Tagung: Kinder in der Zahnarztpraxis

Drucken aktualisiert am 25.12.2011

Die Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde lud am 29. Oktober 2011 zusammen mit der Thüringer Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (TGZMK) zu ihrer Herbsttagung nach Jena ein.

Quelle: ©Claudia Heck/pixelio.de
Quelle: ©Claudia Heck/pixelio.de


In insgesamt acht Vorträgen zum Thema „Kinder in der Zahnarztpraxis“ wurden medizinische und psychologische Aspekte der zahnärztlichen Behandlung diskutiert. Frau Beckers-Lingener (St. Augustin) zeigte zu Beginn des Vormittagsprogrammes wichtige Rahmenbedingungen der Verhaltensführung bei der zahnärztlichen Behandlung von „interessanten Kindern“, also Kindern mit Zahnarztangst und fehlender Kooperationsbereitschaft, auf. Prof. Heinrich-Weltzien machte in ihrem Vortrag zur Behandlung kindlicher Schmerzpatienten deutlich, dass Kinderbehandlung Teamarbeit ist. Sie ermutigte die niedergelassenen Kollegen zu einer kausalen und weniger symptomatischen Schmerztherapie. Weiterhin informierte sie über aktuelle Änderungen der endodontischen Behandlung von Milchzähnen und die Besonderheiten der Verordnung von Antibiotika und Analgetika im Kindesalter. Nach der Mittagspause gab Dr. Wagner (Jena) einen praktischen Überblick zur Prävention und Behandlung der frühkindlichen Karies. Sie wies die Zahnärzte auf die Dringlichkeit der Behandlung von Vorschulkindern hin. Dr. Schüler (Jena) und Dr. Viergutz (Dresden) widmeten sich dem Zahntrauma im Milch- und jugendlich bleibenden Gebiss und zeigten, dass eine adäquate Erstversorgung nach traumabedingten Zahnverletzungen für den weiteren Therapieerfolg entscheidend ist. In bestimmten Fällen ist eine Extraktion des Milchzahnes nach Zahntrauma dem Zahnerhalt vorzuziehen, um einer Keimschädigung des bleibenden Zahnes vorzubeugen. Bei traumatischen Zahnverletzungen am unreifen Zahn sind interdisziplinäre Therapiestrategien insbesondere mit den Kieferorthopäden angezeigt, wenn der verletzte Zahn nicht erhalten werden kann.

Im Nachmittagsprogramm wies PD Dr. Kühnisch (München) auf die Zunahme einer endogenen Strukturstörung, der Molaren-Inzisivi-Hypomineralisation, an bleibenden Zähnen hin. Er stellte die Notwendigkeit einer möglichst frühzeitigen konservierenden adhäsiven Versorgung heraus. Dr. Schmied (Rittmarshausen) sprach über Besonderheiten der zahnärztlichen Behandlung von Patienten mit psychoemotionalen Störungen, wobei sie schwerpunktmäßig auf die Mundgesundheit und Patientenführung von ADHS-Patienten einging. Das weit gefächerte Tagungsprogramm wurde mit einem Vortrag von Frau Otto, niedergelassene Zahnärztin in Jena, zu Fragen der Wirtschaftlichkeit in der Kinderbehandlung abgerundet.

Prof. Annerose Borutta, frühere Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, stellte am Ende der Tagung das jahrzehntelange Engagement des WHO-Zentrums für die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen heraus.

Weitere interessante Themen erwarten Sie bei der Frühjahrstagung der TGZMK am 16. Juni 2012 zum Thema „Der Schmerz – interdisziplinär“.

Quelle: Ulrike Kaiser, Conventus GmbH

 
Weitere Informationen unter:

ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 12 _ Dezember 2011

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