontaktwinkelmessung. Gemessen wird dabei der Kontaktwinkel von Wassertropfen auf der Oberfläche des Abformmaterials vor und nach dem Abbinden [2]. Aquasil Ultra+ erreicht bei dieser Prüfung Höchstwerte. Speziell vor dem Abbinden in einem sehr feuchten Umfeld wies es einen Kontaktwinkel von nur 15° nach 2 Sekunden auf. Klinisch heisst dies, dass das Abformmaterial seine hohe Leistung auch im feuchten Milieu bringt, ohne dass eine vorherige Übertrocknung notwendig ist. Die chemische Grundlage für die geringen Kontaktwinkel liegt in einer speziellen Mischung von Tensiden. Die hydrophilen und lipophilen Teilstrukturen der Moleküle und der Grad der Fluorierung sind fein ausbalanciert. Dies wurde auch als Smart Wetting Technology patentiert.

Schnelles und präzises Arbeiten

Von Interesse ist außerdem, wie das Abformmaterial mit den chemisch unterschiedlichen Oberflächen im Mund zurechtkommt? Implantologen haben festgestellt, dass das neue Material besonders gute Anfließeigenschaften aufweist und die unterschiedlichen Benetzbarkeiten von Zahnhartsubstanzen, Weichgeweben, Restaurationsmaterialien etc. ausgleicht [3]. So ist es vor dem Einsatz von Aquasil Ultra+ in keiner klinischen Situation nötig, mit einem Oberflächenverbesserer standardisierte Oberflächen zu schaffen. Dies erspart ein Arbeitsschritt.

  • Pen statt Pistole: der digit Power Dispenser für eine präzisere Abformung bei ergonomischem und komfortablem Arbeiten.

  • Pen statt Pistole: der digit Power Dispenser für eine präzisere Abformung bei ergonomischem und komfortablem Arbeiten.
    © Dentsply Sirona
Zur Handhabung des Abformmaterials empfiehlt sich ein spezielles Applikationsgerät, der digit Power Dispenser. Im Vergleich zu herkömmlichen Kartuschen-Pistolen-Systemen bewegt der Zahnarzt seine Hand näher am zu umspritzenden Zahn. Auf diese Weise erreicht er eine sehr präzise Applikation, ein definiertes Mischungsverhältnis und eine definierte Applikationsmenge.

Das Gerät zeigt dem Behandler mit einem akustischen Signal das Ende der Verarbeitungszeit und später auch das Ende der Abbindezeit. Durch das richtige Timing werden mögliche Fehlerquellen ausgeschaltet. Keine Fehlstellen, keine Blasen – einfach präzise Abformungen für passgenaue Suprastrukturen.

Literatur
[1] Fact File Aquasil Ultra+, Hrsg.: Dentsply Sirona, 10/2017
[2] Sylvia Haunschild: Die Bewertung der Hydrophilie niedrig visköser Elastomere unter Berücksichtigung unterschiedlicher Aushärtebedingungen und Tensidkonzentrationen. Dissertation, Gießen 2010.
[3] Gehrke, P (im Interview): „Das richtige Material, die richtige Verarbeitung – und ein Schritt gespart“. ZWR 2019; 128: 320-321

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Christian Ehrensberger


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