Hygiene


Step by Step zum richtigen Betriebswasseraufbereitungssystem

Für jede Anforderung einer Praxis das richtige Wasseraufbereitungsgerät.
Für jede Anforderung einer Praxis das richtige Wasseraufbereitungsgerät.

Die Betriebswasseraufbereitung hat sich von einem Gebiet für wenige Experten zu einem wichtigen Innovationsfeld entwickelt. Eine Modernisierung der eigenen Praxis erscheint vielfach sinnvoll. Das Angebot kann der Nicht-Mikrobiologe zwar kaum gänzlich überblicken, doch der gesunde Menschenverstand führt treffsicher zur besten Investitionsentscheidung, weiß Frau Dr. Katharina Köcher zu berichten. Sie führt die Kinderzahnarztpraxis „halloZahn“ in Rielasingen-Worblingen und hat sich mit dieser Thematik ausführlich beschäftigt.

Hygiene und Infektionsschutz zählen zu den Kernkompetenzen jeder Zahnarztpraxis. Darunter fällt natürlich auch das Betriebswasser. Ob es in Ordnung ist, lässt sich recht leicht auf der Basis analytischer Messungen beurteilen. Bei unter 100 koloniebildenden Einheiten pro Milliliter liegen wir im grünen Bereich.

Das ist der gesetzliche Höchstwert. Kommt man in die Nähe dieser Marke oder liegt sogar zeitweise einmal darüber, so müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Junge Patienten schmecken Wasserqualität

„Zu den analytischen Messwerten kommen speziell in einer Kinderzahnarztpraxis wie der unseren die Patienten hinzu – als ‚Bioindikatoren‘, weiß Dr. Köcher zu berichten. Das ist vielleicht etwas salopp gesprochen, aber das Prinzip ist aus der Gewässerüberwachung bekannt: Man beobachtet Fische im Wasser. Wenn sie sich plötzlich anders verhalten, weiß man, dass mit der Wasserqualität etwas nicht stimmt“.

Genauso ist es mit jungen Patienten: Sie reagieren zum Beispiel sehr sensibel auf Geschmacksveränderungen des Wassers und spüren, wenn sich hier etwas grundlegend verändert. Unser Team aus 3 Zahnärzten und 11 Mitarbeiterinnen würde dies sofort merken. Die Patienten würden dann unruhiger, die verfügbare Behandlungszeit würde sich reduzieren.

Man muss kein Mikrobiologe sein, um bei solchen Signalen kritische Veränderungen der Wasserqualität zu vermuten. Wenn wir daher bei den mikrobiologischen Werten einen Trend in die falsche Richtung erkennen, gilt es, rechtzeitig zu handeln, bevor unsere „Bioindikatoren“ Alarm schlagen. Dies ist uns mit einem abgestuften Vorgehen gelungen.

  • Für jede Anforderung einer Praxis das richtige Wasseraufbereitungsgerät (v.l.n.r.): Hygowater mit freier Fallstrecke nach DIN EN 1717 für eine Behandlungseinheit; Wasseraufbereitungsgerät Hygowater Compact (Gerätevariante ohne integrierte freie Fallstrecke) für den Einsatz in Kombination mit Filling Station; Gerätemodul Hygowater Booster für Hygowater zwecks Zentralversorgung von bis zu vier Behandlungseinheiten; Gerätemodul Hygowater Filling Station für Hygowater Compact, eine Füllstation für Bottle-Systeme, wie sie in der Praxis halloZAHN installiert wurde – ganz rechts im Bild: die „Filling Station“.
  • Für jede Anforderung einer Praxis das richtige Wasseraufbereitungsgerät (v.l.n.r.): Hygowater mit freier Fallstrecke nach DIN EN 1717 für eine Behandlungseinheit; Wasseraufbereitungsgerät Hygowater Compact (Gerätevariante ohne integrierte freie Fallstrecke) für den Einsatz in Kombination mit Filling Station; Gerätemodul Hygowater Booster für Hygowater zwecks Zentralversorgung von bis zu vier Behandlungseinheiten; Gerätemodul Hygowater Filling Station für Hygowater Compact, eine Füllstation für Bottle-Systeme, wie sie in der Praxis halloZAHN installiert wurde – ganz rechts im Bild: die „Filling Station“.
    © Dürr Dental

1. Schritt: Überprüfung des Status quo

An erster Stelle steht die Kontrolle des Umgangs mit der Behandlungseinheit: Beachtet das Team alle Vorgaben des Herstellers? Passt das Wasseraufbereitungsverfahren zur Behandlungseinheit?

In unserem Falle handelte es sich um eine Behandlungseinheit von Ultradent und um ein Bottle-System. Die Flaschen füllten wir mit Wasser und mischten desinfizierende Chemikalien zu.

Wie vorgesehen, schraubten wir die Flaschen an die Behandlungseinheit und spülten regelmäßig durch. So weit alles nach Plan! Dennoch traten – zwar nicht dauerhaft, aber immer wieder einmal – hohe Werte für die koloniebildenden Einheiten pro Milliliter auf.

2. Schritt: Sanierung durch das Dentaldepot

In dieser Situation braucht man wiederum kein Mikrobiologe zu sein, um zu wissen: Hier sind weitergehende Maßnahmen gefordert. Der Gedanke liegt nahe, sich an das Dentaldepot zu wenden.

Die Techniker haben bei uns mehrfach eine Sanierung vorgenommen. Danach sank die bakterielle Belastung jeweils für eine gewisse Zeit, um danach wieder anzusteigen.

3. Schritt: Beratung mit dem Hersteller der Behandlungseinheit 

Nun sagt man in der Medizin zuweilen halb scherzhaft: Wenn nichts mehr geht, nehmen Sie eine weitergehende, umfassende Diagnose vor! Bei der Wasseruntersuchung kann zum Beispiel ein Vergleich der mikrobiologischen Werte an verschiedenen Messstellen helfen.

In unserer Praxis stellten wir die an der Behandlungseinheit gemessenen Werte denjenigen direkt in der Hausleitung gegenüber. Dabei zeigte sich: Das Hauswasser war in Ordnung. So lag das Problem wohl eher in der Behandlungseinheit.

Der Hersteller wollte es unbedingt mit uns zusammen beheben und riet uns im ersten Anlauf dazu, die desinfizierenden Chemikalien höher zu dosieren, insbesondere während der langen Standzeiten am Wochenende. Diese Maßnahme hatte allerdings nicht den erhofften Langzeiteffekt. Außerdem schmeckten unsere jungen Patienten die höheren Chemikalienkonzentrationen heraus und fühlten sich infolgedessen weniger wohl.

4. Schritt: Vergleich von Wasseraufbereitungssystemen

In dieser Lage empfiehlt es sich, die Anschaffung eines zahnärztlichen Wasseraufbereitungssystems zu erwägen. Gerade in jüngster Zeit haben verschiedene Neuentwicklungen stattgefunden. Es gilt, unter ihnen die beste Variante für die eigene Praxis zu ermitteln.

Wir bekamen über Ultradent einen Kontakt zu Dürr Dental. Dieses Unternehmen bietet ein Wasseraufbereitungssystem (Hygowater) mit zwei Besonderheiten an: Es kombiniert Filtertechnik und Elektrolyse und bei der Elektrolyse werden die benötigten Chemikalien aus dem Wasser bzw. aus den natürlich darin enthaltenen Salzen gewonnen. Die Wirksubstanzen sind freies Chlor und hypochlorige Säure.

Was bei uns den Ausschlag für dieses System gegeben hat, war die hohe Desinfektionsrate bei niedriger Konzentration von freiem Chlor. Den Hauptteil der „Arbeit“ übernimmt die stärker wirksame hypochlorige Säure.

Im Rennen war zunächst noch ein anderes Wasseraufbereitungssystem gewesen, bei dem das komplette Leitungswasser mit chemischen Zusätzen hätte versehen werden müssen. Dabei stellten sich für uns automatisch einige kritische Fragen:

  1. Landen diese zentral zugesetzten Chemikalien dann nicht auch in unserem Tee und unserem Kaffee?
  2. Ist dieses System mit den Geräten in unserer Praxis kompatibel? Diese zweite Frage beantworteten unsere Zulieferer praktisch durch die Bank mit: „Nein, dieses Wasseraufbereitungssystem ist für die Geräte aus unserem Hause nicht zugelassen.“

Auch plädierte unsere hygieneverantwortliche Assistenz nicht zuletzt wegen der praktischen Handhabung für das System von Dürr Dental. Unter den verfügbaren Optionen entschieden wir uns für die Variante Hygowater Compact, ausgestattet mit einer Hygowater Filling Station.

5. Schritt: Beobachtung in der Anwendung

Nach der Installation muss selbstverständlich nachverfolgt werden, ob das neue Wasseraufbereitungssystem die mikrobiologischen Werte nachhaltig verbessert. Gleichzeitig sollte es sich in der Handhabung langfristig bewähren.

Wir haben festgestellt, dass der Aufwand im Praxisalltag denkbar gering bleibt. Die Hygowater Filling Station stellt sich für uns als ein Wasserhahn mit hinreichend desinfiziertem Wasser dar. Wir füllen es einfach in unsere Flaschen ab und schrauben sie an die Behandlungseinheiten an.

Ein Abmessen und Dosieren von Chemikalien ist nicht mehr nötig, weil das System die desinfizierenden Wirkstoffe selbst aus dem Leitungswasser generiert. Auch benötigen wir jetzt weniger Stellfläche als zuvor für Wasseraufbereitungszubehör. Als regelmäßige Wartungsmaßnahme fällt lediglich der halbjährliche Tausch des Vorfilters an. Das ist denkbar einfach und ohne Weiteres delegierbar.

Die Hygiene geht in diesem Bereich jetzt leichter von der Hand, und das System hat sich insgesamt als wirtschaftlicher erwiesen. Vor allem jedoch halten wir jetzt die Anzahl der koloniebildenden Einheiten pro Milliliter sicher unter dem gesetzlichen Höchstwert von 100.

  • Installation des Wasseraufbereitungssystems Hygowater Compact mit „Filling Station“ in der Praxis halloZAHN, Rielasingen-Worblingen: geringerer Aufwand, sichere Unterschreitung der gesetzlichen Obergrenze von 100 KbE/ml.
  • Dr. Katharina Köcher und ihr Team füllen das Betriebswasser einfach aus dem „Hygowater-Hahn“ in Flaschen ab; diese sind damit fertig zum Anschrauben an die Behandlungseinheiten.
  • Installation des Wasseraufbereitungssystems Hygowater Compact mit „Filling Station“ in der Praxis halloZAHN, Rielasingen-Worblingen: geringerer Aufwand, sichere Unterschreitung der gesetzlichen Obergrenze von 100 KbE/ml.
  • Dr. Katharina Köcher und ihr Team füllen das Betriebswasser einfach aus dem „Hygowater-Hahn“ in Flaschen ab; diese sind damit fertig zum Anschrauben an die Behandlungseinheiten.

Fazit für die Praxis

Damit hilft das richtige Wasseraufbereitungssystem dabei, mit den mikrobiologischen Parametern dauerhaft im grünen Bereich zu bleiben. Dies kann sich sogar mit einer Erleichterung des Hygieneregimes und mit ökonomischen Vorteilen verbinden.

Für den Weg zum geeigneten Konzept empfiehlt es sich an erster Stelle, mit allen Beteiligten zu sprechen, ob es sich nun um Zulieferer von Praxis-Equipment, um Hersteller von Wasseraufbereitungssystemen oder um das eigene Hygiene-Team handelt. Denn als Zahnarzt steckt man naturgemäß nicht in allen technischen und mikrobiologischen Details drin. Und das braucht man auch nicht. Wir haben uns bei unserer Entscheidungsfindung erfolgreich von unserem gesunden Menschenverstand leiten lassen.

Heute lesen wir an unseren „Bioindikatoren“ ab: Letztlich hat sich auch der Geschmack unseres Betriebswassers verbessert. Unsere kleinen psychologischen Tricks wie das Suggerieren von Schoko- oder Vanillegeschmack funktionieren wieder. Und unsere kleinen Patienten fühlen sich bei uns wieder sichtbar wohl wie ein Fisch im Wasser.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Katharina Köcher


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