Endodontie

Behandlungskonzept R2C füllt Richtlinien mit Leben

Qualitätssicherung im Endo-Resto-Workflow

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Von der Eröffnung der Zugangskavität bis hin zur koronalen Versorgung ist eine endodontisch-restaurative Behandlung ein durchaus komplexer und von Patient zu Patient unterschiedlicher Prozess. Ein Eingriff nach „Schema F“ ist aufgrund anatomischer Besonderheiten und vielfältiger Entscheidungsprozesse längst nicht immer möglich. Nichtsdestotrotz bieten speziell auf den endodontisch-restaurativen Workflow zugeschnittene Behandlungskonzepte wie „R2C – The Root to Crown Solution“ von Dentsply Sirona die Chance, mit aufeinander abgestimmten Komponenten und einem systematischen Aufbau in einer Vielzahl von Szenarien noch einfacher und vorhersagbarer zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.

Sicherlich, zum Ablauf endodontischer Behandlungen existieren Leitlinien und Stellungnahmen wissenschaftlicher Gesellschaften – so zum Beispiel die Stellungnahme des Endodontie- Beirats der DGZ unter dem Titel „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ [1] oder die „Qualitätsrichtlinien endodontischer Behandlungen” [2] der Europäischen Gesellschaft für Endodontologie (ESE). Doch klar ist auch: Eine Wurzelkanalbehandlung mit anschließender restaurativer Versorgung ist stets ein hochindividueller Vorgang, der mit einer Vielzahl von Entscheidungsfindungen und Weggabelungen verbunden sein kann.

Diesem Umstand trägt das Konsenspapier der ESE etwa mit den folgenden Worten Rechnung: „Da zur Durchführung einer Behandlung niemals nur ein einziger Weg existiert, wurden diese Richtlinien bewusst nicht zu eng gefasst“ [2].

Qualität und Effektivität – von der Wurzel bis zur Krone

Ein zusätzliches Maß an Sicherheit kann vor diesem Hintergrund ein Behandlungssystem liefern, gewissermaßen als produktbezogene Richtschnur. Indem es alle notwendigen Komponenten von der Diagnose über die Aufbereitung bis hin zur koronalen Restauration umfasst und dabei auch unterschiedliche Vorgehensweisen mit einbezieht (direkte oder indirekte Versorgung, analoger oder digitaler Workflow), gibt R2C von Dentsply Sirona dem endodontisch tätigen Zahnarzt genau diese Möglichkeit.

Gleichzeitig bringt es mit „der Steigerung der Effizienz, der Einfachheit, der Workflowsicherheit und der kürzeren Behandlungszeit“ [3] weitere essenzielle Vorteile mit sich. Ein Blick auf einige Schlüsselkomponenten des Systems machen deutlich, wo genau Zahnärzte und Patienten von konkreten Mehrwerten profitieren können (Abb. 1).

  • Abb. 1: Ein produktbezogener „Leitfaden“ auf dem Weg zu hochqualitativen Ergebnissen: das Behandlungskonzept R2C von Dentsply Sirona.
  • Abb. 1: Ein produktbezogener „Leitfaden“ auf dem Weg zu hochqualitativen Ergebnissen: das Behandlungskonzept R2C von Dentsply Sirona.
    © Dentsply Sirona

Verkürzte Aufbereitungszeit bei hoher Sicherheit

Einen entscheidenden Vorteil, gerade mit Blick auf die Aufbereitungszeit, bringen maschinelle Feilensysteme mit sich – vor allem dann, wenn sie mit einer reduzierten Instrumentensequenz eingesetzt werden können. Beispiele hierfür liefern die substanzschonend arbeitenden Feilen des Behandlungskonzeptes TruNatomy (Dentsply Sirona) sowie das reziprok arbeitende Feilensystem WaveOne Gold (Dentsply Sirona). Letzteres ermöglicht als Ein- Feilen-System in vielen Fällen sogar das Arbeiten mit nur einer Gleitpfadfeile und einer Aufbereitungsfeile. Unabhängig davon verfügen die Feilen beider Systeme aufgrund ihrer jeweiligen Material- bzw. Herstellungstechnologie (Slim NiTi bei TruNatomy und Gold-Wärmebehandlung bei WaveOne Gold) über eine hohe Flexibilität und Widerstandskraft gegen zyklische Ermüdung.

Von großer Bedeutung: der koronale Verschluss

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die post-endodontische Versorgung für den Gesamterfolg der Behandlung eine überaus wichtige Rolle spielt [4]. Aus diesem Grund umfasst das Behandlungsystem R2C auch alle hierfür notwendigen Arbeitsschritte – unabhängig davon, ob es sich um eine direkte oder eine indirekte Versorgung handelt. Für die direkte Füllungstherapie etwa hält das Konzept mit der Vollmatrize Palodent 360 oder dem Teilmatrizensystem Palodent V3, dem Universaladhäsiv Prime&Bond active, dem Bulk-FillKomposit SDR flow+ sowie dem nanokeramischen Universalkomposit Ceram.x Spectra ST (alle Dentsply Sirona) bewährte Hilfsmittel bzw. Werkstoffe bereit, deren zuverlässiges Zusammenspiel vielfach erprobt ist.

Dabei bringt jede Komponente praxisrelevante Vorzüge in den Behandlungsablauf mit ein. So erlaubt das Teilmatrizensystem die vorhersagbare Herstellung anatomisch korrekter Kontaktpunkte – ein besonders anspruchsvoller Arbeitsschritt innerhalb des Endo-Resto-Workflows. Das Universaladhäsiv wiederum bietet dem Behandler hohe Flexibilität bei Ätztechniken, Indikationen und dem Feuchtigkeitsgrad innerhalb der Kavität. Eine spürbare Zeitersparnis durch Inkrementstärken von bis zu 4 mm, eine vorteilhafte Kavitäten-Adaptation und eine wissenschaftlich erwiesene Erfolgsquote (jährliche Misserfolgsrate für Klasse-II-Füllungen bei lediglich 1,4% und für Klasse-I-Füllungen sogar bei 0% nach 6 Jahren [5]) kommen durch das Bulk-Fill-Komposit SDR flow+ hinzu (Abb. 2). Eine Deckschicht aus Ceram.x Spectra ST schließlich ist dank der Adaptation und der Modellierbarkeit des Werkstoffs nicht nur schnell gelegt, sondern verleiht der Restauration auch eine naturnahe Ästhetik (Abb. 3).

  • Abb. 2: Bei einer direkten Versorgung mit R2C spielt das Bulk-Fill-Komposit SDR flow+ seine Stärken aus.
  • Abb. 3: Abrasionswiderstand trifft auf natürliche Ästhetik: Eine Deckschicht aus Ceram.x Spectra ST macht die direkte Füllungstherapie mit R2C komplett.
  • Abb. 2: Bei einer direkten Versorgung mit R2C spielt das Bulk-Fill-Komposit SDR flow+ seine Stärken aus.
  • Abb. 3: Abrasionswiderstand trifft auf natürliche Ästhetik: Eine Deckschicht aus Ceram.x Spectra ST macht die direkte Füllungstherapie mit R2C komplett.

Auf direktem Weg zur indirekten Versorgung

Auch für den Fall einer indirekten Versorgung hält R2C passende Lösungswege bereit: So steht für Stiftsetzung und Stumpfaufbau mit der Core&Post Solution ein komplettes Behandlungssystem zur Verfügung. Als Werkstoff für die Restauration selbst hält R2C mit dem CAD/CAM-Block Celtra Duo ein zirkonoxidverstärktes Lithiumsilikat (ZLS) bereit, das je nach Bedarf chairside oder im Labor verarbeitet werden kann. Dabei erreicht das Material nur mit einer Politur einen Festigkeitswert von 210 MPa. Für Indikationen, die sehr hohe Festigkeitswerte erfordern, kann die Biegefestigkeit durch einen Glasurbrand auf 370 MPa gesteigert werden (Drei-Punkt-Biegefestigkeit) – und das in weniger als 30 Minuten. Zusätzlich hat der Behandler die Möglichkeit, eine Restauration mit den Dentsply Sirona Universalmalfarben zu individualisieren (Abb. 4).

  • Abb. 4: Ist nach der „Endo“ eine indirekte Restauration gefragt, hält R2C mit Celtra Duo einen chairside sowie im Labor verarbeitbaren CAD/CAM-Block bereit.
  • Abb. 4: Ist nach der „Endo“ eine indirekte Restauration gefragt, hält R2C mit Celtra Duo einen chairside sowie im Labor verarbeitbaren CAD/CAM-Block bereit.
    © Dentsply Sirona

Fazit für die Praxis

Die Abläufe einer endodontischen Behandlung mit anschließender restaurativer Versorgung sind bis zu einem gewissen Grad in Leitlinien festgeschrieben. Ein Behandlungssystem wie R2C erfüllt sie mit Leben und kann dem Behandler als zusätzliche, praxisorientierte Richtschnur auf dem Weg zu einem hochqualitativen Resultat dienen. Anwender schätzen dabei nicht nur die Kompatibilität der einzelnen Komponenten untereinander, sondern auch den Mehrwert, den sie für sich gesehen in puncto Effektivität und Sicherheit bieten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Christian Ehrensberger


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