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Der KEY Laser 3+: Theorie und Praxis – Teil 1

Drucken Von Dr. Thorsten Kleinert    aktualisiert am 20.07.2010

Seit rund zehn Jahren werden KEY 3 Laser in der Zahnarztpraxis eingesetzt. Viele niedergelassene Zahnärzte schätzen sie insbesondere in der Behandlung von Parodontitis, Periimplantitis und in der Kariestherapie als eine schonende Alternative zur konventionellen Vorgehensweise. Im folgenden Beitrag erläutert der Autor seine Erfahrungen mit dem KEY 3 und insbesondere mit dem neuen KEY Laser 3+ in verschiedenen Indikationsbereichen. Produktangaben fließen in die Ausführungen ein.

Abb. 1: Taschentiefen vor der PA-Behandlung mit dem KEY Laser 3.
Abb. 1: Taschentiefen vor der PA-Behandlung mit dem KEY Laser 3.


Der KEY Laser 3 (KaVo, Biberach) ist jetzt in der weiterentwickelten 3+ Version erhältlich. Im Vergleich zum KEY 3 erweist sich der 3+ sowohl in der Karies- als auch in der Parodontitis- und Periimplantitisbehandlung als überlegen. So ermöglicht die mit dem KEY 3+ S-Puls verbundene höhere Abtragsrate bei gleicher Energie und höherer Pulsrate ein minimalinvasives Vorgehen in der Kariestherapie. Ob allerdings die Abtragstiefe des KEY 3+ geringer ausfällt, lässt sich in der täglichen Anwendung nicht beurteilen. Zudem tritt, makroskopisch beurteilt, keine weißliche Kavitätenoberfläche mehr auf, die bislang eine typische Begleiterscheinung der KEY-Laser- Therapie war. Es ist zu vermuten, dass die Vibrationseffekte mit dem 3+ System geringer ausfallen, da die meisten Patienten mit KEY-Laser-Erfahrung über geringere Sensitivitäten berichten. Die Periodontitisbehandlung ist mit den neuen Handstücken ergonomischer und wirtschaftlicher.

Der Laser kann in der täglichen Praxis in den folgenden Bereichen eingesetzt werden:
  1. Behandlungen des Parodontiums und der Periimplantitis
  2. Zahnerhaltung
  3. Unterstützung der zuvor mechanisch aufbereiteten Wurzelkanäle
  4. Chirurgische Behandlungen
  5. Behandlungen des Weichgewebes.

Periimplantitis-Therapie und Behandlungen des Parodontiums



Abb. 2: Taschentiefen vier Jahre nach der PA-Behandlung mit dem KEY Laser 3.
Abb. 2: Taschentiefen vier Jahre nach der PA-Behandlung mit dem KEY Laser 3.
Eine wichtige Indikationsstellung für den KEY Laser ist die Parodontitisbehandlung. Die Weichen für eine erfolgreiche Therapie werden in der Befundaufnahme und der Diagnostik gestellt. Bei einer Parodontitis handelt es sich um eine Infektion, der jeder Patient individuell begegnet. Multiplikatoren für den Ausbruch einer Parodontitis sind zum Beispiel systemische Erkrankungen, Genussmittel, genetische Dispositionen, Immunerkrankungen, Infektionen und soziale Faktoren. Daher gehen dem Lasereinsatz grundsätzlich eine interdisziplinäre Diagnostik, die Erfassung verschiedener Indices und eine Professionelle Zahnreinigung voraus, die dann mit über den Erfolg der Behandlung entscheiden.

Der Laser ist ein technisches Hilfsmittel zur thermo-mechanischen Beseitigung von Biofilmen und Konkrementen, das bei schonender, geschlossener, nicht-chirurgischer Vorgehensweise bereits in einer einzigen Sitzung seine Wirksamkeit entfaltet: Das Laser-System kann sowohl Konkremente orten und beseitigen als auch Bakterien vernichten (Abb. 1 u. 2; Tab. 1). Die auf der IDS 2009 vorgestellte Neuerung, das Laserhandstück 2261, ermöglicht den Wechsel von langen zu kurzen Parodontal- Meißeln, ohne das Handstück auszutauschen und neu zu kalibrieren. Das neue Handstück wird mit verschiedenen Applikatoren geliefert. Wenn der Laser im Molarenbereich eingesetzt wird, besteht bei verspanntem M. masseter mit dem kurzen Meißel eine geringere Frakturgefahr. Somit ist eine geschlossene Kürettage auch im Seitenzahngebiet einfacher durchführbar geworden.

Die Literatur beurteilt den Lasereinsatz in der Parodontitistherapie positiv. In der retrospektiven, geblindeten klinischen Studie von Vergopoulos et. al. konnte die zerstörende Wirkung des KEY 3 auf den Biofilm nachgewiesen werden1. Die Zeitschrift Laser Journal bewertete im Jahr 2009 gleich in zwei Artikeln den „aktuellen Stand der Literatur“ zu der laserunterstützten Parodontitisbehandlung und dem Biofilmmanagement2,3. Die Autoren stellten fest, dass nur mit einer Wellenlänge von 2,94 μm eine schonende und sichere Behandlung des Parodonts bzw. des Periodonts mit einem minimierten Risiko für den Patienten möglich ist. Keller beschrieb im Jahr 2000 die Feedback-Lösung von KaVo als Mittel der Wahl für eine schonende Vorgehensweise4. Hierbei wird die Laserfluoreszenzspektroskopie im Sinne einer kontrollierten Oberflächenbearbeitung zur Steuerung des Therapielasers eingesetzt. Die selektive Beseitigung von Konkrementen wird durch Messungen des Feedbacksignals ermöglicht. Dieser Suchstrahl scannt die Oberfläche ab und schaltet den Therapielaser automatisch an und aus. So könnten chirurgische Eingriffe und die damit verbundenen Risiken einer Retraktion oder eines
Tab. 1: Markerkeimnachweis vor bzw. nach der PA-Behandlung mit KEY Laser 3.
Tab. 1: Markerkeimnachweis vor bzw. nach der PA-Behandlung mit KEY Laser 3.
Attachmentverlusts der Gingiva vermieden werden. Die Laserbehandlung der Parodontitis mit ihrer thermo-mechanischen Wirkweise hat schon vor 10 Jahren in unsere tägliche Praxis Einzug gehalten. Studien von Beck (USA) wiesen auf die Beteiligung eines Biofilms an Parodontalerkrankungen hin5, der nunmehr mechanisch zerstört und thermisch vernichtet werden kann. Aus den praktischen Erfahrungen heraus wurde 2006 ein standardisierte Vorgehensweise für den Praktiker entwickelt, der auch interdisziplinäre Fragestellungen (Polymorphismen) berücksichtigt1.

Ein Vergleich der Parodontitisbehandlung in unserer Praxis und in der Zahnarztpraxis C. Flentje im Jahr 1999, die sich lediglich durch die Laserkürettage bei uns und die mechanische Kürettage in der Vergleichspraxis unterscheiden, zeigte in der Langzeitbeobachtung bessere Ergebnisse für den KEY Laser6,7.

Im Jahr 2001 hatten Schwarz und Sculean in kontrollierten Studien mit dem Er:YAG Laser (KEY 2) gezeigt, dass bei der geschlossenen Parodontitistherapie klinische Attachmentgewinne erreicht werden, die mit den Ergebnissen der mechanischen Kürettage vergleichbar sind8. In dieser Studie wurden zwei Probandengruppen über 6 Monate beobachtet und im Anschluss die Ergebnisse des rootplaning und scaling mit dem alleinigen Einsatz des KEY Lasers verglichen. Die Idee, den Laser zur Konkrementortung in der Zahnfleischtasche einzusetzen und mit dem Therapielaser zu koppeln, stammt aus Untersuchungen an den Universitäten Ulm und Bonn, die die wissenschaftlichen Grundlagen der faseroptischen Messungen von Konkrementen gelegt haben. Der Vorteil besteht bei der faseroptischen Detektion im Vergleich zur taktilen Sondenuntersuchung in der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse, vor allem bei der geschlossenen Kürettage9. Die fehlende Signifikanz in den Patientenstudien rootplaning und scaling im Vergleich zum Lasereinsatz der zuvor genannten Autoren kann mit der Polymorphismushypothese erklärt werden.

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Der KEY Laser 3+: Theorie und Praxis – Teil 2

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Abb. 2: Taschentiefen vier Jahre nach der PA-Behandlung mit dem KEY Laser 3.   Tab. 1: Markerkeimnachweis vor bzw. nach der PA-Behandlung mit KEY Laser 3.  


Literaturverzeichnis

  1. Vergopoulos, A., Baehr, V., Zajickova, L., Müller, C., Kleinert, T.: Genetische Polymorphismen im Interleukin-1-Gencluster als Parameter für den Erfolg der Er:YAG-Laser-Therapie bei Patienten mit Parodontitis. LaserZahnheilkunde. Quintessenz Verlag Berlin 2004, H04, S. 235 – 243
  2. Gutknecht, N.; Maziar, M.; Bäumchen, F.: Die Er:YAG-laserunterstützte offene Kürettage, Laserjournal, Leipzig, 12 (2009) 3, S. 12-15
  3. Bach, G.: Biofilmmanagement mit Laser, Laserjournal, Leipzig, 12 (2009) 3, S. 16-17
  4. Keller, Ulrich, Stock, Hibst: Laser in der Parodontologie. Deutsche Zahnärztliche  Zeitschrift, München 55 (2000) 3, Sonderdruck
  5. Beck, J.D., Periodontal disease and cardivaskulär disease, J. Periodontol., Munksgaard, 1996, S.1123-1137
  6. Kleinert, T.: Laserkürettage – schonend und bakterienabtötend. Dental Zeitung Köln 1 (2000) 3, S. 68 – 69
  7. Fuhrmann, J., Flentje, B., Chahin, M., Altenkirch, H.U.: Nachweis von Parodontitis Markerkeimen und Ermittlung von Interleukin Risikoallelen. ZWR, Heidelberg 109 (2000) 10, S. 554 – 559
  8. Schwarz, F., Sculean, A., Georg, T., Reich, E.: Periodontal treatment with an Er:YAG laser compared to scaling and root planning. J. Periodontol., Munksgaard 72 (2001) 3, S. 361 – 367
  9. Krause, F., Braun, A., Frentzen, M: Konkremente orten statt ertasten. Laser Journal, Leipzig, Oemus Media 4 (2001) 1, S. 12-15
  10. Krause, F.: Konkremententfernung mit dem Er:YAG Laser ist effektiv. J. of Clinical Periodontology, Munksgaard 34 (2007) 34, S. 66-71
  11. George R.; Meyers I.A.; Walsh, L.J.: Novel Fibers with smear layer removal with middle infrared lasers, 48 th Anual meeting of the ANZIADR, Perth (2008) 10
  12. Jepsen, S.; Heinz, B.; Jepsen, K,; Arjomand, M.; Hoffmann, T.; Richter, S.; Reich, E.; Sculean, A.; Gonzales, J.R.; Bödeker, R.H.; Meyle, J.: A randomized clinial trial comparing enamel matrix derivate and membran treatment of buccal class II furcation involvement in mandibular molars, J. Periodontol, Munksgaard, 75 (2004), S. 1150-1160
  13. Schwarz, F.; Ferrari, D.; Popovski, J.; Becker, J.: Entfernung bakterieller Biofilme von strukturierten Titanimplantaten unter Verwendung von Laserwellenlängen im Bereich 3 µm, LaserZahnheilkunde, Berlin, (2007) 4, S. 231-238

Dr. Thorsten Kleinert

Gemeinschaftszahnarztpraxis Dr. medic. Stom/IMF Holger Frohme & Dr. med. Thorsten Kleinert

Schönhauser Allee 10–11

10119 Berlin

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