Allgemeine Zahnheilkunde

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UPT: Gemüsesaft für Nachsorgepatienten

Ein Salatsaftgetränk kann gingivale Entzündungen reduzieren.
Ein Salatsaftgetränk kann gingivale Entzündungen reduzieren.
Cornerstone, pixelio.de

Nitrat galt in der Vergangenheit als eher gesundheitsschädlich. Neuere Studien stellen dem Nahrungsbestandteil ein besseres Zeugnis aus.

So stellten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für pflanzliche Ernährung der Universität Hohenheim einen positiven Einfluss eines nitrathaltigen Salatsaftgetränks auf gingivale Entzündungen bei parodontalen Nachsorgepatienten fest. Der Salatsaft bewirkte nach 14 Tagen eine signifikante Reduktion der Gingival-Index-(GI-)Werte um durchschnittlich 52,7 % im Vergleich zur Kontrollgruppe, die im Beobachtungszeitraum ein Placebo-Salatsaftgetränk getrunken hatte.

Für die placebokontrollierte, randomisierte Interventionsstudie wurde ein Kollektiv von 44 (23 Test/21 Placebo) parodontal erkrankten Recallpatienten mit leichter bis mittelschwerer Gingivitis rekrutiert. Zu Studienbeginn wurden während der Erstbefundung der gingivale Entzündungsstatus mithilfe des GI, die Plaquebedeckung der Zähne mithilfe des Plaque Control Records (PCR) sowie die Nitratkonzentration im Speichel erfasst. Nachfolgend durchliefen alle Studienteilnehmer eine übliche parodontale Nachsorgetherapie mit supra-/subgingivalem Débridement aller Zahnflächen, ohne jedoch dabei auch erkennbare Mängel in der häuslichen Zahnpflege anzusprechen oder geeignete häusliche Zahnputztechniken einzuüben.

Die Nachsorgepatienten erhielten ein Salatsaftgetränk, das sie 3 × täglich über 14 Tage hinweg tranken, was bei den Patienten der Testgruppe zu einer zusätzlichen Nitrataufnahme von ca. 200 mg/Tag, in der Nähe des von der FAO/WHO empfohlenen Acceptable Daily Intake (ADI) für Nitrat, führte. Um die Nitrataufnahme aus anderen Quellen zu minimieren, wurden alle Studienteilnehmer angewiesen, ansonsten eine strikt nitratarme Diät einzuhalten.

Während sich zu Studienbeginn weder die beobachten GI- und PCR-Mittelwerte noch die Nitratkonzentration im Speichel in beiden Gruppen signifikant voneinander unterschieden, konnte nach der 14-tägigen Beobachtungszeit in der Testgruppe ein signifikanter Rückgang der gingivalen Entzündung im Vergleich zum Studienbeginn wie auch im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden; die Nitratkonzentration im Speichel der Testgruppe zeigte sich gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erhöht. Die mithilfe des PCR erfasste Plaquebedeckung der Zähne ergab für beide Gruppen zu Studienbeginn und zu Studienende nur geringe, statistisch nicht zu verifizierende Unterschiede.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass das mit der Nahrung aufgenommene Nitrat Zahnfleischentzündungen reduzieren kann. Die Autoren stellen fest, dass zugrunde liegende Mechanismen jedoch nur unvollständig bekannt sind und daher weiter untersucht werden sollten.

 

Quelle: Jockel-Schneider Y, Goßner SK, Petersen N, Stölzel P, Hägele F, Schweiggert RM, Haubitz I, Eigenthaler M, Carle R, Schlagenhauf U: Stimulation of the nitrate-nitrite-NO-metabolism by repeated lettuce juice consumption decreases gingival inflammation in periodontal recall patients: a randomized, double-blinded, placebo-controlled clinical trial. The Journal of Clinical Periodontology 2016; 43 (7): 603–608. DOI: 10.1111/jcpe.12542.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dagmar Kromer-Busch


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