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Tokio – wo Langeweile ein Fremdwort ist

19.12.2023

Die Hafenstadt Yokohama ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt ca. 30 Minuten von Tokio entfernt.
Die Hafenstadt Yokohama ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt ca. 30 Minuten von Tokio entfernt.

Leicht verrückt, grelle Neonreklamen und trotzdem durch ein ruhiges Miteinander geprägt. Was woanders unmöglich erscheint, ist in Tokio durchaus Normalität. Japans Hauptstadt ist eine Metropole der Superlative, in der Tradition und Moderne ebenso nebeneinander existieren, wie Frauen im Kimono neben Hightech. Grund genug also, das Stadtleben und seine Höhepunkte ein paar Tage persönlich zu erleben.

Unüberschaubar, aber zugleich perfekt organisiert. Traditionelle Hochhäuser, die neben futuristischen Wolkenkratzern stehen. Klassische Kimonos sitzen zusammen mit Lolita-Dresses in der U-Bahn.

Und das frische Sushi ist ebenso begeisternd wie die höchste Bevölkerungsdichte der Welt. Keine Frage, in Tokio haben die Gegensätze Hochkonjunktur – und genau das macht die Stadt so interessant und faszinierend zugleich. Mit Haneda und Narita buhlen dabei gleich 2 große Flughäfen darum, die Besuchenden der Stadt im Land der aufgehenden Sonne zu begrüßen.

  • Der Autor genießt die asiatischen Speisen.

  • Der Autor genießt die asiatischen Speisen.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley
Dabei gilt: Die Freizeit- und Entdeckungsmöglichkeiten sind so zahlreich, dass Langeweile mit Sicherheit ein eindeutiges Fremdwort ist. Von der Tempellandschaft über begeisternde Kulinarik bis hin zum pulsierenden Nachtleben. Und Angst vor der Sprache und den uns fremden Schriftzeichen muss auch wirklich niemand haben – die Bevölkerung ist ausgesprochen hilfsbereit und freut sich zumeist, lokale Geheimtipps zu präsentieren.

Dazu kommt: Wie so oft in Asien ist das Essen auch hier eine Klasse für sich. Für nicht wenige Besuchende sind die kulinarischen Erlebnisse das echte Highlight ihrer Reise – und zwar egal zu welcher Tageszeit.

Boxen in Yokohama

  • Das „schlagkräftige“ Bild Hebis schaffte es in fast
alle indonesische Sport-Gazetten.

  • Das „schlagkräftige“ Bild Hebis schaffte es in fast alle indonesische Sport-Gazetten.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley
Zunächst zieht es mich aber nach Yokohama. In der zweitgrößten Stadt Japans, die zugleich Teil des Ballungsgebietes in Tokio ist, bin ich bei einem Weltmeisterschafts-Boxkampf akkreditiert (und darf diesem in der Ringecke beiwohnen), der vor 15.000 Zuschauenden in einer der modernen Sportarenen stattfindet.

Ein perfekter Einstieg für mich in das Land der aufgehenden Sonne. Tadellos durch die japanischen Gastgeber organisiert, werden wir Zeuge, wie enthusiastisch die einheimischen Zuschauenden ihre Boxer nach vorne peitschen – in unserem Fall gegen den indonesischen Herausforderer Hebi (ein Kampf, der am Ende übrigens punktgleich endet). Und selbst, wenn die designierte Großstadt sonst vor allem eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt ist: Wir können uns davon überzeugen, dass sie neben erstklassigen Restaurants auch mit vielen schönen Ecken punktet.

Und dass es dann auch noch eines unserer Ringbilder bis auf die Titelseiten fast sämtlicher Sportzeitschriften Indonesiens schafft, ist die Krönung bei einem wirklich tollen Tokio-Einstieg. Lustig am nächsten Tag: Durch einen reinen Zufall lande ich mitten in der Stadt und mitten am Tag aus dem Nichts in einem prall gefüllten Baseball-Stadion. Eine skurrile Situation, da man erst im letzten Moment ahnt, wo man gerade gelandet ist.

Shibuya – Heimat der meistfotografierten Kreuzungen

  • Meistfotografiert: die Shibuya Scramble Crossing.

  • Meistfotografiert: die Shibuya Scramble Crossing.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley
Unser erstes Ziel in Tokio Stadt ist dann Shibuya – jung, modisch, schick und schrill präsentiert sich dieser Stadtteil seinen Besuchenden. Hier, beim Shibuya Scramble Crossing, liegt tatsächlich die meistfotografierte Kreuzung der Welt. Menschenmassen bewegen sich aus zahlreichen Richtungen über die Kreuzung – 250.000 Menschen am Tag.

Aus dem Nichts laufen die Fußgänger/-innen von allen Seiten los, vermischen sich zu einem dicken Knäuel und lösen sich anschließend wie von Zauberhand wieder auf. Hier liegt das Epizentrum von Japans Jugendkultur, eingerahmt von Megabildschirmen. 

Das Ganze ist zugleich ein Teeny-Wonderland, bevölkert von Horden aus Oberschüler/-innen, die sich aus den verschiedenen Eingängen des Bahnhofs auf die Straße ergießen, um sich dem Konsum und der Vergnügung hinzugeben. Auf dem Prachtboulevard Ometsesando präsentieren sich zugleich nationale und internationale Designer/-innen, hier finden die markenbewussten Japaner/-innen ihre echte Bestimmung.

Shinjuku – ein Paradies für Schallplattenfans 

  • Ein Buchladen in der Shinjuku-Straße lädt zum
Stöbern ein.

  • Ein Buchladen in der Shinjuku-Straße lädt zum Stöbern ein.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley
Auch wir wollen natürlich shoppen – aber nicht hier. Unser eigentliches Ziel sind gebrauchte Vinylplatten. Und dafür ist Shinjuku noch besser geeignet.

Tatsache ist: Japan ist ein echtes Mekka für Schallplattenfreaks. Sogenannte Japan-Pressungen – gerade als Second-Hand-Platten – klingen nicht nur gut, sie überzeugen auch durch besonders liebevolle Details wie die sogenannten Obi – Banderolen mit japanischen Schriftzeichen – und japanische Textsheets sowie durch eine hohe Qualität und oft nur wenige Gebrauchsspuren.

Corey – ein amerikanischer Freund, der seit vielen Jahren in Japan lebt und lange in der Musikindustrie arbeitete – führt mich durch die Tiefen des Stadtteils und wir finden uns wieder auf einer gemeinsamen Tour durch alte Bücher, Magazine und Schallplatten. Und Musikfans wie wir sollten natürlich unbedingt bei Disk Union vorbeischauen – auf insgesamt 8 Etagen bietet das Musikgeschäft alle Arten von Tonträgern, CDs und Schallplatten. Von der japanischen Grabbelkiste bis hin zur Sammleredition. Ein Traum.

Elegant und nicht weniger beeindruckend: der Meiji-Schrein

Waren es eben noch Hightech und Moderne, die das Bild bestimmten, zeigt sich beim nächsten Ziel plötzlich ein ganz anderes Tokio. Der Meiji-Schrein strahlt eine Ruhe aus, als ob er bereits seit Jahnhunderten die Hektik der Stadt abwehrt – und das, obwohl er tatsächlich erst 1920 eingeweiht wurde.

  • Elegant und beeindruckend zeigt sich der Meiji-Schrein.
  • Der Autor mit traditionellen Besucherinnen.
  • Elegant und beeindruckend zeigt sich der Meiji-Schrein.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley
  • Der Autor mit traditionellen Besucherinnen.
    © Olaf Tegtmeier, Helen Kersley

100.000 Büsche und Bäume schirmen ihn vor der Hektik der Stadt ab. Man erreicht ihn durch 2 riesige Torii – aus Stein bzw. Zypressenholz erbaute riesige Ehrentore, die den breiten Kiesweg überspannen. An unzähligen Votivtäfelchen neben der Haupthalle haben Einheimische und Touristen ihre Wünsche an die Zukunft verewigt.

Inmitten eines großen Parks gelegen, zeigt sich hier das alte Tokio: still, erhaben und voller kultureller Geheimnisse. Gerne wären wir länger geblieben, und es ist keine Frage: Ein kurzer Trip nach Tokio reicht nicht mal im Ansatz aus, um die Faszination der Stadt abzudecken. Das Gute daran ist: Ein Kurztrip sorgt vor allem für eines – die Sehnsucht nach mehr.

Und so bietet er mehr als genug Gründe, warum man unbedingt so schnell wie möglich wiederkommen sollte: Wir freuen uns darauf.


Informationen
  • Gut zu wissen: Die japanische Fremdenverkehrszentrale bietet einiges Material zum Download an und versendet auch Broschüren. Infos unter jnto.de. Und was man unbedingt tun sollte, ist, sich quer durch die Karte zu essen. 
  • Besonders hilfreich: Oft gibt es Bilder oder Nachbildungen, auf die man einfach draufzeigen kann.
  • Anreise: Direktflüge von Frankfurt, München und Düsseldorf nach Tokio kosten ab ca. 800 Euro und dauern etwa 12 Stunden. Billigere Angebote gibt es mit Umsteigen – aber dann verlängert sich die Reisedauer entsprechend. Tokio hat 2 internationale Flughäfen – Narita und Haneda. Es lohnt sich, vorab zu checken, wie weit die jeweiligen Entfernungen zum Reiseziel in der Stadt sind.
  • Einreise: Für deutsche Staatsbürger/-innen ist es einfach, als Tourist/-in in Japan einzureisen. Benötigt wird lediglich ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass. Das Touristenvisum ist für 90 Tage gültig. Wichtig ist, bei der Einreise eine erste Adresse anzugeben.
  • Gesundheit: Für normale Urlaubsreisende sind keine Impfungen vorgeschrieben. Für die Reise in ländliche Gebiete sind die Standardimpfungen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A und B, Tollwut und Typhus empfohlen. Für nähere Infos sollte im Vorfeld ein Arzt bzw. eine Ärztin konsultiert werden.
  • Geld: Die offizielle Währung ist der Yen. Er kann stark schwanken, 100 Yen entsprechen etwa 0,76 Euro. Es reicht vollkommen aus, sich erst in Japan am Flughafen durch eine Reisekreditkarte mit Bargeld zu versorgen. Geldautomaten sind überall verfügbar. Bezahlt wird häufig bar.
  • Beste Reisezeit: Der atemberaubende Blick auf die Stadt lockt das ganze Jahr über. Und die Stadt bietet so viel, dass die beste Reisezeit praktisch ganzjährig gilt. Im Frühjahr verführt ein mildes Klima zum ausgedehnten Citybummel, im heißen Sommer und bunten Herbst punkten vor allem die wunderschönen Citygärten und im Winter locken die dampfenden Onsen (heiße Quellen) und die zahlreichen Museen der Stadt.
  • Reiseliteratur: Viele hilfreiche Tipps, Hinweise, Adressen und praktische Karten finden sich im informativen Reiseführer „Tokio“ von Marco Polo. 144 Seiten, Preis: 14,95 Euro, ISBN 978-3-8297-5119-3.
Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Olaf Tegtmeier


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