Allgemeine Zahnheilkunde


Uups ... Kurioses aus dem Praxisalltag

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In unserer letzten Ausgabe der ZMK bzw. auch nachzulesen auf unserem Web-Portal stellte Prof. Claus-Peter Ernst einige kuriose Fälle aus seiner Praxis vor, die er über die Jahre zu sehen bekam und gesammelt hat. Nachfolgend präsentiert er Ihnen zwei weitere Kuriositäten.

Fall 1: Die perfekte Wurzelfüllung

Eine sehr schöne Wurzelfüllung: Dicht lateral kondensiert, keine Hohlräume; auch der mb2 wurde gefunden, gut aufbereitet und gefüllt. Kompliment, dass sich hier jemand so viel Mühe gegeben hat – ist am Zahn 27 ja auch nicht ganz so einfach. Schade nur, dass der Patient diese Mühen überhaupt nicht gewürdigt hat und sich zumindest nach der Wurzelkanalbehandlung mehr um seine Zähne und um die Mundhygiene gekümmert hat (wie am kariösen Zahn 26 und dem fehlenden Zahn 25 gut zu erkennen ist).

Die Krone auf dem Zahn 27 wäre vor einigen Jahren dann „irgendwann abgebrochen“. Da er keine Beschwerden hatte, beließ er die Situation. Hat ja auch nicht weh getan. Er kam übrigens wegen ganz etwas anders: Dem abgebrochenen, tief kariösen und nicht mehr zu erhaltenen Zahn 16 – der ging ad Ex.

Der Fall erinnert mich an den Ausspruch von einem Oberarzt in der Zahnklinik Mainz mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie: Er sagte immer: „Die Endo muss der Patient sich verdienen“. Recht hat er gehabt!

Fall 2: Parodontale Schienung einmal anders

Ob hier die GOZ 7070 angedacht war? Der parapulpäre Stift horizontal zur Stabilisierung? Von der handwerklichen Umsetzung interessant; wenn auch nicht unbedingt kongruent mit den gängigen Lehrmeinungen der Parodontologie und der Zahnerhaltungskunde.

Die Zähne waren interessanterweise fest. Wegen oder trotz der Schienung? Man wird es nie in Erfahrung bringen können ... Das Bild ist nun wirklich ein „dentales Wimmelbuch“: Je länger man hinsieht, desto mehr Details fallen dem Betrachter auf! Zählen Sie alleine mal die vielen unterschiedlichen Restaurationsmaterialien in den drei Zähnen ...

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    © Prof. Dr. C.-P. Ernst
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    © Prof. Dr. C.-P. Ernst

Bestimmt können auch Sie von dem einen oder anderen Fall aus Ihrem Praxisalltag berichten. Wir würden uns freuen, Ihre „Uups“- Fälle zu sehen und würden sie gerne auch einer größeren Kollegenschaft unserer Leser präsentieren – zum Schmunzeln, zum Hände über den Kopf zusammenschlagen, zum betroffenen Bemitleiden – oder auch einfach nur zum Staunen und Lernen.

Schicken Sie uns Ihre kuriosen Fälle zu auf Opens window for sending emailRedaktion(at)spitta.de. Wir freuen uns darauf!

Die ZMK-Redaktion

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Prof. Dr. Claus-Peter Ernst



Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
csm Bild 1 gingivawucherung.jpg 06f39e04d9a5f361cbe0cb540b51d060 43c9730af5

Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.