Digitale Praxis

Über 70 % würden Zahnarzttermine schon heute online buchen

Deutsche Patienten sind der Digitalisierung voraus

11.08.2021

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Die schleppende Digitalisierung im Gesundheitswesen wird nicht erst seit der Corona-Pandemie diskutiert. Fest steht, dass die deutschen Patienten der Wirklichkeit ein Stück voraus sind.

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Eine aktuelle Studie[1] zum Besuch beim Zahnarzt zeigt: Fast drei Viertel der Deutschen würden ihre Zahnarzttermine online buchen oder tun dies bereits. Es mangelt allerdings am Angebot oder an der nötigen Information durch die Praxen. Auch jenseits der Terminvereinbarung ist die digitale Bereitschaft der Deutschen groß, denn knapp 70 % können sich grundsätzlich auch Videosprechstunden bei ihrer Zahnärztin oder ihrem Zahnarzt vorstellen – vor allem für Beratungen.

Bei den unter 35-Jährigen liegt dieser Anteil mit 83 % noch einmal deutlich höher. Abrechnen können Zahnarztpraxen solche Leistungen aktuell aber nur für pflegebedürftige Personen oder solche, die eine Eingliederungshilfe erhalten[2]. Und das, obwohl aktuelle Statistiken zeigen, dass in fünf deutschen Bundesländern die zahnärztliche Versorgungsdichte unter den geltenden Bedarfsrichtlinien liegt.

Repräsentative YouGov-Umfrage 2021

Mit ein paar Klicks online den nächsten Zahnarzttermin vereinbaren: Dazu wären 71 % in Deutschland bereit, vor allem wenn es um regelmäßige Kontrolluntersuchungen geht. Explizit wünscht sich die Hälfte der Deutschen, dass ihre Zahnarztpraxis mehr Optionen zur Terminvereinbarung anbietet – je jünger, desto ausgeprägter ist die Nachfrage.

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Wunsch und Wirklichkeit gehen derzeit aber deutlich auseinander: 40 % der Befragten mit einem Interesse an der Online-Buchung geben an, dass diese Möglichkeit für sie aktuell nicht besteht. Während weitere 36 % gar nicht wissen, ob ihre Praxis bereits online Termine vergibt.

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Große Bereitschaft zu Videosprechstunden in der Zahnarztpraxis 

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54 % der Deutschen können sich vorstellen, einen Beratungstermin bei ihrer Zahnärztin oder ihrem Zahnarzt auch per Video wahrzunehmen. Fast die Hälfte der Bevölkerung wäre auch zu einer OP-Aufklärung (48%) oder einer Nachkontrolle (46%) in einem solchen Format bereit.

Betrachtet man die generelle Bereitschaft zu Videosprechstunden – also die Personen, die sich mindestens eine der aufgeführten Terminarten über den Bildschirm vorstellen können – so zeigt sich: Je jünger, desto stärker ist diese Bereitschaft ausgeprägt. Während bei den über 55-Jährigen nur etwas mehr als die Hälfte einer solchen Sprechstunde zustimmen würde, sind es bei den unter 35-Jährigen 86 % der Befragten.

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Zoom, Teams & Co. mögen in den Pandemie-Monaten zu dieser niedrigen Hemmschwelle beigetragen haben, auch mit Zahnärztin oder Zahnarzt via Bildschirm zu kommunizieren. Vielleicht steckt dahinter aber auch Pragmatismus, weil das Angebot vor Ort nicht ausreichend ist?

Immerhin liegen mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen gleich fünf Bundesländer unter den Bedarfsrichtlinien der Länder in Bezug auf die Versorgungsdichte mit Zahnarztpraxen[3]. So oder so stellt sich die Frage, warum die Leistung einer Videosprechstunde von Zahnarztpraxen bislang nur sehr eingeschränkt abgerechnet werden kann – zumindest, was gesetzlich Versicherte betrifft. Eines ist gewiss: Die deutschen Patienten sind für diese digitalen Schritte schon bereit.


Quelle:
Doctolib GmbH


Weitere Informationen

1 Repräsentative YouGov-Umfrage im März 2021 (2.028 Befragte über 18 Jahre) im Auftrag von Doctolib
2 Quelle: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
3 Zusammenstellung aktueller Statistiken 2021 sowie weitere Infos zur Methodik