Allgemeine Zahnheilkunde


Beleuchtung in Zahnarztpraxen

23.04.2014

© TRILUX Group Management GmbH, Arnsberg; www.trilux.com
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Licht kann Wohlfühl- oder Stressfaktor sein. Der Beleuchtung in einer Zahnarztpraxis sollte besondere Aufmerksamkeit gelten, da sie nicht nur Einfluss auf die Arbeitsqualität und das Wohlbefinden des Zahnarztes und der Mitarbeiter hat, sondern auch auf den Patienten. Der folgende Beitrag erhellt, welches Licht für welchen Zweck in der Praxis geeignet erscheint.

Grundsätzlich kann man eine Praxis hinsichtlich der Beleuchtung in drei Bereiche unterteilen: Behandlungszimmer, Wartebereich, Empfang mit allgemeinem Arbeitsbereich und Bürobereiche.

Das Behandlungszimmer

Um auch die kleinsten Farbunterschiede von Zähnen erkennen zu können, ist der Anspruch an die Farbwiedergabequalität der Beleuchtung sehr hoch. Auch für das optimale Erkennen unterschiedlicher Werkstoffe ist die Farbwiedergabe der entscheidende Faktor. Gleichzeitig ist eine hohe Gleichmäßigkeit der Beleuchtung wichtig. Helligkeitsunterschiede, die durch eine ungleichmäßige Beleuchtung entstehen, müssen von den Augen durch häufige Adaption ausgeglichen werden und belasten das Gehirn unnötig. Als Lichtfarbe empfiehlt sich eine Tageslichtfarbe mit einer Farbtemperatur von 6.500 Kelvin. Die Farbtemperatur beschreibt die Lichtfarbe eines Leuchtmittels. Eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin liegt etwas über der internationalen Norm für mittleres Sonnenlicht, die dafür 5.500 Kelvin festlegt. Damit wird der Ton eines Sonnentages bei klarem Himmel am Vor- oder Nachmittag beschrieben. Durch die Arbeit unter künstlichem Licht ist die geistige und körperliche Belastung besonders hoch. Diesem Effekt kann man durch eine Lampe mit Tageslichtspektrum (über 5000 Kelvin) entgegenwirken. Das Ergebnis ist eine höhere Aufmerksamkeit und geringere Ermüdungserscheinungen. Neben diesen Punkten muss jetzt noch eine ausreichende Beleuchtungsstärke erreicht werden. Von der DIN-Norm für Beleuchtung mit künstlichem Licht, DIN 5035, wird diese mit 1.000 Lux im Behandlungsumfeld angegeben. Zum Vergleich dazu: ein Büroarbeitsplatz wird mit 500 Lux und die Mundhöhle mit mindestens 8.000 Lux ausgeleuchtet.

Nehmen wir noch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte hinzu, wird die Wahl des richtigen Leuchtmittels recht einfach. Das einzige Leuchtmittel, mit dem sich alle genannten Punkte erfüllen lassen, ist eine Leuchtstofflampe in der Lichtfarbe 965. Die meisten Zahnarztpraxen sind heute bereits mit Leuchten für den Betrieb von Leuchtstofflampen ausgestattet. Die gängigen Leuchtstofflampengrößen, die hierbei zum Einsatz kommen, sind 18 Watt (ca. 60 cm lang), 36 Watt (ca. 120 cm lang und 58 Watt (ca. 150 cm lang). Alle drei Wattagen gibt es in der Lichtfarbe 965.

Bei Leuchten mit Starter für die Zündung der Lampe müssen diese regelmäßig ausgetauscht werden. Alte Starter führen zu einer Verkürzung der Lebensdauer der Lampen. Wenn eine Beleuchtung neu geplant wird und die Entscheidung für Leuchtstofflampen gefallen ist, sollten z. B. drei Leuchten wie ein U, mit der geschlossenen Seite über den Kopf des Patienten und der offenen Seite des Us zu seinen Füßen, an der Decke montiert sein. Bei ausreichender Deckenhöhe empfehlen sich Leuchten, die von der Decke abgehängt werden und Licht nach unten wie auch nach oben, an die Decke, abgeben. Dies sorgt für eine hohe Gleichmäßigkeit der Beleuchtung im gesamten Raum.

Der Wartebereich

Aus Sicht der Beleuchtung ist der Wartebereich ein Kompromiss zwischen Gemütlichkeit und Wohlbefinden auf der einen Seite und der Vorbereitung auf die Behandlung auf der anderen Seite. Gemütlichkeit wird in unseren Breitengraden gerne mit warmen Lichtfarben und einem Spiel aus Licht und Schatten gleichgesetzt. Ist der Unterschied zwischen der Beleuchtung im Wartebereich und im Behandlungszimmer jedoch zu groß, erzeugt man bei empfindlichen Patienten beim Betreten des Behandlungsraumes unter Umständen Angstgefühle und Beklemmung. Ein sicherlich guter Kompromiss für die Beleuchtung ist es, ein allgemeines Beleuchtungsniveau von 400 bis 500 Lux (Stärke der Beleuchtung als die Lichtmenge, die auf eine Oberfläche fällt) zu schaffen, in einem neutralweißen Farbton (4.000 Kelvin, Lichtfarbe 840) und dabei mit Licht und Schatten zu spielen. Dies ist beispielsweise durch den Einsatz von Leuchtstofflampen, Halogenreflektorlampen und neuerdings auch mit qualitativ hochwertigen LED-Leuchtmitteln möglich. Die Leuchtstofflampen sorgen für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung während die Halogen- oder LED-lampen durch das Anstrahlen von Bildern, Pflanzen oder Gegenständen für Lichtinseln sorgen. Diese Lösung sichert auch Patienten, deren Augenlicht beeinträchtigt ist, einen guten Lesekomfort während der Wartezeit und bereitet unauffällig auf die Lichtverhältnisse im Behandlungszimmer vor. In höheren Räumen lassen sich auch gut Entladungslampen (z. B. CDM-TD 70/942) in sogenannten Uplightern einsetzen. Uplighter werfen das Licht von unten gegen die Decke und sorgen so für eine gleichmäßige Lichtverteilung.

Der Empfang, Arbeits- und Bürobereiche

Auch in diesen Bereichen empfiehlt sich eine Beleuchtung aus Leuchtstofflampen mit 4.000 Kelvin (Lichtfarbe 840) und zur Auflockerung einige Halogenlampen/LED-Lampen, die für Abwechslung in der Helligkeit sorgen. Im Arbeitsbereich sollten 500 Lux erreicht werden, in den Bewegungszonen kann das Lichtniveau auch etwas darunter liegen. Mit Rücksicht auf Patienten mit eingeschränkter Sehkraft sollte das Niveau jedoch nicht zu unterschiedlich sein. Die Wichtigkeit der Beleuchtung in den Arbeitsbereichen am Empfang und im Bürobereich wird gerne unterschätzt.

Licht ist aber auch hier für eine hohe Arbeitsqualität, eine geringere Ermüdung und eine hohe Aufmerksamkeit ein wichtiger Faktor. Und Licht alleine schafft natürlich keine zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schlechtes Licht sorgt aber in jedem Fall für Unzufriedenheit, auch wenn es als eigentliche Ursache oft nicht erkannt wird. Um das blendfreie Arbeiten an PC-Arbeitsplätzen zu gewährleisten empfiehlt sich eine Leuchte für Leuchtstofflampen mit entsprechendem Bildschirm-Arbeitsplatz-Raster.


Korrespondenzadresse:

Christian Fagel, Engels & Fagel GmbH, Girlitzweg 30 / Tor 3, 50829 Köln , www.licht-und-mehr.de.


Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
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Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.