Zahnaufhellung live erleben!
>> Jetzt mit Philips ZOOM einen Termin für eine kostenlose Zahnaufhellungs-Schulung ausmachen
ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnieren8. Astra Tech-Jahressymposium 2011
DruckenAuch in diesem Jahr fand das Jahressymposium von Astra Tech in Frankfurt am Main statt. Am 22. und 23. Oktober 2011 informierten eine Vielzahl von Vorträgen die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen in der Implantologie: Im Fokus standen diesmal die implantologische Versorgung älterer Patienten, Methoden des Knochenaufbaus und des Weichgewebsmanagements.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hatte der Veranstalter die Alterszahnheilkunde auf dem diesjährigen Jahressymposium zum Schwerpunktthema des PINForums (Praxisrelevant – Informativ – Nützlich) am ersten Tag gewählt. Die drei Referate befassten sich mit implantatgetragenen Deckprothesen (Prof. Jocelyne Feine, Canada, und Prof. Dr. Frauke Müller, Universität Genf) und mit der „Diagnose und Therapie von Mund- und Schleimhauterkrankungen im Alter“ (Prof. Dr. Andrea M. Schmidt-Westhausen, CharitéCentrum für Zahn-, und Mund- und Kieferheilkunde Berlin).
„Eine Autobahn für den Prothetiker“
Das Wissenschaftsforum am Nachmittag unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer, Frankfurt am Main, widmete sich mit zwei Vorträgen zunächst dem Problem des atrophierten Kiefers, bevor das eigentliche Hauptthema „Periimplantäres Bindegewebe“ in den Fokus rückte.
Eine Lanze für den Knochenaufbau brach Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Kassel, in seinem Vortrag zur „vertikalen Alveolarfortsatzaugmentation“. Die Alveolarfortsatzatrophie sei auch bei älteren Patienten nicht einfach als „altersbedingt“ hinzunehmen, da die Folgen, wie eine mangelnde Kaufähigkeit, die Ausbildung eines prominenten Kinns und einer „Greisenlippe“ die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränke. Vielmehr sei anzustreben, so der Referent, diesen Zustand rückgängig zu machen. Implantologen sollten keineswegs versuchen, mittels spezieller Verfahren einen Knochenaufbau zu vermeiden, sondern vielmehr mittels Augmentation einen optimalen Ausgangszustand für implantatgetragenen Zahnersatz erzeugen. Zumal beispielsweise kurze Implantate, die bei einer vertikalen Atrophie gerne eingesetzt werden, nach Prof. Terheydens Ansicht Risiken bergen. Er führte aus, dass insbesondere die veränderte Hebelwirkung bei diesen zu einer sehr starken Belastung führe. Zudem sei nur eine eingeschränkte Hygienefähigkeit erreichbar, und bei Insertion bestehe die Gefahr einer lingualen Perforation. Pro Augmentation spreche neben einer verbesserten Gesichtsästhetik auch die Frakturenprophylaxe – bei starker Atrophie durchaus ein relevanter Faktor.
Allerdings weist die vertikale Augmentation mittels Beckenknochen eine recht hohe Komplikationsrate auf, weshalb Prof. Terheyden ein alternatives Verfahren vorstellte, das zwar schon in den 1970er Jahren eingeführt worden war, aber wenig im (chirurgischen) Bewusstsein ist: die Interpositionsosteoplastik. Bei diesem Verfahren wird ein Interpositionsspalt eröffnet und mit Knochenersatzmaterial sowie Knochenspänen gefüllt. Wie der Referent an Patientenfällen aus der MKG-Klinik Kassel demonstrierte, gelingt es mit dieser Methode, einen umfangreichen Aufbau zu erreichen und einen Knochen wiederherzustellen, in den man dann komfortabel implantieren kann. Er baue in diesen Fällen gewissermaßen „eine Autobahn für den Prothetiker“, wie man anhand der vorgestellten Fälle leicht nachvollziehen konnte.
Abgeschrägtes Implantat für leichte Atrophie
Ein Aufbegehren gegen den Vorredner könnte man Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, Mainz, unterstellen. Beschäftigte sich sein Vortrag doch mit einem neuen Implantat- Design, namentlich dem OsseoSpeedTM TX Profile von Astra Tech, das gerade kleinere Augmentationen vermeiden helfen soll. Die Besonderheit des neuen Implantats liegt in seiner abgeschrägten Schulter, womit es sich der Anatomie des mäßig atrophierten Kiefers gut anpasse, da auch dieser meist leicht schräg verläuft. Im Rahmen seiner Ausführungen ging Prof. Wagner auf verschiedene Multi- Center-Studien ein, die er als Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz mitbegleitet hat1,2,3. Sie zeigten, dass sich Osseo- SpeedTM TX Profile günstig auf den Knochenerhalt auswirkt; lingual und bukkal wurden nur geringe Verluste verzeichnet. Auch ließen die Ergebnisse vermuten, dass das Implantat positive Auswirkungen auf den Weichgewebserhalt habe, was jetzt in einer Feldstudie näher untersucht werde. Prof. Wagner sieht eine mögliche Erklärung seiner guten Weichgewebsresultate darin, dass bei Verwendung des Profile-Implantats durch dessen Geometrie die Funktion der Gingiva-Fasern erhalten bleibt. Dadurch wird die Atrophie, ähnlich wie beim Knochen verhindert. Kritisch merkte der Referent an, dass Implantat-Analog und -Abdruckpfosten noch verbesserungswürdig seien.
Techniken für bessere Weichgewebsverhältnisse
Dr. Gerd Körner beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem periimplantären Interface, also dem bindegewebigen Faserapparat, der sich um das Implantat ausbildet. Er verglich die Fasern mit einem „Sicherheitsgurt“, der letztendlich für den langfristigen Erfolg mit entscheidend sei. Zwar sei der Aufbau der periimplantären Fasern ähnlich beschaffen wie der Faserapparat des natürlichen Zahns, doch gebe es auch Unterschiede. So sei um das Implantat eine niedrigere Faserdichte und weniger Hartgewebe zu verzeichnen als um den Zahn. Bei der Implantation werden Fasern durchtrennt, Narbengewebe bildet sich und somit entstehen insgesamt etwas ungünstigere Verhältnisse beim periimplantären Interface, verglichen mit dem Goldstandard „natürlicher Zahn“. Zudem steht dem „echten Attachment“ des Gewebes am Zahn beim Implantat lediglich eine „Adhäsion“ gegenüber.
Was tun, um diese Verhältnisse bestmöglich zu gestalten? Konsequenzen zog Dr. Körner in beide Richtungen: einerseits empfiehlt es sich gute, natürliche Verhältnisse zu erhalten, andererseits das Knochenniveau wiederaufzubauen und die Gewebeintegration zu optimieren. Um Defekte zu minimieren, empfahl der Referent die Methoden des „Socket Preservations“ und „Socket Sealings“, verbunden mit Weichgewebsaufbau. An Patientenfällen zeigte er, wie mittels Inlay Graft Technik eine Volumenvermehrung und qualitative Verbesserung der Weichgewebsverhältnisse erreicht werden kann. Dafür muss Gewebe vom Gaumen in den Defizitbereich eingebracht werden. Auch Materialien und ihre Beschaffenheit beeinflussen die Gewebeintegration, wie Dr. Körner ausführte. So sei eine raue Oberfläche zwar für die Anlagerung von Knochen und Bindegewebe vorteilhaft, nicht aber für das Epitel. Werde nach Extraktion oder Zahnverlust implantiert, so sei die Gap Size um das Implantat zu berücksichtigen: beträgt die Lücke mehr als 1,5 mm, müsse augmentiert werden, damit die Fasern nicht kollabieren.
CAD/CAM-Abutments statt Gingivaformer
Das Abutment stand im Mittelpunkt des Vortrags von PD Dr. Florian Beuer, München. Zunächst einmal grenzte der Referent das Feld möglicher Abutments ein und empfahl das individuelle CAD/CAM-Abutment (z. B. AtlantisTM, Astra Tech) aus Titan als Standard und für spezielle klinische Indikationen, etwa für den Frontzahnbereich, das Zirkondioxidabutment. Inwiefern CAD/CAMAbutments zur ästhetischen Weichgewebeausformung beitragen können, erläuterte Dr. Beuer anhand des Münchner Implantatkonzepts, das an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, LMU München, an der der Referent als Oberarzt tätig ist, regelmäßig durchgeführt wird. Die Besonderheit dieses Konzepts liegt in der intraoperativen Übertragung der Implantatposition auf das Modell. Nach gedeckter Einheilung stehen bei Freilegung der Implantate direkt die individuellen CAD/CAM-Abutments zur Verfügung und werden anstelle eines Sulkusformers eingesetzt. Damit, so der Referent, lassen sich bessere Weichgewebsergebnisse erzielen als auf konventionellem Wege; es seien „echte Emergenzprofile“ möglich. Vorteilhaft schlage bei dieser Vorgehensweise auch die Zeit- und Kostenersparnis zu Buche, da nur zwei Sitzungen bis zur Krone vonnöten seien. Auch sei das Konzept für Überweiser geeignet und das chirurgische Protokoll könne unverändert beibehalten werden.
Den Abschluss des Theorieteils an diesem Samstag bildete ein Gastvortrag: die Olympiasieger in der Leichtathletik Hartwig Gauder und Klaus Wolfermann führten vor Augen, dass auch in anderen Disziplinen, nicht nur in der Zahnmedizin, der „Biss“ durchaus eine Rolle spielt. Am Sonnabend fand im „Palais am Zoo“ die feierliche Verleihung der PEERS-Förderpreise statt. Der zweite Tag des Jahressymposiums bot traditionsgemäß eine Vielzahl von Workshops mit dem „Fokus Praxis“.
Mehr zu diesem Thema
ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 12 _ Dezember 2011
Literaturverzeichnis
- OsseoSpeedTM TX Profile Einführungsstudie
- OsseoSpeedTM TX Sofortimplantation Ästhetik Studie
- OsseoSpeedTM TX Profile Sofortimplantation






Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.