Der KEY Laser 3+: Theorie und Praxis – Teil 2

Drucken Von Dr. Thorsten Kleinert    aktualisiert am 20.07.2010

Abb. 3: Ausgangssituation Zahn 38, DD 70 Peak (DD – DIAGNOdent).
Abb. 3: Ausgangssituation Zahn 38, DD 70 Peak (DD – DIAGNOdent).

Zahnerhaltung



Für die Zahnerhaltung wurde das Kontakthandstück 2063 neu eingeführt. Kurzgepulstes Laserlicht wird mithilfe des schon in der Parodontitistherapie bewährten Feedback-Systems zur selektiven Kariesbehandlung eingesetzt
Abb. 4: Einsatz des Kontakthandstücks 2063 im Feedback-Modus.
Abb. 4: Einsatz des Kontakthandstücks 2063 im Feedback-Modus.
(Abb. 3–5). Das neue Kontakthandstück eignet sich besonders für den Einsatz im Approximalbereich. Die höhere Abtragsleistung ist mit einer geringeren Erschütterung der bearbeiteten Hartsubstanz verbunden. Die kurze Pulsdauer nehmen die Patienten mit Lasererfahrung im Vergleich zum längeren Impuls des KEY 3 als reizarm wahr. Das Handstück arbeitet im Kontakt mit einem ummantelten Saphir mit Wasserkühlung, so dass eine lange Standzeit der Arbeitsspitze erreicht werden kann. Die in der Literatur beschriebene unsichere Signalauswertung bei der Transmission im tiefen Dentin (Karies profunda) konnten wir in unserer Praxis nicht beobachten10. Allerdings beeinflusst die Arbeitsfeldleuchte der Einheit die Fluoreszensmessung positiv, was zu einer Fehlinterpretation des Signals führen kann. Aus diesem Grund sollte im Feedback-/S-Puls-Modus die externe Beleuchtung ausgeschaltet werden.

Das Handstück 2060 kann selbstverständlich weiter genutzt werden und ist aufgrund seiner Leistungsparameter für die Eröffnung okklusaler Defekte besser geeignet als das HS 2063. Zahlreiche Publikationen zum Einsatzspektrum des KEY 3 mit dem Non-Kontakt-Handstück 2060 sind in der KaVo-Literaturdatenbank abrufbar. Die Indikationen für den Lasereinsatz in der Kariesbehandlung umfassen:
  • Zahnhalsdefekte
  • Frontzahnfüllungen aller Größen
  • Approximale Defekte (Kontakthandstück 2063 ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen)
  • Okklusale Seitenzahnkavitäten
  • Selektive Kariesentfernung mechanisch präparierter Kavitäten mit profunder Karies und dem Risiko einer Pulpeneröffnung.

Unterstützung von Wurzelkanalaufbereitungen



Abb. 5: Versorgung von Zahn 38 mit Point 4 Composit (Kerr, USA).
Abb. 5: Versorgung von Zahn 38 mit Point 4 Composit (Kerr, USA).
In unserer Praxis wird der KEY Laser 3 auch in der Endodontie angewendet. Die besten Ergebnisse erreichen wir bei der Dekontamination und Trocknung der Kanäle mit dem KEY Laser 3 in Kombination mit dem HealOzone-Gerät. Dazu wird der Kanal mechanisch aufbereitet und mit NaOCl-, EDTA- oder CHX-Lösungen gespült. Wichtig ist, dass die Flüssigkeit im Kanal verbleibt, um sie dann mit dem Laser zu trocknen. Rückstände in den Kanälen sind nicht zu erwarten. Der Nachweis der Wirksamkeit dieser Vorgehensweise kann in der Praxis nicht erfolgen, wird aber durch die Erfolge, den langjährigen, entzündungsfreien Verbleib der Zähne nach einer solchen Behandlung, nahe gelegt. Für den Er:YAG- und Er,Cr:YSGG-Laser liegen Studien zu diesem Thema vor11.

Chirurgische Behandlungen



Nach unseren Erfahrungen lassen sich chirurgische Eingriffe mit dem KEY 3 erfolgreich durchführen (Abb. 6–8). Die Behandlung von Hartgewebe und Knochen ist eine Domäne der 2,94 μm Wellenlänge. Auch Wurzelspitzenresektionen, Weisheitszahnentfernungen, Knochenglättungen im Bereich der Parodontalchirurgie und Implantatfreilegungen gehören zum Indikationsspektrum des KEY 3 oder KEY 3+. Hier sind unterschiedliche Einstellungen über die Menüführung erforderlich.

Abb. 6: Vorbereitung einer Knochenkavität mit dem KEY 3+, Einstellung: 350 mJ, 6 Hz, anschließende Defektfüllung mit easy-graft (DS Dental, USA).
Abb. 6: Vorbereitung einer Knochenkavität mit dem KEY 3+, Einstellung: 350 mJ, 6 Hz, anschließende Defektfüllung mit easy-graft (DS Dental, USA).
Abb. 7: Ausgangssituation.
Abb. 7: Ausgangssituation.
Die Weichgewebspräparation erfolgt in der Regel mit 100 mJ und 25 Hz, während der Knochen mit 350 bis 450 mJ und 6 Hz präpariert wird. Auch der Einsatz von synthetischen Knochenersatzmaterialien auf b-TCPBasis, das auf die dank Lasereinsatz fast keimfreie Knochenoberfläche aufgebracht wird, zeigt in unserer Praxis gute Ergebnisse. Sculean und Schwarz bestätigen, dass die Koppelung von Knochenersatzmaterial (Emdogain) und Lasereinsatz positive Resultate zeitigt12. In einer weiteren Studie untersuchte Schwarz die Wirkung der Wellenlänge von 2,94 μm auf Implantatoberflächen13. Dabei ist es die Absorption im Wasser, die eine zerstörungsfreie Beseitigung von Konkrementen an der Titanoberfläche ermöglicht. Der dazu benötigte Applikator ist so aufgeschliffen, dass im Operationsgebiet gleichzeitig ein horizontaler und ein vertikaler Laserstrahl wirken. In der weichgewebschirurgischen Anwendung entwickelt der Laserstrahl horizontal eine koagulierende Wirkung, während in der Vertikalen ein Abtrag möglich ist.

Behandlungen des Weichgewebes



Dermatologen arbeiten bevorzugt mit der Wellenlänge von 2,94 μm. Intraorale Anwendungen des Lasers bei vorheriger histologischer Abklärung sind eine Therapieoption für die Praxis. Der Zahnarzt kann den KEY 3+ Laser derzeit einsetzen, um infizierte Aphten auszutrocknen. Die Patienten sind in der Regel sofort beschwerdefrei. Dafür sind die Einstellungen 4 Hz und 80 mJ empfehlenswert. Weitere Indikationen sind möglich, bedürfen jedoch noch der
Abb. 8: Situation rund 6 Monate später.
Abb. 8: Situation rund 6 Monate später.
klinischen Freigabe.

Fazit



Die Weiterentwicklung des KEY 3+ Lasers ermöglicht dem Patienten eine bessere fast nebenwirkungsfreie Behandlung, verbunden mit Langzeiterfolgen und für den Zahnarzt ergonomische und technisch sichere Behandlungsverfahren. In vielen Fällen ist er ein Schlüssel für ein gutes Arzt-Patientenverhältnis.

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Abb. 4: Einsatz des Kontakthandstücks 2063 im Feedback-Modus.   Abb. 5: Versorgung von Zahn 38 mit Point 4 Composit (Kerr, USA).   Abb. 6: Vorbereitung einer Knochenkavität mit dem KEY 3+, Einstellung: 350 mJ, 6 Hz, anschließende Defektfüllung mit easy-graft (DS Dental, USA).   Abb. 7: Ausgangssituation.   Abb. 8: Situation rund 6 Monate später.  


Literaturverzeichnis

  1. Vergopoulos, A., Baehr, V., Zajickova, L., Müller, C., Kleinert, T.: Genetische Polymorphismen im Interleukin-1-Gencluster als Parameter für den Erfolg der Er:YAG-Laser-Therapie bei Patienten mit Parodontitis. LaserZahnheilkunde. Quintessenz Verlag Berlin 2004, H04, S. 235 – 243
  2. Gutknecht, N.; Maziar, M.; Bäumchen, F.: Die Er:YAG-laserunterstützte offene Kürettage, Laserjournal, Leipzig, 12 (2009) 3, S. 12-15
  3. Bach, G.: Biofilmmanagement mit Laser, Laserjournal, Leipzig, 12 (2009) 3, S. 16-17
  4. Keller, Ulrich, Stock, Hibst: Laser in der Parodontologie. Deutsche Zahnärztliche  Zeitschrift, München 55 (2000) 3, Sonderdruck
  5. Beck, J.D., Periodontal disease and cardivaskulär disease, J. Periodontol., Munksgaard, 1996, S.1123-1137
  6. Kleinert, T.: Laserkürettage – schonend und bakterienabtötend. Dental Zeitung Köln 1 (2000) 3, S. 68 – 69
  7. Fuhrmann, J., Flentje, B., Chahin, M., Altenkirch, H.U.: Nachweis von Parodontitis Markerkeimen und Ermittlung von Interleukin Risikoallelen. ZWR, Heidelberg 109 (2000) 10, S. 554 – 559
  8. Schwarz, F., Sculean, A., Georg, T., Reich, E.: Periodontal treatment with an Er:YAG laser compared to scaling and root planning. J. Periodontol., Munksgaard 72 (2001) 3, S. 361 – 367
  9. Krause, F., Braun, A., Frentzen, M: Konkremente orten statt ertasten. Laser Journal, Leipzig, Oemus Media 4 (2001) 1, S. 12-15
  10. Krause, F.: Konkremententfernung mit dem Er:YAG Laser ist effektiv. J. of Clinical Periodontology, Munksgaard 34 (2007) 34, S. 66-71
  11. George R.; Meyers I.A.; Walsh, L.J.: Novel Fibers with smear layer removal with middle infrared lasers, 48 th Anual meeting of the ANZIADR, Perth (2008) 10
  12. Jepsen, S.; Heinz, B.; Jepsen, K,; Arjomand, M.; Hoffmann, T.; Richter, S.; Reich, E.; Sculean, A.; Gonzales, J.R.; Bödeker, R.H.; Meyle, J.: A randomized clinial trial comparing enamel matrix derivate and membran treatment of buccal class II furcation involvement in mandibular molars, J. Periodontol, Munksgaard, 75 (2004), S. 1150-1160
  13. Schwarz, F.; Ferrari, D.; Popovski, J.; Becker, J.: Entfernung bakterieller Biofilme von strukturierten Titanimplantaten unter Verwendung von Laserwellenlängen im Bereich 3 µm, LaserZahnheilkunde, Berlin, (2007) 4, S. 231-238

Dr. Thorsten Kleinert

Gemeinschaftszahnarztpraxis Dr. medic. Stom/IMF Holger Frohme & Dr. med. Thorsten Kleinert

Schönhauser Allee 10–11

10119 Berlin

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