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ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenOperative Entfernung des Torus palatinus: Ein Fallbericht
DruckenDer Torus palatinus ist ein benigner Knochentumor im Bereich der medianen Gaumennaht, der traditionell aus prothetischen Gründen, bei selteneren, ausgeprägten Formen auch aufgrund einer Beeinträchtigung beim Sprechen und Kauen oder auch aus psychischen Gründen entfernt wird. Nachfolgend wird die operative Enfernung des Torus palatinus in den einzelnen Schritten anhand eines klinischen Falles erläutert.

Abb. 1: Klinische Ausgangssituation.
Knöcherne Auftreibungen des Ober- und Unterkiefers werden seit Langem in der Literatur beschrieben und treten in den meisten Fällen als Torus palatinus bzw. als Torus mandibularis in Erscheinung5. Als Torus palatinus wird dabei eine Hyperostose im Bereich der medianen Gaumennaht, die sich nach der Mundhöhle entwickelt, bezeichnet6.
Die Inzidenz dieses nicht pathologischen, benignen Knochentumors in der Bevölkerung wird mit etwa 30 % recht hoch angegeben5. Allerdings ist der Ausprägungsgrad des Torus palatinus sehr variabel. Werden post mortem Schädel untersucht, zeigt sich eine noch höhere Inzidenz, da oftmals durch die bedeckende Schleimhaut kleinere Exostosen klinisch nicht festgestellt werden5. Frauen sind beim Torus palatinus im Gegensatz zum Torus mandibularis häufiger betroffen als Männer1,2. Das Geschlechterverhältnis beträgt etwa 2:1. Unabhängig hiervon werden Exostosen gehäuft in der Altersgruppe von 35 bis 65 Jahren angetroffen2. Auch ein vermehrtes Auftreten bei Patienten unter Phenytoin-Therapie wurde beschrieben7.
Die Indikation zur Entfernung eines Torus palatinus ergibt sich traditionell aus prothetischen Gründen, bei selteneren, ausgeprägten Formen kann sich eine Indikation zur Beseitigung des Torus palatinus durch Beeinträchtigung beim Sprechen und Kauen5 oder auch aus psychischen Gründen (Fremdkörpergefühl, Kanzerophobie) ergeben.
Falldarstellung
Anamnese und klinischer Befund
Eine 60-jährige Patientin wurde überwiesen mit der Bitte um Abklärung des unklaren Gaumenbefundes. Die erhobene Anamnese sowie die in Augenscheinnahme der mitgebrachten, aktuellen Panoramaschichtaufnahme ergaben Auffälligkeiten. Die klinische Inspektion und Palpation zeigte das typische Erscheinungsbild eines Torus palatinus (Abb. 1)8. Die Patientin berichtete, diese Vorwölbung vor 10 Tagen erstmalig bemerkt zu haben, und dass sie einerseits über diesen Befund besorgt sei und sich andererseits an diesem sehr störe.
Die Patientin wurde über den nichtpathologischen Charakter des Befundes aufgeklärt und ihr eine Non-Therapie angeraten. Da die Patientin sich bei Wiedervorstellung zwei Wochen später noch stärker an dem Fremdkörpergefühl störte, haben wir uns zu einer chirurgischen Entfernung des Torus palatinus entschlossen.
Chirurgisches Prozedere
Um postoperativ eine Miniplastschiene als Verbandplatte zur Schleimhautadaptation und Blutungsprophylaxe eingliedern zu können und somit der Hämatombildung vorzubeugen3, haben wir präoperativ eine Situationsabformung des Oberkiefers mit Alginat und konfektioniertem Löffel genommen, den Torus auf dem angefertigten Gipsmodell entsprechend radiert und eine Verbandplatte im Tiefziehverfahren hergestellt.
Nach Lokalanästhesie am Foramen palatinum majus beidseits haben wir eine mediane Schnittführung gewählt und nach schonender, subperiostaler Präparation den Knochenwulst exploriert (Abb. 2). Mit der geraden Fräse wurden Sollbruchstellen angebracht und der Knochenwulst mit dem Raspatorium unter dosiertem Krafteinsatz abgesprengt. Zur Sicherung der Diagnose wurden die entnommenen Knochenstücke der routinemäßigen histologischen Aufarbeitung zugeführt (Abb. 3 u. 4) und es erfolgte eine sorgfältige Glättung der verbliebenen Knochenkanten mit der Kugelfräse (Abb. 5) und dem Raspatorium. Die Wundränder wurden adaptiert und mit Einzelknopfnähten vernäht. Zur Abdeckung der Wundfläche wurden ein Tamponadenstreifen zur zusätzlichen Adaptation und die angefertigte Verbandplatte eingegliedert. Adjuvant wurden Antibiotika und Schmerzmittel rezeptiert.
Einen Tag postoperativ erfolgte die Wundkontrolle und eine oberflächliche Reinigung der Wunde. Eine Woche später erfolgte bei reizlosen Wundverhältnissen die Entfernung der Nähte (Abb. 6). Darüber hinaus wurde die Patientin informiert, dass die klinische Verdachtsdiagnose histologisch bestätigt wurde.
Diskussion
Klassischerweise stellt die Beseitigung eines Torus palatinus, genauso wie die Entfernung des Torus mandibularis, eine präprothetische Maßnahme dar4,5,6. Die Indikation ergab sich im vorliegenden Fallbericht hauptsächlich aus dem Patientenanliegen. Der Befund ließ sich ohne weitere Röntgendiagnostik zuverlässig beurteilen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Ausdehnung kann im Einzelfall eine Computertomographie hilfreich sein. In diesem Fallbericht war eine beidseitige Anästhesie am Foramen palatinum majus für eine adäquate Schmerzausschaltung ausreichend. Bei weiter nach anterior reichenden Befunden ist eine zusätzliche Ausschaltung des Nervus nasopalatinus am Foramen incisivum nötig. Bei der operativen Durchführung ist – statt der medianen Schnittführung – auch ein Türflügelschnitt zur Darstellung des Befundes möglich und die Entfernung des Knochens kann alternativ mit dem Knochenmeißel erfolgen4.
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Literaturverzeichnis
- Al Quaran FA, Al-Dwairi ZN. Torus palatinus and torus mandibularis in edentulous patients. J Contemp Dent Pract 2006;7:112-119.
- Antoniades DZ, Belazi M, Papanyiotou P. Concurrence of torus palatinus with palatal and buccal exostoses: case report and review of the literature. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod 1998;85:552-557.
- Blakemore JR, Eller DJ, Tomaro AJ. Maxillary exostosis. Oral Surg Oral Med Oral Pathol 1975;40:200-204.
- Hausamen JE, Schliephake H. Präprothetische Chirurgie. In: Zahnärztliche Chirurgie. Hrsg.: Schwenzer N, Ehrenfeld M, Thieme, 2000, Stuttgart.
- Raldi FV, Nascimento RD, Sá-Lima JR, Tsuda CA, de Moraes MB. Excision of an atypical case of palatal bone exostosis: a case report. J Oral Sci 2008;50:229-231.
- Rheinwald U. Zahnärztliche Chirurgie. Johann Ambrosius, 1958, München.
- Sasaki H, Ikedo D, Kataoka M, Kido JI, Kitamura S, Nagata T. Pronounced palatal and mandibular tori observed in patient with chronic phenytoin therapy: a case report. J Periodontol 1999;70:445-448.
- Tran KT, Shannon M. Images in clinical medicine. Torus palatinus. N Engl J Med 2007;356:1759.











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