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ZMK-aktuell – der Newsletter
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Abb. 6a: Der variable Beinlängentest.
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Anschließend überprüfen wir mit dem variablen Beinlängentest, ob die Okklusionsschiene richtig eingeschliffen ist. Wir legen die Daumen unter die Knöchel, während der Patient auf die Schiene beißt, und heben die Beine leicht an. Wir bitten den Patienten, sich aufrecht hinzusetzen. Wenn er möchte, kann er die Hände zu Hilfe zu nehmen (Abb. 6). Wir führen die Beine zusammen und kontrollieren, ob beide Beine an unseren Daumen gemessen gleich lang sind. Wenn sie gleich lang sind, ist die Schiene richtig eingeschliffen, wenn ein Bein vorschiebt, ist sie noch nicht korrekt eingeschliffen (Abb. 7). Mit diesem Test können wir auch unsere Einschleifmaßnahmen oder prothetischen Rekonstruktionen überprüfen.
Der Patient muss die Schiene beim Schlafen tragen; nur wenn das Becken bei der wöchentlichen Kontrolle häufi g schief steht, auch tagsüber. Beim Essen darf er sie selbstverständlich herausnehmen. Die Schiene wird einmal pro Woche eingeschliffen und der Patient muss sie eine halbe Stunde vor der Behandlung einsetzen. Wir prüfen bei geöffnetem Mund die Beinlänge mit den Daumen unterhalb der Knöchel. Wenn die Längen gleich sind, ist das Becken gerade (Abb. 8). Nach dem Einschleifen der Schiene beißt der Patient zu und wir prüfen wieder mit dem variablen Beinlängentest, ob die Schiene richtig eingeschliffen ist.
Anschließend untersucht der Orthopäde den Patienten, löst vorhandene Blockaden des Bewegungsapparates und fertigt 3D-Aufnahmen der Wirbelsäule an. Die erste Aufnahme wird ohne Schuhe mit der Schiene, die der Patient eine Stunde vorher einsetzen muss, angefertigt. Zwischen den folgenden Aufnahmen geht der Patient ohne Schuhe je eine Minute eine möglichst gerade Strecke hin und her: Zunächst erfolgt eine Aufnahme ohne Schiene mit Zahnkontakt (Abb. 9), dann mit Watterollen rechts und links (Abb. 10), mit Watterolle nur rechts und zuletzt mit Watterolle nur links. Die einseitige Überprüfung mit Watterolle wird durchgeführt, weil bei einer größeren Infraokklusion der Ausgleich durch eine Watterolle nur auf dieser Seite besser funktioniert und die Wirbelsäule eher gerade wird. Wenn das Becken während der Vorbehandlung einmal schief steht, dann muss der Patient je nach Auswertung der 3D-Vermessung mit beiden oder einer Watterolle eine Minute gehen, damit das Becken wieder gerade wird. Dies kann passieren, wenn der Patient die Schiene eine Nacht nicht getragen hat oder wenn eine Hypermobilität vorliegt. Wenn dies mehrmals vorkommt, muss der Patient die Schiene auch tagsüber tragen.
Jetzt kann der Orthopäde feststellen, ob eine echte oder angeborene Beinlängendifferenz vorliegt. Wenn das der Fall ist, kann er das kürzere Bein mit Platten unterlegen oder individuell elektrisch höher fahren und solange erhöhen, bis die Wirbelsäule gerade wird. Es ist interessant, dass meistens nicht die gesamte Differenz ausgeglichen werden muss, bis die Wirbelsäule gerade steht. Das Becken kann ohne Probleme ein paar Millimeter in Schieflage bleiben, ausschlaggebend ist eine gerade Wirbelsäule.
Danach schicken wir den Patienten zur Weiterbehandlung zum Physiotherapeuten mit manualtherapeutischer Ausbildung, der den Patienten zweimal in der Woche behandelt. Der Patient muss eine halbe Stunde vor der Behandlung die Schiene einsetzen und einmal wöchentlich direkt nach der Physiotherapie zum Einschleifen der Schiene in unsere Praxis kommen. Wenn nach acht Wochen noch Probleme bestehen, überweisen wir den Patienten an einen Osteopathen.
Da ca. 20 Prozent der Funktionsstörungen von den Füßen ausgehen, schickt der Orthopäde den Patienten nach der Vorbehandlung zuletzt zu einem orthopädischen Schuhtechniker, damit Einlagen angefertigt werden. Optimal für unsere Patienten sind sensomotorische Einlagen, die mit einem speziellen Programm aus den individuellen Werten der 3DVermessung konzipiert werden. Diese haben den Vorteil, sehr dünn zu sein und in vorhandene Schuhe mit Fußbett zu passen. Nach vier Wochen Tragedauer überprüft der Orthopädie- Schuhtechniker die Wirbelsäule des Patienten mit eingesetzter Schiene und den Einlagen unter den Füßen (ohne Schuhe) mittels 3D-Vermessung. Wenn die Wirbelsäule bisher noch nicht ganz gerade war, wird sie es nun durch die sensomotorischen Einlagen. Der Patient hat keine Rückenschmerzen mehr, da Wirbelsäule und Becken gerade sind (Abb. 11). Danach können die Zähne eingeschliffen oder bei einer Infraokklusion wieder aufgebaut werden.
Fazit
Wir müssen bei einer Vorbehandlung auch das Becken überprüfen und bei der Anamnese nach Nacken- und Rückenschmerzen fragen. Wenn ein Beckenschiefstand vorliegt, ist eine interdisziplinäre Therapie mit Orthopäden/Manualmedizinern, Physiotherapeuten und Osteopathen notwendig, um eine stabile zentrische Kondylenposition zu erreichen. Kiefergelenk und Wirbelsäule bilden dann eine starke funktionelle Einheit und die zentrische Kondylenposition sowie die danach eingeschliffene oder aufgebaute Okklusion ändern sich nicht mehr.
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Die zentrische Kondylenposition – Teil 1
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Die zentrische Kondylenposition – Teil 2
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