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ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnieren1. International Tissue Symposium – ein Rückblick
DruckenUnter dem Titel „Hyaluronsäure im Mittelpunkt“ lud das Unternehmen Riemser Arzneimittel AG zum 1. International Tissue Symposium in die Deutsche Bibliothek in Frankfurt ein. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jentsch wurden neben Basisinformationen zur Hyaluronsäure sowohl praxisnahe und mit wissenschaftlichen Fakten belegte Behandlungsansätze in der Zahnmedizin als auch fachübergreifende Themen vielseitig beleuchtet.

GENGIGEL® wurde speziell für die Pflege des Mundraums entwickelt.
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Jentsch eröffnete Prof. Andreana (Buffalo) das wissenschaftliche Programm mit den neuesten Erkenntnissen zur Geweberegeneration im Mundraum.
Um biologische Hintergründe und zahnmedizinische Applikation der Hyaluronsäure GENGIGEL® ging es im Vortrag von Dr. Manto (Mailand). GENGIGEL® ist ein Produkt, das Hyaluronsäure mit hohem Molekulargewicht in Form von Natrium- Hyaluronat enthält. Die biotechnologisch hergestellte Substanz ist biokompatibel, nicht allergen und weitestgehend den normalen Verhältnissen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut angenähert. Die Hyaluronsäure ist ein physiologischer Bestandteil des Bindegewebes und in den äußersten Zellschichten des Zahnfleisches zu finden. Entzündliche oder traumatische Zustände erfordern eine erhöhte Konzentration an Hyaluronsäure, die durch eine externe Zuführung gesichert werden kann. Dadurch wird eine langanhaltende Flüssigkeitsbalance im Gewebe gewährleistet und eine Heilung und Wiederherstellung des Zahnfleisches beschleunigt. Bei der Anwendung von GENGIGEL® ist eine maximale Anhaftung an der gesamten Mundschleimhaut sichergestellt, da die Hyaluronsäure am Wirkort verbleibt und nicht durch den Speichelfluss abgewaschen wird . GENGIGEL® wurde speziell entwickelt für die Pflege des Mundraumes in verschiedensten Situationen, angefangen von der Behandlung in der Zahnarztpraxis bis hin zur Anwendung durch den Patienten selbst im häuslichen Bereich.
Mit der Frage nach der Funktionsweise der Hyaluronsäure sowie ihrer Rolle bei wichtigen klinischen Prozessen konnte Prof. Juriši´ c (Belgrad) an den Vortrag seines Vorredners anknüpfen und ergänzte das Thema mit Informationen über die Eigenschaften der Hyaluronsäure und ihre Funktion bei den Prozessen im Rahmen der Geweberegeneration. Sie wirkt antiphlogistisch, antiödematös, antibakteriell und fördert die Wundheilung und Geweberegeneration. Dank ihrer wasserbindenden Eigenschaft dient sie als physikalische Barriere gegen eindringende Mikroorganismen und Toxine und setzt somit die Verletzbarkeit des Zahnhalteapparates herab. Sie stellt bei entzündlichen Prozessen die Gewebehydratation wieder her und verleiht dem Zahnfleischgewebe Stabilität und Elastizität. Hyaluronsäure hat außerdem einen günstigen Einfluss auf die Angiogenese, kann der Narbenbildung entgegenwirken und hilft zusammenfassend bei Reparaturprozessen von Weich- und Knochengewebe sowie ergänzend bei der Behandlung oraler Wunden. Über seine Erfahrungen und zukünftige Indikationen zum Einsatz von GENGIGEL® in der oralen Chirurgie informierte Prof. Lazic (Belgrad). Er erläuterte anhand von Studien die Wirkung von GENGIGEL®PROF mit 0,8%iger Hyaluronsäure bei sofortiger Belastung nach Implantatinsertion1, bei der Behandlung von Alveolitis und bei der Behandlung nach Zahnextraktionen bei Patienten unter Antikoagulanzientherapie. Die Applikation von GENGIGEL®PROF wirkte sich bei sofort versorgten Implantaten und in den kritischen ersten 4 Wochen postoperativ positiv auf die klinischen Parameter aus. Die Auswertung der weiteren Ergebnisse ergab ebenso positive Effekte und damit eine gute Therapieoption bei Antikoagulanzienpatienten sowie bei der Alveolitisbehandlung. Diese Thematik bedarf jedoch weiterer Studien mit einem größeren Patientenstamm. Nach einer kurzen Pause präsentierte der wissenschaftliche Leiter des Symposiums Prof. Dr. Jentsch (Leipzig) neue Aspekte der Gingivitis- und Parodontitisbehandlung mit Hyaluronsäure und stellte Ergebnisse eigener Untersuchungen vor2,3.
Die erste Studie untersuchte die Wirkung von GENGIGEL® bei plaqueinduzierter Gingivitis und zeigte eine signifikante Verbesserung der klinischen Variablen wie Indizes zur Erfassung der dentalen Plaque und Entzündungsindizes sowie eine signifikante Reduzierung der Flüssigkeitsfließrate im Zentrum des Entzündungsgebietes. Die Untersuchungen ließen den Schluss zu, dass GENGIGEL® bei plaquebedingten Gingivitiden als entzündungshemmendes Mittel empfohlen werden kann. Die zweite, erst kürzlich abgeschlossene Studie überprüfte den Effekt hyaluronsäurehaltiger Präparate (GENGIGEL®PROF und GENGIGEL®) im Rahmen der Parodontitistherapie mittels Scaling und Root Planing. Bei Patienten mit generalisierter moderater chronischer Parodontitis war die Sondierungstiefe am Ende der Untersuchungen stärker reduziert und eine positive Auswirkung auf mikrobiologische Marker im subgingivalen Biofilm war nachweisbar.
Prof. Galgut (London) ergänzte das Thema mit Informationen über die Anwendung von Hyaluronsäure bei persistierenden Parodontaltaschen. Er stellte zunächst fest, dass die Zahl der schweren Parodontalerkrankungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es viele Patienten gibt, die für parodontale Schädigungen anfälliger sind, nach mechanischer Behandlung eine schlechte Heilung zeigen oder zu rezidivierenden Parodontalerkrankungen neigen. In diesen Fällen scheint nicht die Plaque als Auslöser, sondern die Wirtsreaktion das Problem zu sein. Anhand einer Studie4 konnte er aufzeigen, dass bereits durch eine einmalige topische Applikation von Hyaluron (GENGIGEL®PROF) sofort im Anschluss an das Débridement der Zahnwurzeloberfläche signifikante Verbesserungen in der Heilung nach nicht operativer Therapie erzielbar sind und die Hyaluronsäure somit ein großes Potenzial zur Dämpfung der Entzündungsantwort besitzt.
Prof. Campard (Nantes) rundete das Thema mit einem Vortrag zu klinischen Erfahrungen mit hochmolekularer Hyaluronsäure in der parodontalen Chirurgie ab. Er nannte zunächst die Erfolgskriterien für die Wundheilung in der parodontalen Chirurgie, zu denen die richtige Diagnose, atraumatische Chirurgie, die Art der Lappenversorgung, die Nahttechnik, die Wundstabilität sowie die bakterielle Kontrolle gehören. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Anwendung von GENGIGEL® als einen interessanten Aspekt im Bezug auf ein biologisches Erfolgskriterium, da die Hyaluronsäure aufgrund ihrer Fähigkeit, die Angiogenese zu stimulieren, einen positiven Einfluss auf die Wundheilung hat. Den histologischen Beweis lieferte eine Studie5, bei der 30 Tage nach Behandlung gingivale Biopsien entnommen wurden und nachweislich weniger inflammatorisches Zellinfiltrat in der mit GENGIGEL® behandelten Probe vorgefunden wurde als in der mit Placebo behandelten Vergleichsprobe.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung beschrieb Dr. Nombre (Lissabon) die Nachsorge von periimplantärem Gewebe mithilfe von Hyaluronsäure und Dr. Tremolati (Mailand) widmete sich dem Thema zur Anwendung von Hyaluronsäure bei jugendlichen Patienten. Fachübergreifend stellte Prof. Yavuzer (Istanbul) die Anwendung von Hyaluronsäure in der plastischen Chirurgie und in der ästhetischen Medizin vor und zum Abschluss der Veranstaltung informierte Dr. Aragües (Burgos) über den Stellenwert von Hyaluronsäure bei der Lasertherapie. Dieser erste internationale Kongress hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das bisherige Schattendasein von Hyaluronsäure in Deutschland zu beenden. Am Ende des wissenschaftlichen Programms stand fest, dass die Hyaluronsäure eine Vielzahl positiver Eigenschaften für die Strukturen der Mundhöhle besitzt, die für die Optimierung der zahnmedizinischen Therapie genutzt werden können.
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ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 10 _ Oktober 2011
Literaturverzeichnis
- Nobre M. et al.: Peri-implant maintenance of immediate function implants: a pilot study comparing hyaluronic acid and chlorhexidine. (Can J Dent Hygiene 2009)
- Jentsch H. et al.: Treatment of gingivitis with Hyaluronan. (J Clinic Periodontol 2003)
- Jentsch H. et al.: Scaling and Root-Planing mit Einsatz von Hyaluronan bei chronischer Parodontitis. (DGP Herbsttagung Bonn 2010)
- Koshal A. et al.: A comparison in post operative healing of sites receaving non surgical debridement augmented with and without a single application of hyaluronan 0,8 % gel. (Prev Dent 2007)
- Mesa F.L. et al.: Anti proliferative effect of GENGIGEL®. (Histol Histopathol 2002)





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