Digitale Praxis


CEREC versus Straumann: Welche Teilkrone passt besser? Teil 1


In seinem zweiteiligen Beitrag stellt Prof. Claus-Peter Ernst anhand von zwei Patientenfällen eine CEREC-CAD/CAM-Restauration einer entsprechenden Laborarbeit aus demselben Material gegenüber und zieht das Fazit im Hinblick auf das Herstellungsprocedere, der anatomischen Konstruktion sowie der Passung und Ästhetik der Versorgung.

 

 

 

Mit der Einführung von CEREC begann in Deutschland vor 20 Jahren das CAD/CAM-Zeitalter. Von einer anfangs belächelten „Insel aus Keramik“ in einem Meer aus Kunststoff entwickelte sich das System zu einem zuverlässigen und präzisen Tool, das als Einziges seiner Art eine komplette Chairside-Versorgung aus Keramik in einer Sitzung ermöglichte. Neben publizierten Kurzzeit-Dreijahresergebnissen zu CEREC-Inlays mit 95%iger Erfolgsquote [1] und mittelfristigen Fünfjahresergebnissen mit 97%iger Erfolgsquote bei ProCAD [7] beeindrucken die 2008 publizierten Daten von Otto [10] mit einer errechneten Kaplan-Meier-Überlebenswahrscheinlichkeit von 88,7 % nach 17 Jahren. Grundlage waren hier 187 über mindestens 15 Jahre verfolgte CEREC-1-Inlays und -Onlays. Interessanterweise war mit 62 % die Keramikfraktur der Hauptversagensgrund und nicht z. B. Sekundärkaries. Sehr gute Zehnjahresdaten u. a. zu CEREC wurden von Thordrup [12] und Zimmer [15] publiziert. Eine Erfolgsquote von 94 % nach neun Jahren, basierend auf einer Nachuntersuchung von 617 CEREC-Veneers, konnten Wiedhan et al. bereits 2005 veröffentlichen [14].

Die Kombination aus der neuesten Bluecam und einer darauf abgestimmten Schleifeinheit wird von vielen Anwendern geschätzt, kombiniert dies doch Präzision und Wirtschaftlichkeit – gerade für Einzelzahnversorgungen im Seitenzahnbereich. Dass die Biogenerik-Funktion der neueren CEREC-Software-Versionen identische Kauflächen generieren kann wie eine individuell im Labor aufgewachste Variante und eine gleichartige Übereinstimmung mit der natürlichen Zahnmorphologie ermöglicht, zeigen zwei gerade erst veröffentlichte In-vitro-Untersuchungen [8,9]. Federlin et al. [5] veröffentlichten Fünfeinhalb-Jahres-Ergebnisse zu Teilkronen im direkten Vergleich Gold versus CEREC VITA Mark II. Die Kaplan-Meier-Überlebensstatistik ergab hier mit 93 % für Gold-Teilkronen ähnliche Resultate wie bei den CEREC-Restaurationen mit 89 %. Dabei scheint es hinsichtlich der Randqualität unerheblich zu sein, ob die CEREC-Restaurationen direkt chairside über die Aufnahme mit der Bluecam erstellt worden sind oder über ein Labor-Gips-Modell [3]. Neben der anfangs als alleiniger Block zur Verfügung stehenden VITA Mark II Keramik stehen heute unterschiedlichste Blöcke verschiedener Hersteller zur Verfügung. Neben den gegenüber der Mark II deutlich ästhetischeren Triluxe- und Triluxe-forte-Blöcken und dem ästhetischen „High-End“ Real-Life-Block stehen auch hochfeste Lithiumdisilikatblöcke (e.max CAD, Ivoclar Vivadent) zur Verfügung, die an Stabilität nur von Vollzirkon übertroffen werden. Da konventionell verblendete Zirkonoxid-Einzelkronen nur bei dunkel verfärbten, wurzelgefüllten Zähnen Sinn haben (hier kann eine opake Zirkonoxidkappe den dunklen Stumpf besser optisch abdecken als Lithiumdisilikat) und ihren Stabilitätsvorteil primär als Brückengerüst ausspielen, stellt die Lithiumdisilikatkrone sicherlich die stabilste metallfreie Einzelzahnkronenversorgung dar. Dabei müssen allerdings gewisse ästhetische Limitierungen in Kauf genommen werden, da sie als monochromatischer Block keine ästhetischen Finessen aufweisen kann wie der Triluxe-forteoder der Real-Life-Block. Das e.max CAD-Material konnte seine klinische Bewährung inzwischen ebenfalls nachweisen [6]. Die Stabilität der Lithiumdisilikatkeramik scheint sogar eine konventionelle Zementierung zuzulassen [2]; auf der sichereren Seite ist man hier aber auch mit selbstadhäsiven Zementen.

Nachteil der Chairside-Fertigung einer Lithiumdisilikatkrone oder -teilkrone ist die Notwendigkeit eines Kristallisationsbrandes, ohne den der bis dato blaue Block nicht seine endgültige Stabilität erhalten kann. Inklusive der Aufheizund Abkühlzeit müssen 30 zusätzliche Minuten Behandlungszeit mit einkalkuliert werden – oder man setzt den Patienten für diese Zeit in das Wartezimmer und beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit Recallpatienten o. Ä. Selbst ein konventioneller Glanzbrand einer Silikatkeramik schlägt mit ca. 15 Minuten zu Buche. Alternativ wäre hier die alleinige Politur zu erwähnen, die ebenfalls eine glatte und hochglänzende Oberfläche liefern kann.

Interessant ist, was die neue Werkstoffklasse der Zirkonoxid- verstärkten Lithiumsilikat-Keramiken (= ZLS; Celtra Duo/DENTSPLY, Suprinity/Vita) zu leisten vermag. In Aussicht gestellt werden Blöcke, die mindestens genauso stabil wie Lithiumdisilikatkeramik sind, aber wesentlich kürzere Prozesszeiten und einfachere Verarbeitung erlauben.

Als weiterer CEREC-Block ist inzwischen seit über einem Jahr eine Vebundkeramik erhältlich (LAVA Ultimate, 3M ESPE), die nach Belastung annähernd die Stabilität einer Lithiumdisilikatkeramik erreichen soll. Der Vorteil des Materials: nicht so hart wie klassische Keramiken, weniger Antagonistenabrasion, aber trotzdem selbst abrasionsstabil. Aufgrund eines gegenüber einer Keramik deutlich niedrigeren Elastizitätsmoduls sollte der Verbund zur Zahnhartsubstanz nicht so stark belastet werden und der Gesamtzahn als „Monoblock“ ähnlichen Verformungsbewegungen unterworfen sein. Wie schafft man so etwas mit einer Keramik? Die Antwort gibt ein genauerer Blick auf die Produktdefinition des Herstellers: „Resin Nano Ceramic“. Das erste Wort deutet auf eine Kunststoffmatrix hin, die anderen auf Keramikfüller. Die Hauptkomponente stellen die bewährten SiO2- und Zirkonoxid-Nanofüller des bekannten Filtek-Supreme-Materials desselben Herstellers dar. Somit handelt es sich um genau solch ein „Keramik“-Material wie z. B. bei Tetric Ceram oderCeramX – zudem sind deutlich weniger Zirkonoxidpartikel in die Cluster eingebunden als SiO2-Füller. Handelt es sich somit lediglich um einen Filtek-Supreme-XTE-Block? Nein! Dazu wäre eine klassische, lichtpolymerisierende Matrix involviert, die bei dem Lava-Ultimate-Block durch eine hochvernetzte, getemperte Matrixstruktur ersetzt wird, die dem Material die erstaunliche Stabilität verleiht und eine Konversionsrate von 90 % ermöglicht. Wie diese Matrixstruktur genau beschaffen ist, verrät der Hersteller leider nicht, stellt im Gegenzug aber beeindruckende In-vitro-Vergleichsdaten zu konventionellen Silikat- und Lithiumdisilikatkeramiken zur Verfügung, die das Material als extrem vielversprechend für den Indikationsbereich Kronen, Teilkronen und Inlays erscheinen lassen. Der weitere klinische Vorteil für den Chairside-Anwender: Ein Brennen ist nicht erforderlich, ein mit Keramik vergleichbarer Hochglanz lässt sich einfach und schnell mit konventionellen Komposit-Polierern erzielen. Nicht zu verwechseln ist dieses Material mit Polymerblöcken für die Chairside- CAD/CAM-Herstellung von Langzeitprovisorien: Diese Materialien erreichen nicht die Biegebruchfestigkeitswerte dieses neuen Blocks.

CEREC-Anwender dürften für den Seitenzahnbereich sicherlich Interesse und Gefallen an dem neuen Lava-Ultimate-Block finden; nur was machen Kolleginnen und Kollegen, die kein CEREC-System in der Praxis zu Verfügung haben – und das repräsentiert nach wie vor noch den größten Anteil der Kollegenschaft? Seit Kürzerem ist das Material auch über die Straumann- und Lava-Fräszentren erhältlich. Voraussetzung ist eine entsprechende Scanner- und Software-Anbindung des Labors mit den korrespondierenden Fräszentren.

Von Interesse ist sicherlich der direkte Vergleich einer CEREC- CAD/CAM-Restauration mit einer entsprechenden Laborarbeit aus demselben Material. Zu diesem Zweck wurden in den vorzustellenden zwei Patientenfällen jeweils zwei Abformungen erstellt. Eine wurde in ein Labor geschickt, das einen Straumann SC2-Scanner mit der Softwareversion 6 besitzt, das andere Modell dazu verwendet, „semi-chairside“ eine CEREC-Arbeit zu erstellen. Für die Erstellung der betreffenden CEREC-Teilkronen kam die alte CEREC-Einheit (Vorgänger der Bluecam) mit der Softwareversion 3.8 zum Einsatz. Geschliffen wurde anschließend in der CEREC InLab Schleifeinheit.

Beide Patientenfälle nahmen zufälligerweise einen Umweg über eine vorausgegangene endodontologische Behandlung. Im Folgenden wird der erste Fall vorgestellt; der zweite folgt in einer weiteren Ausgabe.

Fallbericht

Die 71-jährige Patientin stellte sich mit einer frakturierten, insuffizienten Kompositrestauration an Zahn 46 mit der Bitte um eine Neuversorgung vor (Abb. 1). An den Nachbarzähnen imponierten undichte Restaurationsränder von Goldinlays, die im Falle des Zahnes 47 bereits alio loco repariert worden waren. Aufgrund der Defektausdehnung erschien eine Teilkronenversorgung des Zahnes angebracht.

  • Abb. 1: Frakturierte, insuffiziente Kompositrestauration an Zahn 46.
  • Abb. 2: Exposition von nekrotischem Pulpagewebe nach Exkavation.
  • Abb. 1: Frakturierte, insuffiziente Kompositrestauration an Zahn 46.
  • Abb. 2: Exposition von nekrotischem Pulpagewebe nach Exkavation.

  • Abb. 3: Die direkte Überkappung als Interimstherapie bis zur endodontologischen Behandlung des Zahnes.
  • Abb. 3: Die direkte Überkappung als Interimstherapie bis zur endodontologischen Behandlung des Zahnes.

Der Zahn 47 reagierte deutlich verzögert auf den Sensibilitätstest (Coolan, VOCO, Cuxhaven). Nach dem Entfernen von Kompositrestauration und verbliebener Karies imponierte eine Exposition von Pulpagewebe (Abb. 2). Als Initialbehandlung erfolgte eine direkte Überkappung mit Calxyl (OCO Präparate GmbH, Dirmstein) mit einer darauffolgenden Abdichtung mittels Kerr Life (Kerr, Orange, CA, USA; Abb. 3). Um eine suffiziente endodontologische Behandlung zu ermöglichen, war es im nächsten Schritt erforderlich, eine dichte präendodontologische Aufbaufüllung zu legen. Nach adhäsiver Versiegelung (Optibond FL, Kerr; Abb. 4 u. 5) erfolgte ein Aufbau der tiefen approximalen Kästen zunächst mit zwei Schichten des weiß-opaken Venus Diamond Flow Baseliners (Heraeus Kulzer, Hanau; Abb. 6 u. 7). Dieses Material markiert aufgrund seiner weiß-opaken Eigenfarbe optimal den Übergangsbereich zur Zahnhartsubstanz, was spätere Kontrollen und eine Präparationsrandlegung in Zahnhartsubstanz und nicht in Aufbaumaterial erleichtert. Im Nachfolgenden wurden die approximalen Stufen zusätzlich mit einer Schicht Venus Diamond A3 (Heraeus; Abb. 8) aufgebaut. Beide Materialien lassen aufgrund ihrer gegenüber einem konventionellen Aufbaukomposit reduzierten Polymerisationsschrumpfungskraft eine bessere permanente Randintregrität erwarten als die klassischen Dual- oder dunkelhärtenden Aufbaukomposite. Dies geschah, um für eine spätere adhäsive Teilkronenversorgung nach dem Prinzip der Kavitätenbodenelevation (= Sinuslift für Kons’ler) [11,13] vorgehen zu können, bei dem einzelne tiefe approximale Bereiche mit einer direkten Kompositrestauration versorgt werden. Die anschließende Teilkronenpräparation belässt diese Bereiche. Die endgültig eingeklebte indirekte Restauration verbindet sich in Form einer „Kompositreparatur“ adhäsiv mit der approximalen „Subfüllung“.

  • Abb. 4: Lichtpolymerisation des Adhäsivs für die präendodontologische Aufbaufüllung.
  • Abb. 5: Die versiegelte Klebefläche.
  • Abb. 4: Lichtpolymerisation des Adhäsivs für die präendodontologische Aufbaufüllung.
  • Abb. 5: Die versiegelte Klebefläche.

  • Abb. 6: Erste Schicht des weiß-opaken Venus Diamond Flow Baseliners zur optischen Markierung des Überganges zur Zahnhartsubstanz.
  • Abb. 7: Eine zweite Schicht des weiß-opaken Flowkomposits zur Sicherstellung der Durchhärtung und ausreichender Farbdifferenzierung.
  • Abb. 6: Erste Schicht des weiß-opaken Venus Diamond Flow Baseliners zur optischen Markierung des Überganges zur Zahnhartsubstanz.
  • Abb. 7: Eine zweite Schicht des weiß-opaken Flowkomposits zur Sicherstellung der Durchhärtung und ausreichender Farbdifferenzierung.

  • Abb. 8: Aufbau der approximalen Stufe mittels eines Komposits mit reduzierter Schrumpfungskraft.
  • Abb. 8: Aufbau der approximalen Stufe mittels eines Komposits mit reduzierter Schrumpfungskraft.

Für den restlichen präendodontologischen Aufbau des Zahnes kam MultiCore Flow (Ivoclar Vivadent) in der Farbe weiß zum Einsatz (Abb. 9). Dies sollte später im Rahmen der Teilkronenpräparation wieder vollständig entfernt werden. Auf den Aufwand der Erstellung suffizienter Approximalkontakte wurde bewusst verzichtet, da die endodontologische Versorgung und die nachfolgende indirekte Teilkronenversorgung zeitlich eng für die kommenden zwei Wochen terminiert werden konnten. Dass manche Terminplanungen doch nicht so umgesetzt werden wie geplant, zeigt die Abbildung 10 – fast drei Monate nach der endodontologischen Behandlung. Die Patientin wollte zunächst in den Urlaub fahren und hatte diverse andere Termine, bis sie zur definitiven Versorgung des Zahnes erneut vorstellig wurde. Eine nach der Präparation erstellte Abformung wurde mit Superhartgips ausgegossen und ein ungesägtes Meistermodell erstellt (Abb. 11). Aus diesem wurde dann mit der Chairside-CEREC-Kamera die Präparation aufgenommen und umgehend aus einem Lava-Ultimate-Block niedriger Transluzenz in der Farbe A3,5 geschliffen (Abb. 12 u. 13). Die Abbildungen 14 und 15 veranschaulichen die gute Passung der noch nicht polierten Teilkrone auf dem Modell.

  • Abb. 9: Core Flow-Aufbau in der Farbe weiß.
  • Abb. 10: Situation nach endodontologischer Behandlung – ungeplant erst drei Monate nach der Wurzelkanalbehandlung.
  • Abb. 9: Core Flow-Aufbau in der Farbe weiß.
  • Abb. 10: Situation nach endodontologischer Behandlung – ungeplant erst drei Monate nach der Wurzelkanalbehandlung.

  • Abb. 11: Ungesägtes Meistermodell zur Erstellung einer CEREC-Teilkrone.
  • Abb. 12: Der verwendete Lava-Ultimate-Block für CEREC.
  • Abb. 11: Ungesägtes Meistermodell zur Erstellung einer CEREC-Teilkrone.
  • Abb. 12: Der verwendete Lava-Ultimate-Block für CEREC.

  • Abb. 13: Die geschliffene und nicht weiter ausgearbeitete CEREC-TK direkt aus der Maschine.
  • Abb. 14: Die auf das Modell aufgesetzte CEREC-Teilkrone in Okklusalansicht.
  • Abb. 13: Die geschliffene und nicht weiter ausgearbeitete CEREC-TK direkt aus der Maschine.
  • Abb. 14: Die auf das Modell aufgesetzte CEREC-Teilkrone in Okklusalansicht.

  • Abb. 15: Die auf das Modell aufgesetzte CEREC-Teilkrone in Bukkalansicht.
  • Abb. 15: Die auf das Modell aufgesetzte CEREC-Teilkrone in Bukkalansicht.

Die zweite Abformung wurde in ein Dentallabor verschickt (Labor Steinacker, Wiesbaden). Die von dort gefertigte Teilkrone zeigt die Abbildung 16, deren Passung auf dem gesägten Meistermodell die Abbildungen 17 und 18. Somit standen nunmehr zwei Laborarbeiten zur Verfügung (Abb. 19), die beide einprobiert werden sollten. Es imponiert eine doch sehr unterschiedliche Höckergestaltung, von den allerdings keine als anatomisch perfekt bezeichnet werden kann. Als Erstes wurde die mit CEREC erstellte Lava-Ultimate-Arbeit einprobiert. Die Abbildungen 20 und 21 zeigen die inzwischen polierte Teilkrone von okklusal bzw. bukkal. Die Abbildungen 22 und 23 zeigen im Folgenden die laborgefertigte Straumann-Teilkrone aus demselben Material (Lava Ultimate). Beide Arbeiten weisen eine präzise Passung auf; der weißlich schimmernde Übergangsbereich (Abb. 21 u. 23) rührt von der Luftschicht zwischen der Restauration und dem Zahn her, die nicht durch eine Try-in-Paste eliminiert worden ist. Für diesen zusätzlichen Arbeitsschritt bestand im Molarenbereich keine Notwendigkeit. Da bei identischer Passung die CEREC-Teilkrone etwas mehr zentralisierte Höcker aufwies als die Straumann-Arbeit (die dafür in der Ausformung der approximal-lingualen Bereiche besser war), fiel die Wahl auf die Eingliederung der CEREC-Arbeit.

  • Abb. 16: Die von dem Dentallabor gefertigte Straumann Lava-Ultimate-Teilkrone – auf einem Spiegel fotografiert.
  • Abb. 17: Passung der Labor-Teilkrone auf dem Labormodell in Okklusalansicht.
  • Abb. 16: Die von dem Dentallabor gefertigte Straumann Lava-Ultimate-Teilkrone – auf einem Spiegel fotografiert.
  • Abb. 17: Passung der Labor-Teilkrone auf dem Labormodell in Okklusalansicht.

  • Abb. 18: Passung der Labor-Teilkrone auf dem Labormodell in Bukkalansicht.
  • Abb. 19: Die zwei zur Verfügung stehenden Laborarbeiten: Links die Straumann-Laborarbeit, rechts die selbst erstellte CEREC-Teilkrone.
  • Abb. 18: Passung der Labor-Teilkrone auf dem Labormodell in Bukkalansicht.
  • Abb. 19: Die zwei zur Verfügung stehenden Laborarbeiten: Links die Straumann-Laborarbeit, rechts die selbst erstellte CEREC-Teilkrone.

  • Abb. 20: Einprobe der CEREC-Teilkrone in Okklusalansicht.
  • Abb. 21: Einprobe der CEREC-Teilkrone in Bukkalansicht.
  • Abb. 20: Einprobe der CEREC-Teilkrone in Okklusalansicht.
  • Abb. 21: Einprobe der CEREC-Teilkrone in Bukkalansicht.

  • Abb. 22: Einprobe der Straumann-Teilkrone in Okklusalansicht.
  • Abb. 23: Einprobe der Straumann-Teilkrone in Bukkalansicht.
  • Abb. 22: Einprobe der Straumann-Teilkrone in Okklusalansicht.
  • Abb. 23: Einprobe der Straumann-Teilkrone in Bukkalansicht.

Abbildung 24 veranschaulicht die isolierte und mit Aluminiumoxid (50 ?m, Micro-Etcher II, Almore, Portland OR, USA) abgestrahlte Kavität. Die Goldränder der Nachbarzähne wurden vorab ebenfalls eröffnet, die in die Tiefe fortgeschrittene Karies entfernt und die Metallränder in Vorbereitung einer suffizienten Reparatur ebenfalls mit Aluminiumoxid abgestrahlt.

  • Abb. 24: Isolierte und mit Aluminiumoxid vorbehandelte Reparaturkavitäten an den Inlayrändern der Nachbarzähne.
  • Abb. 25: Erster Schritt zur Vorbehandlung der Lava-Ultimate-Teilkrone: farbliche Markierung der abzustrahlenden Flächen mit einem Permanentmarker.
  • Abb. 24: Isolierte und mit Aluminiumoxid vorbehandelte Reparaturkavitäten an den Inlayrändern der Nachbarzähne.
  • Abb. 25: Erster Schritt zur Vorbehandlung der Lava-Ultimate-Teilkrone: farbliche Markierung der abzustrahlenden Flächen mit einem Permanentmarker.

Da es sich bei Lava Ultimate nicht um eine Keramik im eigentlichen Sinn handelt, muss diese ebenso mit Aluminiumoxid (50 ?m, Micro-Etcher II) abgestrahlt werden. Eine Ätzung mit Flusssäure hingegen wäre kontraindiziert! Für das Abstrahlen eignet sich als Markierung das Anmalen der abzustrahlenden Flächen mit einem Permanentmarker (Abb. 25; persönliche Mitteilung Prof. Dr. Mathias Kern, Direktor der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, Kiel). Um einen optimalen Halt des Werkstückes zu gewährleisten, wurde dieses an der Kaufläche mit etwas lichthärtendem Provisorium-Material (Clip, VOCO; alternativ: Klebewachs) an einen alten Rosenbohrer befestigt. Der Rosenbohrer wird immer in einem leichten Winkel zum Mundhöhlenausgang angebracht. Das erlaubt die einfache Entscheidung, wie herum die Arbeit einzupassen ist, und ermöglicht einen etwas besseren Zugang zur Kavität unter der Kofferdamisolierung. Abbildung 26 zeigt die abgestrahlte intraorale Klebefläche. Nach gründlichem Absprühen des verbliebenen Strahlmittels erfolgte zunächst eine Ätzung aller Schmelzränder – an der Teilkronenpräparation wie auch an den Reparaturkavitäten (Abb. 27). Für alle drei Kavitäten kam mit Scotchbond Universal anschließend dasselbe Adhäsiv zum Einsatz. Die Vorgehensweise entspricht dem bereits in der ZMK veröffentlichtem Procedere zu der Materialkombination [4]. Abbildung 28 zeigt alle drei versiegelten Kavitäten. Die abgestrahlte Teilkrone wurde nach Reinigung und Desinfektion in 96%igem Ethanol ebenso mit Scotchbond Universal beschickt (Abb. 29). Aufgrund des im Adhäsiv enthalten MDP ermöglicht das Material eine Anbindung an die abgestrahlte Lava-Ultimate-Klebefläche. An der Teilkrone und der Teilkronenpräparation erfolgte keine Lichthärtung (hier wird über einen im später verwendeten Befestigungskomposit RelyX Ultimate enthaltenen Initiator eine Dunkelhärtungsreaktion gestartet). Die Adhäsivschichten der Kavitäten der Zähne 45 und 47 wurden hingegen lichtpolymerisiert. Die mesiale Fläche der Teilkronenkavität wurde mithilfe eines Holzkeiles und einer Teilmatrize nach zervikal abgedichtet, um ein unkontrolliertes Abfließen des Befestigungskomposits zu verhindern. Nach distal war hingegen aufgrund des großen interdentalen Abstandes zum Zahn 47 eine gute Zugänglichkeit zur Überstandsentfernung gegeben, eine zervikale Abdichtung somit nicht erforderlich. Abbildung 30 zeigt die eingeklebte Lava-Ultimate-Teilkrone an Zahn 47 (Teilmatrize ist noch in situ) sowie eine erste Schicht Flowkomposit in den Reparaturkavitäten 45 und 47. Abbildung 31 verdeutlicht das klinische Endergebnis nach Auffüllen der Reparaturkavitäten mit konventionellem Füllungskomposit (Filtek Supreme XTE, A3,5 Body) sowie die ausgearbeitete und polierte Teilkrone an Zahn 46. Die Abbildungen 32 und 33 zeigen die Arbeit bei einem weiteren Kontrolltermin nach drei Monaten in Ansicht von okklusal und bukkal.

  • Abb. 26: Die mit Aluminiumoxid abgestrahlte Teilkrone.
  • Abb. 27: Selektive Schmelzätzung an allen drei Kavitätenrändern.
  • Abb. 26: Die mit Aluminiumoxid abgestrahlte Teilkrone.
  • Abb. 27: Selektive Schmelzätzung an allen drei Kavitätenrändern.

  • Abb. 28: Die mit dem Adhäsiv versiegelten Kavitäten.
  • Abb. 29: Die abgestrahlte Teilkrone wurde ebenso mit Scotchbond Universal beschickt.
  • Abb. 28: Die mit dem Adhäsiv versiegelten Kavitäten.
  • Abb. 29: Die abgestrahlte Teilkrone wurde ebenso mit Scotchbond Universal beschickt.

  • Abb. 30: Eingeklebte Lava-Ultimate-Teilkrone an Zahn 47 (Teilmatrize ist noch in situ) sowie eine erste Schicht Flowkomposit in den Reparaturkavitäten 45 und 47.
  • Abb. 31: Klinische Situation nach Auffüllen der Reparaturkavitäten mit konventionellem Füllungskomposit sowie mit der ausgearbeiteten und polierten Teilkrone an Zahn 46.
  • Abb. 30: Eingeklebte Lava-Ultimate-Teilkrone an Zahn 47 (Teilmatrize ist noch in situ) sowie eine erste Schicht Flowkomposit in den Reparaturkavitäten 45 und 47.
  • Abb. 31: Klinische Situation nach Auffüllen der Reparaturkavitäten mit konventionellem Füllungskomposit sowie mit der ausgearbeiteten und polierten Teilkrone an Zahn 46.

  • Abb. 32: Kontrolle nach drei Monaten: Ansicht von okklusal.
  • Abb. 33: Kontrolle nach drei Monaten: Ansicht von bukkal.
  • Abb. 32: Kontrolle nach drei Monaten: Ansicht von okklusal.
  • Abb. 33: Kontrolle nach drei Monaten: Ansicht von bukkal.

Fazit

Im vorgestellten Fall wurde der CEREC-Teilkrone der Vorrang gegenüber der Straumann-Laborarbeit eingeräumt. Beide Arbeiten zeigten sich aber hinsichtlich Ihrer Passung identisch gut. Lediglich die anatomische Ausformung der Höcker ließ dann die individuelle Entscheidung so fallen. In dem im nächsten Heft vorgestellten zweiten Fall wird es dann umgekehrt sein: Dort wurde die Laborarbeit von Straumann eingegliedert. Die anatomische Konstruktion ist allerdings nicht systemimmanent, sondern eher behandlerspezifisch: Auch die hier eingegliederte CEREC-Teilkrone könnte nach distolingual etwas voluminöser gestaltet sein. Hier würde sicherlich die neue Software 4.0 eine einfachere Höckerpositionierung und somit ein anatomisch korrekteres Ergebnis erlauben.

Den Teil II lesen Sie in unserer ZMK 5/2013. 


Danksagung

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Oberarzt Dr. Helmut Dietrich aus der Poliklinik für Prothetik der Universitätsmedizin Mainz für das Zur-Verfügung-Stellen der CEREC AC und der Möglichkeit der Erstellung der CEREC-Teilkrone mit der Schleifmaschine der prothetischen Abteilung.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Prof. Dr. Claus-Peter Ernst

Bilder soweit nicht anders deklariert: Prof. Dr. Claus-Peter Ernst