Zahnaufhellung live erleben!
>> Jetzt mit Philips ZOOM einen Termin für eine kostenlose Zahnaufhellungs-Schulung ausmachen
ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenPräparationstechnik für die Vollkeramik
Die Materialbeschaffenheit als Grundlage für die Präparationsform – Teil 1
DruckenBrüche sind oftmals „das Aus“ für eine Keramikrestauration. Ein Grund für die Bruchanfälligkeit könnte die Präparationsform sein. Die Autoren des folgenden Beitrags untersuchen anhand von Keramikinlays, welche Formen der Präparation diesem Material entgegenkommen. Sie ziehen neue technische Methoden heran, um die Belastung des Materials in unterschiedlichen Präparationsformen zu untersuchen, und stellen u. a. fest, dass für den Werkstoff Keramik beispielsweise einfache, runde Formen besser geeignet sind als komplizierte, eckige Formen.

Abb. 1: Cerec 1 – Mark I Inlays, 15 Jahre nach Insertion1.
Beiträge zum Thema
Aufgrund der in den vergangenen Jahren zügig vorangegangenen Entwicklung in der Materialkunde, v. a. im Bereich der vollkeramischen Werkstoffe, ist es wichtig, die Präparation den neuen Gegebenheiten anzupassen. Die derzeitige Lehrmeinung sieht für die Präparation von vollkeramischen Restaurationen eine Modifikation der Standardpräparation für metallische bzw. metallkeramische Restaurationen vor: eine Kastenpräparation mit gerundeten Kanten, die eine mechanische Retention unterstützt. Doch unterschiedliche Materialien benötigen unterschiedliche Präparationsrichtlinien, um klinische Misserfolge zu vermeiden. Und vollkeramische Werkstoffe weisen gänzlich andere Materialeigenschaften auf als herkömmliche Werkstoffe zur prothetischen Versorgung. Im Gegensatz zu metallischen Materialien ist Keramik ein hochgradig sprödes Material, das keinerlei Fähigkeit zur plastischen Verformung bei mittleren Temperaturen besitzt8. Allein aus diesem Grund ist es angebracht, traditionelle Präparationstechniken, die ihren Ursprung in einer Zeit hatten, als Gold tatsächlich noch der Goldstandard war, zu überdenken.
Das Präparationsdesign klassischer Metallrestaurationen
Bei der Entwicklung klassischer Restaurationen stand die Notwendigkeit, laborgefertigte Versorgungen dauerhaft im Mund der Patienten zu integrieren, im Vordergrund. Da es noch keine Haftvermittler im heutigen Sinne gab, mussten andere Methoden gefunden werden, um restaurative Arbeiten für eine vertretbare Dauer zu integrieren. Man versuchte überzeugende Langzeitergebnisse zu erzielen, indem man eine möglichst starke mechanische Retention mithilfe des Präparationsdesigns anstrebte. Als die Vollkeramik Mitte des vergangenen Jahrhunderts eingeführt wurde, wurden die gewohnten Präparationsgeometrien übernommen – und teilweise modifiziert. Dabei wurde aber nicht hinterfragt, ob diese Geometrien für vollkeramische Restaurationen überhaupt geeignet sind und dem Material entsprechen.
Beurteilung von Erfolgsraten anhand einer Langzeitstudie
Im Folgenden nehmen wir eine klinische Langzeituntersuchung an der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Graz als Basis zur Beurteilung der unterschiedlichen Erfolgsraten von Vollkeramikrestaurationen1. Im Zeitraum von 1988 bis 1990 wurden 358 Zwei- und Dreiflächeninlays aus unterschiedlichen Materialien gefertigt und integriert. Sie wurden in einer klinischen Langzeitstudie hinsichtlich ihrer Komplikationswahrscheinlichkeit und ihrer Überlebensraten untersucht und miteinander verglichen. Die Restaurationen wurden auf folgende Parameter untersucht und einem Status zugeordnet:
- Verlust oder totaler Bruch der Restauration
- partieller Bruch der Restauration oder des Zahnes
- Desintegration des Befestigungsmediums
- Karies
- Vitalitätsverlust
Folgende Systeme kamen bei den Goldinlays und den laborgefertigten bzw. computergefrästen Keramikinlays zur Anwendung: Dicor® (Dentsply DeTrey, Konstanz), Optec® (Sirona Dental Systems, Bensheim), Hi-Ceram® (Vita Zahnfabrik, Bad Säckingen), Du-Ceram® (Degudent, Hanau), Cerec 1® (Sirona; Vita Mark I®), Degulor C® (Degudent; Goldinlay); Befestigung: adhäsive Fixation. Die Goldinlays (Degulor C®) der Kontrollgruppe wurden mit Zinkphosphatzement befestigt.
Sämtliche Inlaygruppen waren über 15 Jahre im Mund der Patienten. Die Technologiegruppen wurden mit dem Logrank-Test und der Kaplan-Meier-Überlebensanalyse bezüglich der Verweildauer – mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % – miteinander verglichen.
Partielle Frakturen von Schmelz, Karies und Vitalitätsverluste traten in allen Technologiefamilien auf. Partielle und totale Brüche sind bei den Laborkeramiken die häufigste Komplikation. Devitale Zähne zeigten im Logrank- Test sowohl bei den Cerec-Inlays (p = 0,037) als auch im Vergleich aller Gruppen signifikant schlechtere Ergebnisse als vitale Zähne. Hochverdichtete, industriell gefertigte Keramik weist keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Überlebensraten im Vergleich zur Kontrollgruppe (Degulor C®) auf (p < 0,05). Im Beobachtungszeitraum von 15 Jahren zeigten Inlays aus industriell gefertigter, hochverdichteter Keramik mit 93 % signifikant höhere Überlebensraten als individuell hergestellte Laborkeramikinlays (68 % intakte Inlays) (Abb. 1–6)1.
Daraus ergibt sich einerseits die Frage, aufgrund welcher Bedingungen Keramikinlays brechen, und andererseits die Frage, wie die Rahmenbedingungen geändert werden müssen, um zu einer höheren Resistenz des Restaurationskörpers zu kommen.
Präparation als Erfolgsfaktor
Im Wesentlichen kann die Resistenz des Restaurationskörpers über drei Faktoren gesteuert werden. Die Erhöhung der Festigkeit kann erfolgen durch Verbesserung
- der Materialeigenschaften (z. B. Disilikatkeramik),
- des Verbundes (Befestigungsmethode = Klebesystem),
- der Konstruktion (Präparationsdesign).
Wir wollen uns im Folgenden speziell auf den Punkt der Konstruktion konzentrieren, die primär über das Design der Präparation beeinflusst wird. Möglicherweise liegt der Grund für das typische Versagensmuster von zwei- und dreiflächigen Inlays in der bis dato gewählten Präparationsart. Aufgrund der adhäsiven Eingliederung erscheint es nicht notwendig, eine Retentionsform bei der Präparation zu erzielen. Vielmehr sollten Präparationsformen bevorzugt werden, die die Materialeigenschaften von Keramik positiv beeinflussen. Die Präparationen sollten keine Spannungsspitzen aufweisen, Kerbspannungen, plötzliche Querschnittsveränderungen und Ecken sowie scharfe Kanten vermeiden. Einfache Formen und fertigungsgerechte Vermassung sollten angestrebt und Zugspannung konstruktiv in Druckspannungen umgewandelt werden2,3,4 (s. auch Ergebnisse der Finite-Elemente-Methode). Trotz der erfolgreichen Langzeitergebnisse im Bereich der vollkeramischen Teilrestaurationen gilt es, aus den aufgetretenen Misserfolgen die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Der Bruch von Keramik kann unterschiedliche Gründe haben:
- Fehler in der Keramik: laborgefertigte Keramik vs. industriell gefertigte Keramik
- Fehler im Klebeverbund: Anwendungsfehler beim adhäsiven Integrieren der vollkeramischen Restauration
- Fehler in der Präparation: keine keramikgerechte Präparation
Die Industrie versucht über immer härtere und leistungsstärkere Keramiken und Verbundsysteme das Misserfolgsrisiko zu minimieren. Anhand zahlreicher Belastungsuntersuchungen, mathematischer Berechnungen und werkstoffspezifischer Eigenschaften von Dentalkeramiken konnten Parameter für die Präparation definiert werden, welche auf das Material abgestimmt sind und noch bessere Langzeitergebnisse erwarten lassen.
Lesen Sie weiter:
Die Materialbeschaffenheit als Grundlage für die Präparationsform – Teil 2
Mehr zu diesem Thema
Literaturverzeichnis
- Arnetzl, G.: Different ceramic technologies in a clinical long-term comparison. State of the Art of CAD/CAM Restorations. 65-72. 20 Years CEREC Anniversary Symposium; Mae 17-18, 2006; Berlin. ISBN: 1-85097-164-1
- Arnetzl, G. V., Arnetzl, G.: Design of preparations for all-ceramic inlay materials. Int J Comput Dent. 2006; 9(4): 289-298
- Arnetzl, G., Arnetzl, G. V.: Konstruktionsüberlegungen für industriell hergestellten vollkeramischen Zahnersatz. Digital Dental News. 2007; 1. Jahrgang (Juli): 48-52
- Arnetzl, G.: CAD/CAM paving the way for modern all-ceramic application in the dental practice. Int J Comput Dent. 2007; 10(1): 105-107
- Arnetzl, G. V., Falkensammer, F., Arnetzl, G., Bratschko, R. O.: Bruchlastuntersuchung von vollkeramischen Inlays in Abhängigkeit von der Präparationsform. Z Stomatol 104. 5(7): 144-145
- Lutz, F., Krejci, I., Barbakow, F.: Quality and durability of marginal adaptions bonded composite restorations. Dent Mater 1991; (7): 107-113
- Güss, P. C.: Einfluss unterschiedlicher Präparationsformen auf die Überlebensrate und Bruchfestigkeit vollkeramischer Prämolarenteilkronen. Universitätsklinik für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 2003
- Verband der Keramischen Industrie e. V.: Brevier Technische Keramik. Selb: Selbstverlag, 2003: 160-173











Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.