LZK: Bürokratie statt Heilung
DruckenMisstrauens- und Überwachungsmaßnahmen überziehen das deutsche Gesundheitswesen.
Jüngstes Beispiel, so die Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, ist die Verabschiedung der „Richtlinie über einrichtungs- und sektorenübergreifende Maßnahmen zur Qualitätssicherung“ durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) der gesetzlichen Krankenversicherung.
Dr. Michael Rumpf, Präsident der Landeszahnärztekammer: „Damit wird eine sinn- und nutzlose aber extrem teure neue Bürokratie etabliert, die unbrauchbare schädliche Ergebnisse hervorbringen wird.“
Die mit der zentralen Datenerfassung und – auswertung aller Behandlungsabläufe angestrebte Normierung und Nivellierung werde, so der Kammerpräsident, weder Gesundheit noch Qualität fördern, sondern sei bestenfalls eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Schreibtischtäter.
„Gerade die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist Ihrem Wesen nach auf die Individualität jedes Patienten ausgerichtet. Da ist mit platten Durchschnittsberechnungen keinerlei Qualitätssicherung zu erreichen. Paragrafen haben noch keinen Menschen geheilt“, betont Rumpf.
Anders als in der stationären Behandlung gebe es in der zahnärztlichen ambulanten Versorgung auf den verschiedenen Ebenen lange etablierte und gut funktionierende Qualitätsindikatoren: Zunächst den Patienten, der jede zahnärztliche Maßnahme mitverfolge und auch nachträglich in Augenschein nehmen könne. Zusätzlich bestehe ein effektives Gutachter- und Schlichtungswesen. Angesichts der Erfolge zahnärztlicher Prophylaxe und Therapie sei der um sich greifende Überwachungswahn hinderlich und die freie Beziehung zwischen Arzt und Patient einengend.
Rumpf: „Gerade erst wurde ELENA – der elektronische Entgeltnachweis – wegen ausufernder Kosten, zweifelhaftem Nutzen und ungelöster Datenschutzproblematik gestoppt, da wird der nächste kostspielige Unsinn angeleiert. Wir brauchen so etwas nicht!“





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