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DruckenRauchen ist ein Hauptrisikofaktor für die Mundgesundheit. Trotzdem unternehmen Zahnärzte bislang wenig, um ihre Patienten davon abzubringen. Um dies zu ändern, lud das Pharmaunternehmen Pfizer Pharma GmbH, am 20. November 2009 zur Fortbildungsveranstaltung „Ihr neues Serviceangebot in der zahnärztlichen Praxis: Tabakentwöhnung“ nach Köln ein. Rund 170 Zahnärzte wohnten dem nachmittäglichen Seminar bei, das aus einem Theorie- und einem Praxisteil bestand und zeigte, auf welche Weise eine Raucherentwöhnung in der Praxis sinnvoll umgesetzt werden kann.

Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor. Foto: Pfizer
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Strategien zur Rauchentwöhnung werden in der zahnmedizinischen Prävention bislang nur selten eingesetzt, da dies meist als Aufgabe des Hausarztes betrachtet wird. Gerade dem Zahnmediziner bieten sich aber die besseren Ansatzpunkte, um rauchende Patienten zu einer Entwöhnung zu motivieren. Der durch das Recall-System engere Kontakt zu den Patienten ermöglicht durch regelmäßige Interventionen zur Rauchentwöhnung zu bewegen und diese zu begleiten. Zudem seien Verfärbungen an Zähnen oder drohender Implantatsverlust Folgen des Rauchens, die Raucher nicht erst in ferner Zukunft, sondern direkt zu spüren bekommen.
Rauchen als Risiko für die Mundgesundheit
Der erste Referent, Dr. Rüdiger Butz, Vizepräsident der Zahnärztekammer Nordrhein und niedergelassener Zahnarzt in Moers, zeigte sich überzeugt, dass die Raucherentwöhnung ein Bereich ist, den Zahnärzte künftig stärker aufgreifen sollten. Die Zahnärztekammer werde dies unterstützen. In seinem Vortrag ging Dr. Butz auf die zahnmedizinischen Auswirkungen des Rauchens ein, insbesondere den Zusammenhang zwischen Rauchen und Parodontitis: Rau- chen erhöht das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken – so wird einem Raucher, der seit 20 Jahren 20 Zigaretten am Tag raucht, ein 20-fach erhöhtes Risiko zugeschrieben. Das Rauchen kann eine Parodontitis auslösen und schmälert die Chancen auf eine Heilung. Eine gute PAR-Ausheilung sei eigentlich nur zu erreichen, wenn der Patient das Rauchen einstelle, so der Referent. So überrascht es wenig, dass 80 bis 90 % der therapieresistenten Patienten mit Parodontitis zur Gruppe der Raucher gehören. Neben der Parodontitis- bzw. Periimplantitisgefahr, erhöht das Rauchen auch vielfältige weitere orale Risiken, wie das Auftreten von Mundhöhlenkarzinomen, Leukoplakie, Rauchermelanose, Wundheilungsstörungen und Osteopenie. Wie die Tabakentwöhnung sinnvoll in den zahnärztlichen Praxisablauf integriert werden kann, schilderte Dr. Vanessa Langenbrinck, niedergelassene Zahnärztin in Düren, in ihrem überzeugenden Vortrag. Zunächst stellte Dr. Langenbrinck fest, dass viele Raucher aufhörwillig sind: Einer von dreien würde das Rauchen gerne aufgeben, wie eine Umfrage ergab, und drei Viertel der Raucher in Europa haben kürzlich versucht aufzuhören. Bei den Gründen für den Rauchstopp stehen die positiven Aspekte, die damit erreicht werden sollen, im Vordergrund: die Ästhetik von Zähnen und Haut, die Vorbildfunktion den eigenen Kindern oder Enkeln gegenüber und eine höhere physische Leistungs- fähigkeit. Den Positiv-Aspekt „schöne Zähne“ kann man in der Zahnarztpraxis gut aufgreifen, indem man dem Patienten die Folgen des Rauchens für die Vorgänge im Mund erklärt und unmittelbar sichtbar macht. Zudem hat der Zahnarzt für eine erfolgreiche Raucherentwöhnung den Vorteil, seine Patienten dank Recall relativ häufig zu sehen und auch jüngere, gesunde Patienten erreichen zu können.
5A-Stufenmodell zur Entwöhnung
Dr. Langenbrinck stellte das so genannte „5A“-Stufenmodell als eine systematische Vorgehensweise bei der Raucherentwöhnung vor (s. Grafik). Das Programm besteht aus den folgenden Schritten: Zunächst erfolgt eine Tabakkonsumanamnese (ASK), danach eine Kurzintervention, bei der angeraten wird, auf das Rauchen zu verzichten (ADVICE). Dr. Langenbrinck betonte, dass viele rauchende Patienten bereits hier aussteigen und dies dann auch akzeptiert werden müsse, um den Patienten nicht zu verärgern. Im nächsten Schritt (ASSESS) schätzt der Zahnarzt die Motivation des Patienten ein, mit dem Rauchen aufzuhören. Fällt die Abwägung positiv aus, folgen Planung und Vorbereitung des Rauchstopps mit Verhaltensänderungen und Rauchstopptermin (ASSIST). Begleitend wird eventuell ein unterstützendes Medikament (Champix®, Pfizer) verordnet. In der Abschlussphase (ARRANGE) werden Probleme, z. B. Gewichtszunahme, und Ausrutscher besprochen und, falls nötig, weitere Unterstützung bzw. Zusatzmaßnahmen organisiert. Je mehr Zeit in das Programm investiert werde, so Dr. Langenbrinck, desto höher sei die Erfolgsquote. Damit die Einführung eines Raucherentwöhnprogramms die Zeit des Zahnarztes nicht zu sehr beansprucht, ist eine Aufgabenteilung sinnvoll: Die Dentalhygienikerin kann bei der Zahnreinigung über die Vorteile eines Rauchstopps für die Ästhetik der Zähne und des Parodonts sprechen. Die Praxismanagerin teilt Anamnese- und Fragebögen sowie Infomaterial aus. Die Kurzintervention, das Orientierungsgespräch und die Dokumentation der Raucherentwöhnung leistet der Zahnarzt selbst. Die Raucherentwöhnung muss zudem für den Zahnarzt kein Minusgeschäft sein. Dr. Langenbrinck wies darauf hin, dass sich verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten bieten: als Verlangensleistung oder über die GOÄ- Ziffern 34 (Raucherentwöhnung) oder A56 (Verweilen bei überlanger Beratung). Abschließend verdeutlichte die Referentin, wie eine Tabakentwöhnung beispielsweise in eine PAR-Behandlung integriert werden kann. Die 12-wöchige Behandlungsphase mit sieben Terminen bietet ideale Rahmenbedingungen für die Betreuung eines aufhörwilligen Rauchers.
Die 5 A‘s für den Zahnarzt So helfen Sie Ihrem Patienten beim Rauchverzicht: Erfolgsraten hängen von der aufgewendeten Zeit einer Entwöhnungsberatung ab |
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Wie die Sucht entsteht
Humanmediziner und Buchautor Dr. Otmar Carewicz erklärte die physiologischen Vorgänge beim Rauchen, die einen Genuss beim Nikotinkonsum hervorrufen und es den Betroffenen schwer machen, die Gewohnheit aufzugeben: Nikotin wirkt im Gehirn. Es stimuliert die a4b2-Acetylcholin- Rezeptoren und löst die Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen und Hormonen aus und beeinflusst so unterschiedliche Körperfunktionen. Da Nikotin die Blut-Hirn- Schranke sehr schnell überwindet, besetzen die Nikotinmoleküle schon sieben bis acht Sekunden nach dem ersten Zug die Rezeptoren im mesolimbischen System, daher die schnelle gefühlte Reaktion des Körpers auf die Zigarette. Die Ausschüttung von Noradrenalin und Dopamin ist verantwortlich für die als angenehm empfundene Veränderung des körperlichen bzw. Gemütszustandes beim Rauchen. Noradrenalin wirkt beruhigend bzw. stimulierend; es aktiviert die Aufmerksamkeit sowie die Aufnahmefähigkeit des Gedächtnisses und hat eine antidepressive und aggressionshemmende Wirkung. Die Erhöhung des Dopaminspiegels ist zudem mit einem allgemeinen Belohnungs-, Befriedigungsund Genussgefühl verbunden. Ein sinkender Dopaminspiegel sorgt dann für das Verlangen nach der nächsten Zigarette. Das Bedürfnis, den schwankenden Pegel auszugleichen, ist maßgeblich für die Nikotinsucht verantwortlich. Hinzu kommen soziale und psychologische Faktoren, wie Dr. Carewicz ausführte. Im Laufe der Zeit finde bei den meisten Rauchern eine Koppelung spezifischer Situationen an die Zigarette statt, wie etwa das Kaffeetrinken. Fehlt das Nikotin in dieser Situation, wird es vermisst, da die Situation im Suchtgedächtnis gespeichert ist im Sinne einer Konditionierung.
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Literaturverzeichnis
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6. Tashkin D et al. Efficacy and safety of varenicline for smoking cessation in patients with mild to moderate Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD). Presented at CHEST 2009, the 75th annual international scientific assembly of the American College of Chest Physicians (ACCP), Oct 31st – Nov 5th, San Diego, California.






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