Allgemeine Zahnheilkunde


Lachgas: Ein sicheres Hilfsmittel bei Angstpatienten

11.12.2015

Kid wClearView Mask
Kid wClearView Mask

Die inhalative Sedierung mit Lachgas ist auch in deutschen Zahnarztpraxen längst kein neues Thema mehr. Immer mehr Zahnärzte nutzen die Methode der leichten Sedierung zur Behandlung von Angstpatienten. Vor allem bei Kindern kann Lachgas eingesetzt werden, um im günstigsten Fall Ängste gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die Angst vor dem Zahnarzt ist trotz modernem Schmerzmanagements ein Thema, das an Aktualität nicht verliert. Dabei werden nicht nur invasive Eingriffe, sondern auch der regelmäßige Kontrollbesuch oft schon als bedrohlich empfunden. Diese Ängste beginnen häufig bereits im Kindesalter, teils durch eigene traumatische Erlebnisse oder auch aufgrund negativer Beeinflussung durch nahestehende Personen. Kinder stellen deshalb eine besonders wichtige Gruppe für die dentale Sedierung dar. Wenn psychologische Methoden nicht mehr ausreichen, um ein Klima für eine stressfreie und effiziente Behandlung zu schaffen, kann man auf pharmakologische Methoden zurückgreifen. Dabei ist die Vollnarkose nur der letzte Schritt in einer Reihe von Angeboten. Einem Großteil der Patienten kann durch Sedierungsverfahren geholfen werden, die risikoärmer und effizienter sind als die Intubationsnarkose und die der Zahnarzt nach qualifizierter Ausbildung selbstständig anwenden kann.

Angstkontrolle und Beruhigung stehen im Vordergrund 

Die Lachgassedierung ist die sicherste Form der Sedierung und wird weltweit seit über 150 Jahren erfolgreich von Zahnärzten eingesetzt (Literatur). Sie eignet sich zur Behandlung von Patienten mit geringer bis moderater Angst und kann schon bei Kindern ab 4 Jahre eingesetzt werden. Voraussetzung ist ein gewisses Maß an Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Der Haupteffekt von Lachgas ist nicht die Analgesie, sondern die Angstkontrolle und Beruhigung des Patienten. Die Lokalanästhesie ist zusätzlich indiziert. Die Inhalation von Stickoxydul reduziert den Injektionsschmerz aber so weit, dass der Patient davon meist gar nichts mitbekommt. Ein Gefühl der Entspannung und ein verändertes Zeitempfinden tragen zusätzlich zu einem positiven Behandlungserlebnis bei. Dabei ist der Patient die ganze Zeit bei Bewusstsein. In der Zahnmedizin üblich ist eine Lachgaskonzentration von 30 bis 70 %. Eine versehentliche Überdosierung ist durch die Lachgasbremse in den modernen Geräten ausgeschlossen. Ein großer Vorteil von Lachgas ist, dass die Wirkstärke an die jeweilige Behandlungsphase und die Bedürfnisse des Kindes oder erwachsenen Patienten angepasst werden kann. Durch das schnelle An- und Abfluten kann der Zahnarzt sehr flexibel reagieren. Die Wirkung des Gases lässt nach Beendigung der Inhalation fast umgehend nach und der Patient kann die Praxis schnell verlassen. Der Zeitaufwand ist also äußerst gering.

Risikoärmere und effiziente Alternative zur Vollnarkose 

Kindern wird die Annahme der Methode durch bunte Nasenmasken in verschiedenen Duftrichtungen leichter gemacht. Bezieht man sie im Vorfeld mit ein, indem sie sich die Maske selber aussuchen dürfen und im Wartezimmer üben können, so sind die Erfahrungen im Behandlungszimmer sehr positiv. Eine Studie des Instituts für dentale Sedierung aus dem Jahr 2011 zeigt, dass mehr als 80 % der Kinder, die eine Zahnbehandlung unter Lachgassedierung erlebt haben, auch beim nächsten Besuch nicht darauf verzichten möchten (Literatur). Aus Sicht des Zahnarztes führt die Lachgassedierung bei 9 von 10 Patienten zum gewünschten Effekt. Selbst bei aufwendigeren Eingriffen wie der Extraktion der 8er verzichten mittlerweile viele Behandler auf eine Vollnarkose. Durch das Lachgas, eventuell verstärkt durch eine Kombination mit oralen Sedativa, kann der Jugendliche zumeist so stark entspannt werden, dass der Eingriff unter Lokalanästhesie vorgenommen werden kann. Auf Vollnarkosen muss nur bei komplizierten Fällen oder extremer Angst zurückgegriffen werden.

Fazit 

Die Anwendung von Lachgas ermöglicht es dem Zahnarzt, Angstpatienten selbstständig und effizient zu behandeln. Es werden neue Patienten hinzugewonnen, die sich ohne Sedierung keiner Behandlung unterziehen würden. Bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt, kann Lachgas eine Ausbildung von starker Angst von vornherein unterbinden. So wird die Grundlage für eine zukünftig gute Beziehung zwischen Behandler und Patient gelegt. Um die Lachgassedierung in der Praxis anwenden zu dürfen, muss der Zahnarzt eine 2-tägige Ausbildung nach den deutschen Ausbildungsrichtlinien (Deutsche Gesellschaft für dentale Sedierung, DGfdS) absolvieren.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Jesko Gärtner

Bilder soweit nicht anders deklariert: Jesko Gärtner


Häusliche Prophylaxe: Zähneputzen allein genügt nicht
WF 05 in use

Effektive und einfache Interdentalreinigung: Waterpik® Mundduschen eliminieren bereits nach 3 Sekunden bis zu 99,9 % des Zahnbelags. Mehr erfahren beim kostenlosen Lunch & Learn in Ihrer Praxis.

Erfahren Sie im kostenlosen Live-Webinar „Professionelle Materialwirtschaft heute: Herausforderungen und Lösungsansätze“ von Wawibox am 06.10.2021 von 14:00–15:00 Uhr von Materialeinkauf, über die Preisgestaltung bis hin zur Optimierung Ihrer Liquidität alles über den Dentalmarkt Deutschland.

Jetzt kostenlos anmelden