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Sofortbelastung von Keramikimplantaten im zahnlosen Oberkiefer – Ein klinischer Fallbericht – Teil 2
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Abb. 6: Z-Look3 Implantattypen: links das verwendete Z3-411-Implantat.
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Chirurgisches Vorgehen
Wir haben uns im Team für die Verwendung von Z-Look3 Implantaten entschlos sen, um eine optimale Primärstabilität und größtmögliche prothetische Flexibilität zu erreichen (Abb. 6). Die Implantate dieses Systems bestehen aus einem hochstabilen Zirkonoxid-Typ (Y-TZP-Bio- HIP) mit einer Biegefestigkeit, die um ein Vielfaches höher ist als bei herkömmlich verwendetem Titan4. Z-Look3 Implantate besitzen ein selbstschneidendes Gewinde, was die Primärstabilität deutlich verbessert. Das Abutment mit einer breiten Implantatschulter ist beschleifbar wie ein natürlicher Zahn und ermöglicht die Kompensierung von Divergenzen bis zu 20 Grad. Eine 2 bis 4 mμ raue (sandgestrahlte) Oberfläche sorgt für eine sichere Osseointegration. Das Implantatsystem besitzt darüber hinaus die Zulassung für alle Indikati onen beim zahnlosen oder teilweise zahnlosen Patienten.
Die chirurgische Therapie erfolgte auf Wunsch der Patientin in Narkose. Zur Reduktion der Blutungsneigung wurde zusätzlich ein adrenalinhaltiges Lokalanästhetikum (Ultracain® D-S forte, Aventis Pharma, Frankfurt am Main) injiziert. Nach leicht palatinal versetzter crestaler Schnittführung von regio 16 bis regio 26 erfolgte eine begrenzte Präparation des vestibulären Mukoperiostlappens, um eine zusätzliche visuelle Kontrolle der dreidimensionalen Implantatposition zu ermöglichen. Hierbei wurden spezielle chirurgische Hilfsinstrumente aus spritzgegossenem Zirkonoxid verwendet (Abb. 7). Nachdem der korrekte Sitz der Bohrschablone kontrolliert worden war, wurde diese palatinal durch zwei Osteosyntheseschrauben fixiert (Abb. 8).
Danach erfolgten Pilotbohrungen an allen acht Implantatpositionen mit einem Spiralbohrer (Ø 2,3 mm) bis zur endgültigen Aufbereitungstiefe (Abb. 9). Nach Entfernung der Bohrschablone erfolgte die weitere Implantatbettpräparation gemäß des Aufbereitungsprotokolls ebenfalls mit Spiralbohrern bis zum endgültigen Durchmesser von 3,25 Millimetern und einer Bohrtiefe von 13 Millimetern zur Insertion von acht Z3-411- Standardimplantaten. Zum Schluss wurde die Kortikalis zur Aufnahme der erweiterten Implantatschulter mit dem entsprechenden Counter Sink präpariert. Die Bohrer aus einer abriebfesten ATZ-Hochleistungskeramik wurden bei einer Umdrehungszahl von 400 – 800 U/min unter reichlich Kochsalzkühlung angewendet. Der optionale Gewindeschneider wurde aufgrund der Knochenqualität der Klasse 3 nicht verwendet17. Vor der Insertion der Implantate erfolgte noch eine letzte visuelle Kontrolle der Implantatpositionen bei eingesetzter Bohrschablone. Danach wurden acht Z3-411-Zirkonox id-Implantate (Durchmesser = 4 mm, Schulterdurchmesser = 6 mm, variable Versenktiefe 11,5–13 mm) in einem berührungsfreien Vorgehen mit dem Winkelstückadapter eingesetzt (Abb. 10). Abschließend erfolgte die optimale Anpassung der variablen Versenktiefe jedes Implantates an seine zirkuläre Knochenkontur mithilfe der Drehmomentratsche (Abb. 11). Alle Implantate erreichten dabei eine Primärstabilität von 40 Ncm18,19. Die Wundränder innerhalb der befestigten Mukosa wurden im Bereich der Implantataufbauten vestibulär und palatinal leicht halbmondförmig exzidiert und um die Abutments herum mit einem Polyamidfaden vernäht (Dafilon 4/0, Aesculap, Tuttlingen) (Abb. 12).
Das Langzeitprovisorium
Anhand des diagnostischen Wax-ups wurde präoperativ ein hohlgeschliffenes Langzeitprovisorium („Eierschalenprovisorium“) hergestellt (Abb. 13), zu dessen Aufnahme die Implantataufbauten zuvor entsprechend gekürzt und zum Ausgleich von Divergenzen beschliffen werden mussten (Abb. 14). Dies erfolgte drucklos mit einem Rotring-Diamanten (Körnung 46 mμ) bei ausreichender Wasserkühlung (50 ml/min) und maximaler Drehzahl (40.000 U/min). Entsprechende werkstoffwissenschaftliche Untersuchun gen (FDA-Zulassungs-Nr. K062542) haben gezeigt, dass die Belastungsfähigkeit der Keramik bei diesem Vorgehen nicht beeinträchtigt wird.
Das aus einem glasfaserverstärkten Polyamidgerüst bestehende Provisorium wurde mit einem geeigneten Kunststoff unterfüttert (Acrytemp, Zhermack, Italien) und nach der Ausarbeitung mit einem provisorischen Zement (Fynal, DENTSLPLY DeTrey, Konstanz) direkt auf den Abutments befestigt (Abb. 15). Wir haben uns entschlossen, die zunächst aus kosmetischen Gründen angehängten Freiendbrückenglieder zum Ersatz der Zähne 16 und 26 zur Vermeidung extraaxialer Belastungen vor dem Zementieren noch abzutrennen. Abschließend erfolgte die Kontrolle der statischen und dynamischen Okklusion. Durch die polygonale Verblockung über das Brückenprovisorium wurden die Implantate sicher vor auftretenden Mikrobewegungen geschützt. Unserer Meinung nach stellte diese Schutzmaßnahme hier die wirkungsvollste Konstruktion dar. Zur Dokumentation wurde ein postoperatives OPG angefertigt (Abb. 16).
Der Patientin wurde ein Analgetikum (Ibuprofen 600 mg) und zur Infektionsprophylaxe ein Antibiotikum (Amoxicillin 750 mg) für die Dauer von fünf Tagen verordnet. Einer Keimbesiedelung im Wundgebiet wurde durch Spülung mit einer chlorhexidinhaltigen Lösung (0,2 %) vorgebeugt. Neben einer allgemeinen Aufklärung wurde die Patientin darüber informiert, dass für eine erfolgreiche Einheilung jegliche Belastung des Provisoriums vermieden werden muss! Bei der Nahtentfernung nach zehn Tagen stellten sich die Wundverhältnisse reizlos dar. Die Okklusion und der korrekte Sitz des Provisoriums wurden im Rahmen regelmäßiger Nachkontrollen während der Einheilphase überprüft (Abb. 17).
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Sofortbelastung von Keramikimplantaten im zahnlosen Oberkiefer – Ein klinischer Fallbericht – Teil 3
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