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Raucherentwöhnung mittels Hypnose – Teil 2
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Abb. 2: Trance mit kataleptischer Handlevitation.
Beiträge zum Thema
Ablauf der Behandlung
Eine Raucherentwöhnung beinhaltet drei Sitzungen. Im Vorgespräch mit persönlicher und Familienanamnese werden neben den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Patienten, auch Weltbild und Kindheit erfragt. Dann wird eine spezielle Anamnese zur Raucherentwöhnung gestellt (Anamnesebogen). Nach diesem halbstündigen Vorgespräch gebe ich die Empfehlung, zwei Tage vor der Therapie nicht zu rauchen. Wenn der Patient das nicht schafft, sollten Anzahl der Zigaretten und Zeitpunkt des Rauchens notiert werden. Außerdem empfehle ich, die Wohnung rauchfrei zu machen: die Aschenbecher zu leeren und zu überlegen, was mit den letzten Zigaretten geschehen soll. Werden sie aufbewahrt, vernichtet, oder verschenkt? Es ist ratsam, Neues mir Ritualen zu besetzen. Dadurch lernt das Unterbewusstsein schneller.
In Hypnose kann nur das verstärkt werden, was der Patient auch selbst möchte – so wie ein Vergrößerungsglas nur das vergrößern kann, was unter der Lupe vorhanden ist. Der Patient sollte wissen, dass er diesen Prozess auch bewusst unterstützen muss. Darauf folgt eine Therapiesitzung von 45 bis 60 Minuten. Um den Patienten in Trance zu versetzen, benötigen wir eine Induktion (Abb. 1).
Wir unterscheiden direkte und indirekte Induktionsmöglichkeiten:
Klassische Hypnose
- direkt, führend/befehlend
- systemorientiert
- Suggestivtherapie
- Veränderung durch Suggestionen
Moderne Hypnose
- indirekt und permissiv
- eher ursachenorientiert
- emotionale Therapie
- Veränderung durch Ressourcenorientierung
Die direkten, also befehlenden Induktionen, die von Sigmund Freud propagiert wurden, sind sehr schnelle Induktionsmöglichkeiten. Diese sind angebracht bei Kindern oder auch bei phobischen Erwachsenen. Ein Patient, der zitternd vor Angst auf dem Behandlungsstuhl sitzt, braucht direkte Anweisungen, weil sie ihm Sicherheit geben. Bei Menschen, die sehr selbstbestimmend sind, regt sich bei diesen „Befehlen“ häufig ein innerer Widerstand. Wohl aus diesem Grund musste Freud feststellen, dass Hypnose nach seiner Methode nur bei ca. 30 % der Menschen wirkt.
Durch die moderne Hypnose, die durch Milton Erickson in Amerika in den 1960er Jahren propagiert wurde, erreichen wir fast alle Menschen. Dem Patienten werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, er bleibt selbstbestimmend. Niemand kann gezwungen werden, Dinge zu tun, die er im Wachzustand ablehnen würde. Der Patient behält zu jedem Moment der Hypnose die Kontrolle. Er ist in der Lage, die Trance jederzeit abzubrechen.
Für die Raucherentwöhnung halte ich eine Mischung aus direkter und indirekter Methode für angezeigt. Es ist nicht empfehlenswert, rein autoritär zu arbeiten. Welcher Jugendliche hört schon mit dem Rauchen auf, weil man es ihm verbietet? Im Gegenteil, es kann gerade durch das Verbot zu Trotzreaktionen als Mittel zur Abgrenzung gegen das Elternhaus kommen. Vielmehr sollte kein Widerstand hervorgerufen werden.
Zudem arbeite ich nicht aversiv, das heißt, ich suggeriere nicht, dass Zigarettenrauch eklig schmeckt und Übelkeit hervorruft. Dies könnte nach der Therapie zu gesundheitlichen Schäden führen, da wir in unserer Gesellschaft immer wieder mit Rauchern konfrontiert werden. Ich gebe die Anweisung, dass es dem Patienten völlig egal ist, wenn andere rauchen; es könne sich nur ein Mitgefühl für andere zeigen, die es noch nicht geschafft haben. Dennoch suggeriere ich, dass ihm sofort schwindlig und übel wird, wenn er auch nur eine Zigarette an seinen Mund führt.
Mit dem Unterbewusstsein kommunizieren
Mark Twain hat einmal gesagt: „Nichts ist leichter, als das Rauchen aufzugeben. Ich habe es 134-mal geschafft.“ Dieses Phänomen erleben wir bei allen Patienten, die unbedingt mit dem Rauchen aufhören wollen. Sie versuchen es immer wieder, zum Jahreswechsel oder anderen wichtigen Daten in ihrem Leben: Immer wieder der gute Vorsatz, es wirklich zu wollen, gefolgt von dem Gefühl des Versagens, es wieder nicht geschafft zu haben.
Was können wir also tun, wenn der Verstand sagt: „Ich will nicht mehr“, aber diese inneren Kräfte uns davon abhalten? Ganz einfach: Während der Trance bitten wir die inneren Kräfte, um ihr Einverständnis. Das Unterbewusstsein kann natürlich nicht mit Worten antworten, sondern nur nonverbal.
Der Therapeut kann über ideomotorische Bewegungen erkennen, ob das Unbewusste sein Einverständnis gegeben hat. Ideomotorische Bewegungen sind unwillkürliche Körperbewegungen, die völlig autonom erfolgen. Dazu zählt auch das unbewusste Kopfnicken, in unserem Kulturkreis ein Zeichen für ein Ja, und das unbewusste Kopfschütteln für ein Nein. Beide sind für den Zahnarzt einfach und schnell zu installieren. Zu den völlig autonomen Zeichen gehören die kataleptische Handlevitation sowie die Fingersignale für „ja“, „nein“ und „ich weiß nicht“ (Abb. 2).
Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, auf der therapeutischen Ebene diese Signale zu installieren, da sie in der Tat völlig unbewusst ablaufen. Das Unbewusste kann in großer Geschwindigkeit sortieren und ordnen; es spürt Authentizität. Und wenn es sein Einverständnis für etwas gegeben hat, was die Person schon lange bewusst wollte, ist das Problem in der Regel gelöst. Immer wieder berichten Patienten, wie sehr sie sich in der Trance darüber gewundert hätten, dass sich ihre Hand tatsächlich ohne eigenes Zutun emporgehoben habe. Das Einverständnis vom Unterbewusstsein mit dem bewussten Verstand bezeichnen die Psychologen als die Integration von Körper und Geist. Auf diese Art und Weise behandele ich Patienten ohne Angst, ohne Anästhesie und ohne Würgereiz.
Bei der Raucherentwöhnung gebe ich dem Patienten eine Zigarette in die bevorzugte Raucherhand. Wenn diese von allein fällt, ist das Suchtproblem gelöst (Abb. 3–5). Durch die Integration des Archetypus der Liebe gibt es auch keine Suchtverlagerung, z. B. in ein ungezügeltes Essverhalten. Die Angst davor, dicker zu werden, hält bekanntlich viele Menschen davon ab, das Rauchen aufzugeben
Nachdem diese Aspekte bearbeitet sind, wird das Unterbewusstsein befragt, ob es noch einen Teil gibt, der einen Nachteil sieht, falls das Rauchen für immer aufgegeben wird (positiver Krankheitsgewinn). Falls ja, wird dieser Teil befragt. Wenn er sich nicht meldet, „möge er schweigen für immer“ (Worte, die sonst bei einer Trauung fallen). Zum Abschluss der Therapiesitzung gebe ich, falls erforderlich, direkte Anweisungen in Form eines posthypnotischen Auftrags für den Fall, dass der Patient an Zigaretten denken wird. Sollte der Patient auch weiterhin Schwierigkeiten mit der Entwöhnung haben, können diese in einem Nachgespräch (dritte Sitzung) behandelt werden.
Die oben beschriebene Abfolge zeigt beispielhaft die Struktur eines Therapieverlaufs. Doch jede Therapie verläuft individuell und damit ein wenig anders. Die Durchführung einer Trance erlernt man am besten in Workshops, die von der DGZH (Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Hypnose) durchgeführt werden.
Abrechnung
Ein Raucher, dem es mit unserer Hilfe gelingt, diese leidvolle Gewohnheit in nur einer Sitzung aufzugeben, ist bereit, die Summe zu zahlen, die von ihm gefordert wird (300–500 Euro). Für ihn stellt dies eine Investition in seine Gesundheit, in die Zukunft dar, die sich in kürzester Zeit amortisiert: Das Geld hat er ja in kurzer Zeit wieder eingespart. Häufig sind Anreise- und Übernachtungskosten bedeutend teurer als die Therapie.
Wie wird Hypnose empfunden?
Hypnose wird individuell sehr unterschiedlich erfahren. Eine typische Reaktion ist dabei die folgende. Patientin: „Ich bin sehr beeindruckt: Zum einen habe ich das Gefühl, ich war immer da. Aber es muss wohl was anderes passiert sein, ich rauche ja nicht mehr. (...) Und zwar so, dass es mir völlig egal ist, ob mein Mann raucht oder nicht (...) Und das wäre vorher undenkbar gewesen.“
Viele Patienten erleben eine Befreiung auf mehrfacher Ebene, wobei das ehemalige Rauchen offenbar das geringste Problem darstellte. Für uns Zahnärzte ist die Raucherentwöhnung mittels Hypnose eine sinnvolle Erweiterung unseres Leistungsspektrums, die sich finanziell lohnend, erfolgreich und befriedigend gestaltet.
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Raucherentwöhnung mittels Hypnose – Teil 1
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Literaturverzeichnis
- Gilligan, Stephen G: Liebe Dich selbst wie deinen Nächsten, Carl-Auer-Systeme Verlag, 1999.
- Gilligan, Stephen G: Therapeutische Trance, Carl-Auer, 2. Auflage, 1995.
- Hark, Helmut: Lexikon Jungscher Grundbegriffe, Walter Verlag, 4. Auflage, 1998.
- Hasselmann, Varda, Schmolke, Frank: Archetypen der Seele, Goldmann-Verlag, 3. Auflage, 1999.
- Jung, C. G: Archetyp und Unbewußtes, Grundwerk C. G. Jung, Band 2, Walter Verlag, 5. Auflage, 1996.
- Samuels, A., Lukan, E: Im Einklang mit dem inneren Kind, Herder-Verlag, 11. Auflage, 2008.
- Schäfer, Ingo, Krausz, Michael: Trauma und Sucht, Klett-Cotta-Verlag, 2006.
- Schmierer, A: Einführung in die zahnärztliche Hypnose, Quintessenz Verlag, Berlin, 2000.
- Schweizer, Cornelie C: Vom blauen Dunst zum frischen Wind, hypnotherapeutische Raucherentwöhnung in 5 Sitzungen, Carl-Auer., 1. Auflage, 2009.
- Servan-Schreiber, David: Die Neue Medizin der Emotionen, Goldmann-Verlag, 12. Auflage, 2006.
- Aussöhnung mit dem inneren Kind / Chopich, Erika J. / Paul, Margaret, 5. Auflage 2009, Ullstein Verlag.
- Quelle WHO vom 7. 2. 2010. www.who.int









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