Allgemeine Zahnheilkunde


Das Eigenlabor in der Zahnarztpraxis: Welche Geräte eignen sich?

Abb. 1: Die Mitarbeiterin beim Sandstrahlen der Versorgung.
Abb. 1: Die Mitarbeiterin beim Sandstrahlen der Versorgung.

Viele Zahnärzte wollen heute nicht mehr auf ein Eigen- oder Minilabor verzichten, denn so können sie ihren Patienten einen besseren Service bieten – und die zahntechnischen Extra-Leistungen selbst berechnen. Die Ausstattung enthält vorzugsweise Geräte, die einen überschaubaren finanziellen Aufwand bedeuten und ohne zahntechnische Fachausbildung bedient werden können. Im Folgenden wird das Eigenlabor von Dr. Günther Stöckl vorgestellt, der mit seiner Laborausstattung gute Erfahrungen gemacht hat. Dabei fließen auch Herstellerangaben zu den eingesetzten Geräten in die Ausführungen ein.

Dr. Günther Stöckl hat im März 2008 seine Praxis im ehemaligen Bahnhof von Rottenburg an der Laaber eröffnet. Bereits bei der Renovierung der Räumlichkeiten hatte er ein Eigenlabor eingeplant, um einerseits Patientenwünsche besonders schnell und gut bedienen zu können und um andererseits den Zahntechniker stets von Anfang an eng in die Behandlung einbinden zu können.

Service-Plus für die Patienten

Nach kurzer Zeit zeigte sich, dass dank des Minilabors tatsächlich ein für die Praxis effizienteres und für den Patienten Zeit sparendes Arbeiten möglich ist. Ein Beispiel hierfür ist die Gipsverarbeitung. Das Praxisteam fertigt Modelle für individuelle Löffel oder Bissschablonen, außerdem Gegenbissmodelle und Situationsmodelle. Schließlich werden im eigenen Labor auch Dubliermodelle von vorhandenen Prothesen hergestellt, damit vor einer geplanten Implantation ein OPG mit eingearbeiteten Messröhrchen angefertigt werden kann.

Weiterhin können dank Drucktopf kleinere Reparaturen an Total- und Teilprothesen vorgenommen werden. Im Rahmen des Jahreschecks oder beim Prophylaxetermin werden unansehnlich gewordene Prothesen mittels Prothesenreinigungsgerät wieder auf Hochglanz gebracht.

Als Zeit sparend hat sich der Einsatz eines Feinstrahlgeräts zum Abstrahlen von Kronen und Brücken nach der Anprobe erwiesen sowie eines Tiefziehgeräts, mit dem Verbandsplatten, Bleaching- und Knirscher-Schienen sowie Schienen für die Bisserhöhung angefertigt werden.

Geräteauswahl: Qualitativ hochwertig und unkompliziert

Dr. Günther Stöckl hat sich bei der Gerätewahl von seinem Zahntechniker, mit dem er zusammenarbeitet, beraten lassen. Ein wichtiges Kriterium für die Gerätewahl war die Beschränkung auf Grundfunktionen bei einfacher Bedienbarkeit. Denn die Laborarbeiten werden in dieser Praxis zum großen Teil von den zahnmedizinischen Fachangestellten der Praxis übernommen, die nicht zahntechnisch ausgebildet sind. Für die Praxis wurden schließlich Geräte der Firma Renfert, Hilzingen, fabrikneu angeschafft. Der Praxisinhaber setzte auf Neugeräte, da diese meist schneller, komfortabler und präziser sind als etwas

  • Abb. 2: Das Eigenlabor in der Praxis.

  • Abb. 2: Das Eigenlabor in der Praxis.
ältere, gebrauchte Modelle.

Gute Erfahrungen hat Dr. Stöckl mit dem Vakuumanmischgerät Twister evolution und dem Rüttler Vibrax gemacht. Das Vakuumanmischgerät besitzt einen starken Motor und evakuiert einwandfrei, sodass die Gipsmasse homogen und blasenfrei angemischt wird. Außerdem ist das Gerät wartungsfrei und bedienungsfreundlich, da der Gipsbecher automatisch ankoppelt und lediglich der Reglerknopf betätigt werden muss, um das Gerät in Betrieb zu nehmen.

Der Rüttler Vibrax zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass Schwingungen kaum auf den Arbeitstisch übertragen werden und das Gerät somit nicht „wandert“ und auch der Löffel nicht von der Kante der Matte springt. Die Frequenzen sind so moduliert, dass der Gips gut verdichtet wird und das ausgehärtete Modell bruchstabil ist. Im Alltag erweist es sich als erleichternd und Zeit sparend, dass sich die Gummimatte leicht abstülpen und reinigen lässt. Auch der Gipstrimmer MTplus lässt sich im Praxisalltag gut handhaben. Der gewünschte Gipsabtrag kann durch leichten Druck auf die Trimmerscheibe erreicht werden, ohne dass die Gefahr des „Hängenbleibens“ bestehe, wie Dr. Stöckl feststellte.

Bei der Anschaffung dieses kleinen Geräteparks waren auch Folgekosten mit entscheidend. So legte Dr. Stöckl beim Kauf des Feinstrahlgeräts Wert auf einen sparsamen Verbrauch des Strahlsands – neben einer einfachen Handhabung. Dazu konnte der Hersteller Kilo- und Euro-Berechnungen vorlegen, was Dr. Stöckl überzeugte. Der Strahlmittelfluss ist gleichmäßig – und dies ebenso bei sich leerendem Tank. Bei den Kaufentscheidungen von Dr. Stöckl fielen auch die dreijährige Gerätegarantie und die zehnjährige Ersatzteil-Liefergarantie für die genannten Geräte positiv ins Gewicht.

Da der Techniker den Zahnarzt bei der Einrichtung des Labors beraten hat, gibt es auch keine Schnittstellenprobleme: Beide benutzen dieselbe Gipsart sowie Artikulatoren derselben Generation. Dies ist besonders wichtig, da der Zahntechniker auch im Minilabor der Praxis arbeitet. Beispielsweise repariert er hier Brüche an Teilprothesen oder nimmt direkt vor Ort größere Formkorrekturen in der Wachsaufstellung vor. Unaufwendige Arbeiten erledigt das Team aber stets selbst.

Zahntechniker wird in Behandlungsablauf integriert

  • Abb. 3: Vielfältige zahntechnische Aufgaben erledigt das Team.

  • Abb. 3: Vielfältige zahntechnische Aufgaben erledigt das Team.
Bei einer prothetischen Behandlung wird der Zahntechniker sofort mit einbezogen. Zunächst erhält der Patient einen Termin zur Befundung einschließlich Röntgen. Im Labor wird sofort ein Situationsmodell erstellt. Dann führen Zahnarzt und Zahntechniker gemeinsam in Anwesenheit des Patienten eine erste Funktionsanalyse durch. Denn wenn eine behandlungsbedürftige Dysgnathie vorliegt, muss besprochen werden, wie man diese im Vorfeld der prothetischen Versorgung beheben kann. Anhand aller Unterlagen diskutieren Zahnarzt und Zahntechniker im Team sowie anschließend mit dem Patienten, welche Möglichkeiten und Alternativen sich aus medizinischer und prothetischer Perspektive ergeben. Auch steuert der Zahntechniker zum Beispiel seine Kenntnisse zu der Frage bei, mit welchem Material sich die eine oder andere Lösung realisieren lässt.

Fazit

Voraussetzung für ein profitables Eigenlabor ist eine gute Ausstattung. Ist das Labor mit effizienten Geräten ausgestattet, kann die Assistenz leicht Leerzeiten nutzen, wie sie im Praxisalltag anfallen können, um hier Arbeiten einzuschieben. Wenn jedoch die Geräte sperrig und lernaufwendig sind, wird sie dies vermeiden.

Dr. Stöckl hat nach einem Jahr seine Investitionen von rund 10.000 Euro für die komplette Einrichtung mit hochwertigen Möbeln und allen Geräten schon beinahe wieder amortisiert. Dabei betont Dr. Stöckl, dass die Eigenverantwortung auch zur Jobzufriedenheit und erhöhten Arbeitsqualität seiner Angestellten beitrage. Zudem profitierten die Patienten von der engen Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker. Und der Service, den die Praxis damit biete, werde die Zufriedenheit der Patienten steigern und das Profil seiner Praxis schärfen – davon ist Dr. Stöckl überzeugt.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Günther Stöckl

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Günther Stöckl


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