Studienergebnisse besagen:

Frauen können Zahnfarben besser differenzieren

Drucken aktualisiert am 22.10.2009

Im Rahmen einer multizentrischen Studie an 15 Universitäten in 9 Ländern wurde untersucht, ob das Geschlecht und die Erfahrung das Farbdifferenzierungsvermögen beeinflussen. Die Ergebnisse wurden jetzt publiziert*, die nachfolgend kurz zusammengefasst sind.

Softwareprogramm ToothguideTrainer.
Softwareprogramm ToothguideTrainer.

Methode



Die Untersuchung wurde mithilfe des Toothguidetrainers (TT) und der ToothguideTrainingBox (TTB) durchgeführt – ein von Prof. Holger Jakstat entwickeltes und bevorzugt im vorklinischen Zahnmedizin- Studium eingesetztes Lehr- und Lernkonzept zur Zahnfarbdifferenzierung (Abb. 1 u. 2). Der TT ist ein kostenfreies, über das Internet herunterladbares Softwareprogramm, das auf der Basis des 3D Master Toothguides (VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen) erstellt wurde. Danach muss systematisch die Zahnfarbe in drei Schritten nach Helligkeit, Intensität und Ton bestimmt werden. Es schließt sich ein Testprogramm unter Einbeziehung aller Farbmuster an. Die TTB, eine Hardware auf der gleichen Basis und mit gleichem Ablauf wie der TT, ist ebenfalls kostenfrei erhältlich.
Die Tests erfolgten an den Universitäten Beirut, Leipzig, Graz, Budapest, Siena, Innsbruck, Paris, Heidelberg, Ljubljana, Pecs, Madrid, Los Angeles, Greifswald, Berlin und Houston. Die Ergebnisse der Einzelkliniken wurden anschließend zusammengefasst. Insgesamt nahmen 614 farbsehtaugliche Probanden teil. Davon waren 305 weiblich und 309 männlich. 319 waren Studenten der Zahnmedizin, 295 Zahnärztinnen und Zahnärzte. Für alle Teilnehmer fand am Anfang eine Einführung in die Zahnfarbdifferenzierung statt und es schloss sich ein Farbsehtest (Ishihara Test) an, um farbfehlsichtige Probanden zu identifizieren und von der Untersuchung auszuschließen. Danach durchliefen alle Probanden den TT und die TTB mit anschließendem Testmodus.  

Auswertung



Für die Tests, bei denen 15 zufällig ausgewählte Zahnfarben bestimmt werden mussten, erhielten die Teilnehmer Punkte, die in Abhängigkeit von der Bestimmungsgenauigkeit vergeben wurden. Je exakter die vorgegebene Zahnfarbe im dreidimensionalen Farbraum bestimmt wurde, desto mehr Punkte wurden erzielt. Die statistische Auswertung erfolgte mithilfe des Mann- Whitney-U-Tests. 

Ergebnisse



Die Ergebnisse zeigen eine statistisch signifikant bessere Farbbestimmung bei den weiblichen Probanden im Vergleich zu den männlichen Teilnehmern. Zwischen den Studierenden und approbierten Teilnehmern gab es bei dieser Untersuchung keine signifikanten Unterschiede.
Zusammenfassend lässt sich, bezogen auf diese Studie, feststellen, dass Frauen deutlich besser bei der Zahnfarbdifferenzierung abschneiden und es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen „Profis“ und „Laien“ gibt.

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Fotostrecke
Toothguide Training Box mit definierter Lichtquelle und Bedien- und Auswertungsnotebook.  


Literaturverzeichnis

* Journal of Dentistry, Does gender and experience influence shade matching quality? Journal of Color and Appereance in Dentistry, Volume 37, Supplement 1, S. 40-44.  

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