Ästhetik


Direkte Schichtung von Kompositverblendungen

Neben der zahnmedizinischen Versorgung zum Erhalt oder Wiederherstellung der Zähne spielt die Ästhetik eine sehr wichtige Rolle. Mit den heutigen Möglichkeiten der ästhetischen Zahnheilkunde können Zahnfarbe, Zahnform, Zahnstellung und das Erscheinungsbild des Zahnfleisches korrigiert werden. Im folgenden Beitrag zeigt Dr. Manauta sein Behandlungsprocedere einer Frontzahnversorgung mittels Kompositverblendung unter Verwendung einer neuen Frontzahnmatrix auf.

Ein perfektes Lächeln ist heutzutage ein Muss. Es beeinflusst nachweislich das Selbstbewusstsein sowie das psychosoziale Wohlbefinden des Patienten [1]. Auf der Grundlage wissenschaftlich- statistischer und klinischer Daten bieten direkt geschichtete Kompositverblendungen eine überzeugende Lösung für die ästhetische Rehabilitation im Frontzahnbereich. Eine direkte Schichtung von Kompositverblendungen ist nicht nur preisgünstiger als herkömmliche keramische Lösungen, sondern kann in nur einer Behandlungssitzung durchgeführt und während des Schichtungsvorgangs modifiziert werden, um die Patientenbedürfnisse zu erfüllen. Darüber hinaus hat die Entwicklung der Standard- und Nanofüller-Komposite zu verbesserten mechanischen Eigenschaften und erhöhter Abriebfestigkeit geführt [2,3].

Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse prospektiver Studien zu Kompositrestaurationen im Frontzahnbereich ergab eine mittlere Gesamtüberlebensrate von schätzungsweise 84,6% nach 5 Jahren klinischer Belastung [3]. Die häufigsten Komplikationen im Zusammenhang mit direkt geschichteten Kompositverblendungen stellen Frakturen, Karies, Verfärbung und farbliche Beeinträchtigungen sowie Veränderung der Oberflächenrauheit dar [4–6,3,7] dar. Dank der problemlosen Reparatureigenschaften der Kompositmaterialien können diese Komplikationen allerdings leicht gelöst werden. Außerdem ist für die direkte Restauration kein Aufrauen des Schmelzes erforderlich, da das Ätzen mit Phosphorsäure zur Verbesserung der Haftfestigkeit ausreicht.

Verfahren

In einer oder mehreren Schichten wird das Komposit auf die Zahnoberfläche appliziert und ausgeformt, um eine ästhetische Restauration in nur einer Behandlungssitzung zu ermöglichen [8]. Zur Wiederherstellung der korrekten Form und des Emergenzprofils der Frontzähne können verschiedene Instrumente und Hilfsmittel verwendet werden. Bis heute wurden direkt geschichtete Kompositverblendungen am häufigsten bei Restaurationen approximaler und zervikaler Ränder eingesetzt. Dabei erfolgte die Behandlung in 2 Schritten mit 2 Seitenzahnmatrizen (approximale Ränder) und einem Matrizenband, das für die Restauration des zervikalen Bereichs in eine spezifische Form zurechtgeschnitten wurde. Im folgenden Fallbeispiel haben wir uns für die Verwendung der neuen Frontzahnmatrize Unica anterior von Polydentia zur Vereinfachung des Verfahrens entschieden, da sie die direkte Gestaltung des gesamten Emergenzprofils (zervikale und approximale Ränder) in nur einem Schritt ermöglicht.

Die Zahnoberflächen werden zunächst gereinigt und präpariert, um anschließend den Aufbau mit Komposit (hier 3M FiltekTM Supreme XTE) durchführen zu können. Die Matrize wird auf dem Zahn positioniert und fixiert. In der Regel können Interdentalkeile aus Kunststoff oder Holz eingesetzt werden, um eine ordnungsgemäße Fixierung der Matrize sicherzustellen. Als Alternative, z.B. im Falle von breiten Klasse-III-Restaurationen, bei denen die Platzierung des Keils und das daraus resultierende Eindrücken der Matrize in die Kavität das Approximalprofil beeinträchtigen würde, kann ein flüssiger Kofferdam (z.B. Polydentia myCustom Resin) eine geeignete Alternative sein, um die Matrize in Position zu halten. Nach dem Anlegen der Matrize folgt die Schichtung des Komposits: Nach Ausformung des Emergenzprofils werden zunächst die palatinalen Wände modelliert und dann durch das Einbringen von einer oder mehreren Schichten des Komposits eine grobe Zahnmorphologie rekonstruiert. Abschließend wird die endgültige Zahnform mithilfe von Fräsen, Schleifscheiben und Poliergeräten konturiert.

Fallbeispiel

Eine 52-jährige Patientin stellte sich in unserer Praxis vor, da sie mit dem Erscheinungsbild Ihrer Oberkieferfrontzähne unzufrieden war. Auch war der Zahn 11 frakturiert. Darüber hinaus ergab die klinische Untersuchung kariesfreie Zähne und eine zufriedenstellende Mundhygiene. Nach der Anamnese und dem vorliegenden Befund entschieden wir uns, 4 direkte Kompositverblendungen auf die mittleren und seitlichen Schneidezähne mithilfe einer komplett adhäsiven, additiven Technik bei minimalinvasiver Präparation aufzubringen. Die direkte Schichtung der Kompositverblendungen wurde unter Verwendung der neuen Matrize Unica anterior von Polydentia durchgeführt (Abb. 1 – 15).

  • Abb. 1: Die klinische Ausgangssituation zeigt die nicht zufriedenstellende Anatomie der Oberkieferfrontzähne und den frakturierten Schneidezahn 11. Wir entschieden uns für eine umfassende ästhetische Rehabilitation der Frontzähne durch die direkte Schichtung von Kompositverblendungen.
  • Abb. 2: Das isolierte Gebiet nach Reinigung, Desinfektion und Polieren der Zahnoberflächen. Zur Wiederherstellung des Emergenzprofils der Frontzähne sind verschiedene Methoden geeignet. Wir entschieden uns für die Verwendung der Frontzahnmatrize Unica anterior von Polydentia, da durch sie das Verfahren vereinfacht und die direkte Gestaltung des gesamten Emergenzprofils (zervikale und approximale Ränder) in nur einem Schritt ermöglicht wird.
  • Abb. 1: Die klinische Ausgangssituation zeigt die nicht zufriedenstellende Anatomie der Oberkieferfrontzähne und den frakturierten Schneidezahn 11. Wir entschieden uns für eine umfassende ästhetische Rehabilitation der Frontzähne durch die direkte Schichtung von Kompositverblendungen.
  • Abb. 2: Das isolierte Gebiet nach Reinigung, Desinfektion und Polieren der Zahnoberflächen. Zur Wiederherstellung des Emergenzprofils der Frontzähne sind verschiedene Methoden geeignet. Wir entschieden uns für die Verwendung der Frontzahnmatrize Unica anterior von Polydentia, da durch sie das Verfahren vereinfacht und die direkte Gestaltung des gesamten Emergenzprofils (zervikale und approximale Ränder) in nur einem Schritt ermöglicht wird.

  • Abb. 3: Die Unica anterior-Matrizen auf den mittleren Schneidezähnen platziert. In diesem Fall sorgten die intrinsische Festigkeit der Stahlmatrizen und die vorhandenen intakten Kontaktpunkte für eine gute Stabilität und Fixierung der Matrizen, ohne dass der Einsatz von Keilen oder Kunststoff nötig war. Darüber hinaus ermöglicht die konvexe Form der Matrizen eine effektivere Platzierung des Kofferdams im Zervikalbereich, sodass eine bessere Isolierung des Operationsgebiets gewährleistet ist.
  • Abb. 4: Die mittleren Schneidezähne mit den präparierten Flächen in der Ansicht von unten.
  • Abb. 3: Die Unica anterior-Matrizen auf den mittleren Schneidezähnen platziert. In diesem Fall sorgten die intrinsische Festigkeit der Stahlmatrizen und die vorhandenen intakten Kontaktpunkte für eine gute Stabilität und Fixierung der Matrizen, ohne dass der Einsatz von Keilen oder Kunststoff nötig war. Darüber hinaus ermöglicht die konvexe Form der Matrizen eine effektivere Platzierung des Kofferdams im Zervikalbereich, sodass eine bessere Isolierung des Operationsgebiets gewährleistet ist.
  • Abb. 4: Die mittleren Schneidezähne mit den präparierten Flächen in der Ansicht von unten.

  • Abb. 5: Die klinische Situation nach Aufbau der approximalen Wände am Schneidezahn 21: Zuerst wurde ein Universal-Adhäsivsystem verwendet, um die Haftkräfte im Schmelz zu erhöhen, bevor die Behandlung mit dem Aufbau der mesialen und distalen Approximalwand durch direkte Schichtung von Schmelzkomposit fortgesetzt wurde. Dasselbe Verfahren wurde anschließend auch am 2. mittleren Schneidezahn angewandt.
  • Abb. 6: Nach dem Aufbau der Approximalwände wurden die palatinalen Wände modelliert, indem eine kleine Menge Schmelzkomposit aufgebracht wurde, um die Angulation des Zahnes nachzuahmen.
  • Abb. 5: Die klinische Situation nach Aufbau der approximalen Wände am Schneidezahn 21: Zuerst wurde ein Universal-Adhäsivsystem verwendet, um die Haftkräfte im Schmelz zu erhöhen, bevor die Behandlung mit dem Aufbau der mesialen und distalen Approximalwand durch direkte Schichtung von Schmelzkomposit fortgesetzt wurde. Dasselbe Verfahren wurde anschließend auch am 2. mittleren Schneidezahn angewandt.
  • Abb. 6: Nach dem Aufbau der Approximalwände wurden die palatinalen Wände modelliert, indem eine kleine Menge Schmelzkomposit aufgebracht wurde, um die Angulation des Zahnes nachzuahmen.

  • Abb. 7: Schichtung der Kompositverblendungen: Zuerst wurde eine Schicht „Dentinmasse“ aufgetragen.
  • Abb. 8: Zur Nachahmung der Zahnfarbe wurde eine „2. Schmelzschicht“ aufgebracht und mit Spatel und Bürsten in die endgültige Form modelliert. Das Bild zeigt die Kompositverblendungen auf den mittleren Schneidezähnen vor dem Konturieren bis zum ersten Finieren, bevor die nächsten Zähne rekonstruiert wurden.
  • Abb. 7: Schichtung der Kompositverblendungen: Zuerst wurde eine Schicht „Dentinmasse“ aufgetragen.
  • Abb. 8: Zur Nachahmung der Zahnfarbe wurde eine „2. Schmelzschicht“ aufgebracht und mit Spatel und Bürsten in die endgültige Form modelliert. Das Bild zeigt die Kompositverblendungen auf den mittleren Schneidezähnen vor dem Konturieren bis zum ersten Finieren, bevor die nächsten Zähne rekonstruiert wurden.

  • Abb. 9: Nach dem Konturieren der mittleren Schneidezähne nach dem zuvor beschriebenen Verfahren setzten wir die Behandlung mit der direkten Schichtung der Kompositverblendungen auf den seitlichen Schneidezähnen fort.
  • Abb. 10: Aufbau des Emergenzprofils auf Schneidezahn 22. Nach dem Lichthärten des Materials wird die Matrize separiert und zur besseren Sicht abgezogen.
  • Abb. 9: Nach dem Konturieren der mittleren Schneidezähne nach dem zuvor beschriebenen Verfahren setzten wir die Behandlung mit der direkten Schichtung der Kompositverblendungen auf den seitlichen Schneidezähnen fort.
  • Abb. 10: Aufbau des Emergenzprofils auf Schneidezahn 22. Nach dem Lichthärten des Materials wird die Matrize separiert und zur besseren Sicht abgezogen.

  • Abb. 11: Das Bild zeigt die Kompositverblendungen auf den beiden seitlichen Schneidezähnen 12 und 22 vor dem Konturieren, Finieren und Polieren. Die Konturierung und das Finieren wurden mit einem Diamantfräser bei niedriger Drehzahl durchgeführt. Die niedrige Drehzahl ermöglicht eine besser kontrollierte Bewegung und verbessert die Oberflächenglätte, selbst bei grober Korngröße. Die Vorpolitur wurde anschließend mit einem braunen Spiralrad (3M, Deutschland) und Polierpaste (Premier, Diamond Twist SCL) durchgeführt, für die Hochglanzpolitur beim Finieren kann ein Schwabbelrad verwendet werden.
  • Abb. 12: Das Behandlungsergebnis unmittelbar nach Entfernung des Kofferdams.
  • Abb. 11: Das Bild zeigt die Kompositverblendungen auf den beiden seitlichen Schneidezähnen 12 und 22 vor dem Konturieren, Finieren und Polieren. Die Konturierung und das Finieren wurden mit einem Diamantfräser bei niedriger Drehzahl durchgeführt. Die niedrige Drehzahl ermöglicht eine besser kontrollierte Bewegung und verbessert die Oberflächenglätte, selbst bei grober Korngröße. Die Vorpolitur wurde anschließend mit einem braunen Spiralrad (3M, Deutschland) und Polierpaste (Premier, Diamond Twist SCL) durchgeführt, für die Hochglanzpolitur beim Finieren kann ein Schwabbelrad verwendet werden.
  • Abb. 12: Das Behandlungsergebnis unmittelbar nach Entfernung des Kofferdams.

  • Abb. 13: Die klinische Situation nach abschließender Politur und Texturierung der Restauration. Dieses Foto wurde bei der Kontrolluntersuchung 30 Tage nach der Restauration aufgenommen.
  • Abb. 14: Endgültiges Ergebnis der Restaurationsbehandlung.
  • Abb. 13: Die klinische Situation nach abschließender Politur und Texturierung der Restauration. Dieses Foto wurde bei der Kontrolluntersuchung 30 Tage nach der Restauration aufgenommen.
  • Abb. 14: Endgültiges Ergebnis der Restaurationsbehandlung.

  • Abb. 15: Klinische Situation 3 Monate nach der Restauration.
  • Abb. 15: Klinische Situation 3 Monate nach der Restauration.

Fazit

Aufgrund der Weiterentwicklung der Kompositmaterialien steht heute mit den direkt geschichteten Kompositverblendungen eine überzeugende, schnelle und kostengünstigere Lösung für die ästhetische Rehabilitation im Frontzahnbereich zur Verfügung. Nichtsdestotrotz sind ästhetisch und funktional erfolgreiche Behandlungsergebnisse stark von dem Wissen des Zahnarztes über die adhäsiven Prozesse sowie dessen Formgebungsfähigkeiten abhängig. Verschiedene Instrumente und Verfahren unterstützen den Zahnarzt dabei, das Emergenzprofil korrekt wiederherzustellen. Darunter ist insbesondere die neue Matrize Unica anterior aufgrund ihrer Einfachheit und Vielseitigkeit hervorzuheben, da sie eine schnelle und einfache Restauration der Profile im Zervikal- und Approximalbereich zur selben Zeit ermöglicht. Dadurch wird die Behandlungszeit deutlich reduziert und ästhetische Restaurationen sind für jeden Zahnarzt problemlos realisierbar. 

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Jordi Manauta