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DruckenEine sichere Indikationsstellung zusammen mit einem Kosten-Nutzen orientierten Behandlungsaufbau sind die Kernbausteine einer erfolgreichen Parodontalbehandlung. Dem Zahnarzt sollte stets bewusst sein, welche Behandlungsoptionen verfügbar sind, und wie er sie voneinander abgrenzen muss. Der nachfolgende Beitrag stellt eine praxisgerechte Parodontologie mit den resultierenden Kosten vor.

Abb. 1: Ein systematisch durchorganisierter Behandlungsablauf mit Einhaltung von Reaktions- und Ausheilzeiten bietet die beste Gewähr für eine erfolgreiche Parodontalbehandlung und damit eine gesicherte Patientenbindung.
Beiträge zum Thema
Fortschritte in der Forschung, Wissenschaft und Industrie schaffen Innovationen für die Praxis und bilden gemeinsam mit der zahnärztlichen Erfahrung die Grundlage für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient. Bei stetig steigendem Kostendruck verursachen die zahlreichen Publikationen, neuen Stellungnahmen und wachsenden Informationsangebote in Presse und Fachzeitschriften allerdings eine zunehmende Verunsicherung in der Wahl der richtigen Therapie, sowohl bei Zahnärzten als auch bei dem selbstzahlenden Patienten. Denn trotz ständiger Fortbildung sind aufgrund der vielschichtigen Anforderungen im Praxisalltag die fachlichen Weiterentwicklungen am Patienten nicht immer umsetzbar, insbesondere bei speziellen Fragestellungen in der Parodontologie. Zur erfolgreichen Durchsetzung des Zahnarztes im Markt bedarf es bei der heutigen Pluralität der Therapieangebote eines strukturierten Vorgehens am Patienten.
Praxisgerechte Parodontalbehandlung
Die fachlichen Weiterentwicklungen in der Parodontologie vollziehen sich in drei Teilbereichen:
- minimal-invasive Behandlung (nichtchirurgische Therapie)
- ästhetische Parodontaltherapie (Rezessionsdeckung und Vollkeramik)
- regenerative Behandlung (Knochentaschenchirurgie).
Die Integration dieser Bereiche in das Praxiskonzept ist eine Aufgabe der modernen Zahnmedizin, die für den Zahnarzt von heute selbstverständlich ist. Sie bringt Abwechslung in die Routine für das gesamte zahnärztliche Team. Dabei stehen virtuelle und reelle Behandlungsverfahren eng nebeneinander. Die Verführung zur Fortbildung ist nachhaltig, die Nettoeffekte für die Praxis aber selten realisierbar, sowohl finanziell als auch fachlich. Spektakuläre operative Therapieangebote sind Marketingaktionen, die nur selten die Bedürfnisse der Patienten treffen.
Eine Profitmaximierung durch „neue Technologien“, wie sie durch die Medien und die Industrie oftmals propagiert wird, betrifft weniger als 5 Prozent aller Behandlungsindikationen1. Bevor es sich lohnt, spezielle Detailkenntnisse in der operativen Defektrekonstruktion, dem Gewebemanagement und der Wundheilung zu erlernen und umzusetzen, bedarf es, analog zur Medizin, neben einer langjährigen Erfahrung einer genauen Kenntnis und Beachtung der Indikationsstellung. Obwohl es in der Parodontologie zahlreiche kontrollierte Studien und evidenzgesicherte Untersuchungen zur Therapiewahl gibt2-8, unterliegt die „richtige“ Therapie in der Praxis zusätzlich finanziellen und bedarfsorientierten Eckpunkten.
Als Kernleistungen des Zahnarztes im Rahmen einer umfassenden Parodontalbehandlung erwarten Patienten Beratungs- und Therapiesicherheit. Um in den drei Teilbereichen der Parodontologie eine Planungs- und damit auch persönliche Sicherheit (Standing) zu erlangen, ist die Kenntnis folgender
A. Richtige Behandlungsplanung:
Konsequente Organisation der Behandlung mit Kostenbewusstsein für das Therapieangebot. Vor- und Nachteile der Behandlung müssen erklärt werden. Der Patient fühlt sich sonst unzureichend beraten. Bei Planung einer Überweisung zum Spezialisten sollte man die Preise kennen, um den Patienten informieren zu können (Abb. 1 u. 2).
B. Sichere Indikationsstellung für:
- PAR-VB und PZR: Die Inhalte der parodontalen Vorbehandlung (PAR-VB) unterscheiden sich erheblich von der einfachen professionellen Zahnreinigung (PZR). Dies findet Niederschlag in der Durchführung, dem Zeitaufwand und den Kosten. Die PAR-VB ist komplexer und damit teurer.
- Nichtchirurgische Therapie: Die beste Basis für alle Patienten. Danach entwickelt sich eine Eigendynamik zwischen Zahnarzt und Patient. Je nach Sympathie und Wellenlänge (Mögefaktor), Erkenntnisstand und finanzieller Bereitschaft des Patienten erfolgt meist der Einstieg in die Ästhetik (Wunsch nach schönen Zähnen). Full Mouth Disinfection ist selten notwendig, nur dann, wenn man kein mundhygienisches Intensivprogramm anbietet. Nachteile wie CHXStaining auf Kompositfüllungen, Schleimhäuten, Inaktivierung von Fibroblasten bei Regenerationsbehandlung und Geschmacksstörungen sollte man kennen (Abb. 3).
- Parodontalchirurgie: Mit chirurgischen Maßnahmen zurückhaltend sein. Falls die Notwendigkeit einer chirurgischen Maßnahme besteht, sollte man bereits in der Therapiebesprechung darauf hinweisen. Anfangssondiertiefen von > 6 Millimetern sind immer kritisch!
Patienten honorieren es, wenn man sich Mühe mit der minimalinvasiven Behandlung gibt und damit die OP vermeidet, beispielsweise durch unterstützende subgingivale Mundspülungen zur Keimzahlverminderung, Lupenbrilleneinsatz oder Laseranwendung bei leichten Formen der Parodontitis (schriftliche Vergütungsvereinbarung gemäß § 2 GOZ Absatz 3). Die Laserbehandlung führt zu einer Narbenbildung im Bindegewebe, was die frühe postoperative Ausheilung erleichtert und klinisch zu einer Festigung der Gingiva beiträgt. Der praktische Nutzen der PAR-OP für den Patienten besteht in einer Vereinfachung der täglichen Mundhygiene. - Extraktion/Implantation: Frühzeitige Planung schon bei Erstuntersuchung, der Patient wird sonst verunsichert. Zunächst sollte man den Zahnerhalt ansprechen, dabei jedoch die eigenen Grenzen kennen und berücksichtigen. Furkationsbeteiligte Molaren sind immer kritisch9. Wünscht der Patient einen festen Biss und ist er zum Recall kaum bereit, sind einfache Implantationen sicherer als aufwendiges „Furkationsmanagement“.
- Ästhetische Therapie: Wunsch nach Wurzeldeckung erfragen. Meist sind junge Patienten mit singulären Rezessionen in der Unterkieferfront nach kieferortho pädischer Behandlung (Abb. 4) oder im Oberkiefer- Eckzahnbereich daran interessiert. Putzläsionen und Habits (Fingernagelsyndrom) beachten, familiäre Disposition (Eltern, Geschwister) herausfinden. Parodontalpatienten haben häufig interdentale Dunkelfelder und benötigen einen vollkeramischen Ausgleich.
C. Gezielte Anamnese:
Bei Neupatienten ist die strukturierte Erhebung der Anamnese der beste Einstieg in das Gespräch, das Anamnese-Update dient bei Recallpatienten auch als Warming-up. Die Anamnese gliedert sich in drei Abschnitte, die bei klinischer Routine in kurzer Zeit bewältigt werden können. Es sollte selbstverständlich sein, sie für das gesamte Team im Praxis-PC zu dokumentieren.
Lesen Sie weiter:
Indikationsgerechte Parodontologie – Teil 2
Lesen Sie weiter:
Indikationsgerechte Parodontologie – Teil 3
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Literaturverzeichnis
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