Hygiene


Biofilme im Wasser: auch eine Gefahr in Zahnarztpraxen!?

15.09.2016

Olympiade 2016 in Rio: Wasserstoffperoxid ließ die Algen wachsen.
Olympiade 2016 in Rio: Wasserstoffperoxid ließ die Algen wachsen.

„Wasserstoffperoxid ließ die Algen wachsen“ titelte ein Artikel bei Spiegel Online vom 15.08.2016. Dieses Algenwachstum trat in zwei Wasserbecken des Aquatics Centers anlässlich der Olympischen Spielen in Rio de Janeiro auf.

Der Einsatz von Wasserstoffperoxid sollte das Wasser in den Schwimmbecken, ähnlich wie Chlor, von Bakterien und anderen Mikroorganismen frei halten. Jedoch führte die Reaktion von Chlor und Wasserstoffperoxid dazu, dass das Chlor seine desinfizierende Wirkung verlor. Aufgrund dessen konnten die Algen wachsen und sorgten für eine farbliche Veränderung des Wassers sowie für einen üblen Geruch. Wasserstoffperoxid wird auch in Dentaleinheiten zur Wasserentkeimung eingesetzt und kann auch hier zu ähnlichen Problemen führen. Zahnmediziner sehen diesen Effekt – auch Biofilm genannt – meist nicht, sondern stellen die Wirkung und Kontamination erst dann fest, wenn Hand- und Winkelstücke verstopft sind, häufig Magnetventile und -dichtungen ausgetauscht werden müssen und in Folge dessen es zu teuren Reparaturen und Ausfallzeiten kommt.

Der im Wasser bzw. der in jedem Wassersystem entstehende Biofilm tritt verstärkt bei sommerlichen Temperaturen und bei Wiederaufnahme des Praxisbetriebs nach der Urlaubspause auf, denn hohe Temperaturen und mögliche Sonneneinstrahlung auf Dentaleinheiten bieten ideale Bedingungen für das Bakterienwachstum. Die meisten Zahnärzte unterschätzen diese Problematik und die möglichen Konsequenzen in hygienischer, technischer und rechtlicher Hinsicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Zahnarztpraxen intensiv die Instrumentenaufbereitung betreiben, die sterilisierten Instrumente aber unwissentlich an ein verkeimtes Wassersystem anschließen [1].

Ein funktionierendes Wasserhygiene- Konzept

  • Sterilisierte Instrumente ans kontaminierte Wassersystem anzuschließen ist nicht sinnvoll.

  • Sterilisierte Instrumente ans kontaminierte Wassersystem anzuschließen ist nicht sinnvoll.
Dass der Einsatz von Wasserstoffperoxid bei Dentaleinrichtungen scheitern kann, ist vielen nicht bewusst. Um zu überleben, benötigen Mikroorganismen Abwehrmechanismen, die ihnen erlauben, einer Oxidation entweder auszuweichen oder diese zu reparieren. Manche Bakterien produzieren zu diesem Zweck das Enzym Katalase, was Schädigungen durch Wasserstoffperoxid (H2O2) verhindert. Katalase neutralisiert die bakterizide Wirkung von H2O2, seine Konzentration in Bakterien wird in Verbindung mit deren Pathogenität gebracht. Schon 1979 wurde von Chester mittels eines Katalase-Tests eine Reihe von Mikroorganismen identifiziert, die in der Lage sind, Wasserstoffperoxid zu neutralisieren, darunter P. aeruginosa. Die gängige Wasserhygienepraxis bedeutet meistens die Zugabe von Wasserstoffperoxid als Desinfektionsmittel. Bleibt dies erfolglos, wird meist eine teure Intensiventkeimung vorgenommen.

Die von BLUE SAFETY entwickelte SAFEWATER-Technologie hingegen bietet einen sicheren und kostengünstigen Infektionsschutz sowie Rechtssicherheit in der Wasserhygiene und damit in medizinischen Risikobereichen. Das SAFEWATER Wasserhygiene- Konzept basiert auf einer automatisierten Anlagentechnologie, die minimale Aufmerksamkeit vom Praxisteam erfordert, in dem vor Praxisbeginn alle Leitungen mit einer wirksamen Lösung durchgespült werden und alle Biofilme nachhaltig entsorgt bzw. deren Neubildung verhindert wird. Insbesondere, weil es um die Gesundheit von Patienten und Praxismitarbeiter geht sowie auch aus wirtschaftlichen Aspekten, sollte der Zahnmediziner nicht auf eine wirksame Wasserhygienestrategie verzichten.

Biozidprodukte sind vorsichtig zu verwenden. Vor Gebrauch sind stets Etikett und Produktinformationen zu lesen.

Nähere Informationen unter:
BLUE SAFETY GmbH
Tel.: 0800 25 83 72 33
www.bluesafety.com

[1] Weihe, S.: Wasserstoffperoxid als Mittel zur kontinuierlichen Dekontamination dentaler Behandlungseinheiten. Diss. Universität Witten/Herdecke, 1995. 

weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren: