Allgemeine Zahnheilkunde


Kariesdiagnostik ohne Strahlenbelastung

Abb. 1: Lichtstarke LEDs sorgen beim CAM-Wechselkopf für eine homogene Ausleuchtung.
Abb. 1: Lichtstarke LEDs sorgen beim CAM-Wechselkopf für eine homogene Ausleuchtung.

Das Potenzial bildgebender Systeme zur Unterstützung der zahnärztlichen Diagnose wächst, während die Kameras immer kompakter werden. Die Kariesdiagnostik kommt dank neuer Kamerasysteme in vielen Fällen ohne Röntgenaufnahmen aus. Im Folgenden wird die VistaCam iX HD von Dürr Dental vorgestellt. Sie vereint gleich mehrere Methoden der Kariesdetektion.

Die visuelle Inspektion mit Hilfe von Spiegel und Sonde stellt ein bewährtes Verfahren zur Kariesdiagnose dar. Seit Jahren kann der Zahnarzt zusätzlich die Unterstützung bildgebender Systeme nutzen. Viele Intraoralkameras erfüllen zwei Aufgaben zugleich: Sie erleichtern die Erstbefundung und unterstützen das Beratungsgespräch mit anschaulichen Bildern aus der Mundhöhle des Patienten (z. B. Produktlinie VistaCam, Dürr Dental) (Abb. 1).

  • Abb. 2 a und b: Der Proof-Wechselkopf macht Okklusal- und Glattflächenkaries sowie Plaque und Zahnstein via Software mit einem Falschfarbenbild sichtbar.

  • Abb. 2 a und b: Der Proof-Wechselkopf macht Okklusal- und Glattflächenkaries sowie Plaque und Zahnstein via Software mit einem Falschfarbenbild sichtbar.
Eine weitere Entwicklung stellen Fluoreszenzkameras dar. Sie regen Stoffwechselprodukte kariogener Bakterien, sogenannte Porphyrinderivate, mit blau-violettem Licht zu roter Fluoreszenz an. Gesunder Schmelz weist dagegen eine grüne Eigenfluoreszenz auf. Damit lassen sich Okklusal- und Glattflächenkaries sowie Plaque und Zahnstein erkennen (Abb. 2 a u. b). Darüber hinaus können Verlaufskontrollen durchgeführt werden, etwa bei Kariesverdacht eine Beobachtung über längere Zeiträume. Beide bildgebenden Systeme sind in den vergangenen Jahren zu „Two-in-one“-Kameras zusammengewachsen – intraorale Bilder und Fluoreszenzaufnahmen mit einem einzigen Gerät (z. B. VistaCam iX HD, Dürr Dental, Bietigheim-Bissingen).

Für das Erkennen von Approximalkaries bleibt die Röntgenaufnahme das Mittel der Wahl. Die Verwendung von Infrarotlicht zum Erfassen von Approximalkaries hat die Rahmenbedingungen nun aber verändert, und macht in den meisten Fällen eine Kariesdiagnose ohne Strahlenbelastung möglich.

Wechselkopf-Prinzip und viele Vorteile im Detail

  • Abb. 3 a–c: Allein der CAM-Wechselkopf bietet dank stufenlosem Autofokus schon drei Optionen zugleich: intraorale, Makro- und extraorale Aufnahme.

  • Abb. 3 a–c: Allein der CAM-Wechselkopf bietet dank stufenlosem Autofokus schon drei Optionen zugleich: intraorale, Makro- und extraorale Aufnahme.
In der VistaCam iX HD von Dürr Dental kommen nun alle drei Funktionalitäten in einer Kamera zum Einsatz: Intraoralkamera, Fluoreszenzkamera, Infrarotkamera. Das auf der IDS 2015 vorgestellte Produkt arbeitet mit Wechselobjektiven: Der CAM-Wechselkopf wird für die intra-, extraoralen und Makroaufnahmen eingesetzt, der Proof-Wechselkopf für Fluoreszenz- und der Proxi-Wechselkopf für Infrarotaufnahmen. Dieses Kamerasystem weist in jedem Arbeitsbereich Vorteile auf. So schießt man eben mit dem CAMWechselkopf dank eines Autofokus neben den Intraoralaufnahmen zusätzlich auch extraorale und Makroaufnahmen in HD-Qualität (Abb. 3 a–c). Auch Video-Aufzeichnungen können in HD-Qualität aufgenommen werden. Die Fluoreszenzaufnahmen stellen die Aktivität der Karies sowohl in Falschfarben als auch in numerischen Werten dar, die Falschfarbendarstellung sogar im „Live-Modus“ in Echtzeit.

Bei der Infrarotaufnahme erscheint der Zahnschmelz transparent, während durch kariogene Bakterien hervorgerufene Veränderungen als heller, opaker Bereich sichtbar werden (Abb. 4 a u. b). Damit lässt sich Schmelzkaries ebenso gut erkennen wie mit einer Röntgenaufnahme. Nur wenn die Karies bereits weit vorgedrungen ist, kann die exakte Interpretation der Infrarotaufnahme Schwierigkeiten bereiten. Denn das Dentin erscheint ähnlich wie die Schmelzläsion weiß-opak. In diesem Fall kann der Zahnarzt dem Patienten anhand der Aufnahme erklären, weshalb eine Röntgenaufnahme in diesem Fall notwendig ist.

  • Abb. 4 a und b: Zuverlässig bei Approximalkaries: Im Infrarotlicht erscheint Schmelz transparent, Läsionen dagegen reflektieren das Infrarotlicht (opake Aufhellung).

  • Abb. 4 a und b: Zuverlässig bei Approximalkaries: Im Infrarotlicht erscheint Schmelz transparent, Läsionen dagegen reflektieren das Infrarotlicht (opake Aufhellung).
Die Kommunikationsunterstützung kommt darüber hinaus im Bereich der Prophylaxe zum Tragen. Dank der Visualisierung von Plaque erkennt auch der Patient schnell, wo er Putzdefizite hat bzw. warum eine professionelle Zahnreinigung oder eine Fissurenversiegelung indiziert ist. Plaque- Anfärbemittel werden durch die moderne Bildgebung verzichtbar, was gerade für Kinder eine erhebliche Erleichterung darstellt und Erwachsene einmal mehr von den Vorzügen des Equipments auf dem Stand der Technik in „ihrer“ Praxis überzeugt.

Wichtige Faktoren: Software und Hygiene

Für den Einsatz im Alltag ist selbstverständlich eine komfortable Anbindung an eine leistungsfähige Software wünschenswert. Das neue Kamerasystem von Dürr Dental bietet hier im Rahmen seines Lieferumfangs alle Bildbearbeitungsmöglichkeiten der hauseigenen Programme. Darüber hinaus können die Aufnahmen auch per Twain oder VistaEasy in jeder gängigen Bildverarbeitungs-Software verwendet werden. Leicht von der Hand gehen die notwendigen Hygienemaßnahmen, denn beim Design wurde darauf geachtet, Schmutzkanten etc. zu vermeiden. Empfehlenswert sind Einwegschutzhüllen; alternativ kann eine Wischdesinfektion vorgenommen werden.

Die Kamera liegt angenehm leicht in der Hand. Da sie nach vorne schmäler wird, können auch die hinteren Molaren gut erreicht werden. Als Führungs- und Positionierungshilfe können kleine schwarze, autoklavierbare Aufsätze fungieren. Sie übernehmen im Falle von Fluoreszenz- und Infrarotaufnahmen gleichzeitig die Aufgabe, das Licht abzuschirmen. Durch einfache Handauslösung wird das Bild abgespeichert und via USB-Port auf den PC oder den Laptop übertragen. So kann die Kamera an mehreren Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Zur Überbrückung größerer Distanzen ist optional eine Ablage mit integriertem USB-Hub und Kabelverlängerung erhältlich.

Fazit für die Praxis

Die Kariesdiagnostik ohne Röntgenaufnahme ist dank einer integrierten Lösung in Form eines Multikopf-Systems mit leichtem Handling, guter Software-Anbindung und komfortabler Hygiene für jede Praxis geeignet.

Alle Bilder © Dürr Dental.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Christian Ehrensberger

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Christian Ehrensberger


Bislang deuten die vorliegenden Daten auf ein geringes Infektionsrisiko mit dem Coronavirus in der zahnärztlichen Praxis hin. Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, wie stark Zahnärzte und ihre Mitarbeiter betroffen sind, bittet die BZÄK betroffene Praxen um Meldung.

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