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Giant-Art-Zahnskulpturen machen die „Kunst der Zahnmedizin“ sichtbar
DruckenSeit Neuem sieht man auf Kongressen, Zahnärztetagen und Messen immer wieder die überdimensionalen, künstlerisch gestalteten Molarzähne. Sie scheinen als Publikumsmagnet zu wirken, denn die bunten Zahnskulpturen von Giant-Art.de sind oftmals die meistfotografierten Objekte auf Veranstaltungen der vorgenannten Art. Nachfolgend wird über die Idee, Herstellung und Installation berichtet.

Im Rahmen verschiedener stadtbezogener Projekte mit Großfiguren wie dem Berliner Buddy Bären oder der Cowparade haben wir festgestellt, dass grundsätzlich überproportional viele Ärzte an diesen Projekten teilnehmen“, berichtet Karsten Ludwig als Initiator des Projektes „Giant-Art. de“ über die Motivation zur Erstellung der Riesenzähne. Mit seinem Unternehmen erbringt er unter Einbindung von „Kunst“ Dienstleistungen in den Bereichen Marketing und Marketingkommunikation. Zur Kundschaft gehört neben der KZBV u. a. die Apotheker- und Ärztebank, wodurch man insbesondere auch für das Marktsegment Ärzteschaft, konkreter die Zahnmedizin, sensibilisiert wurde. So wurde die Idee geboren, überdimensionale Zähne gestalten zu lassen, die in und vor den Praxen die Kunst der Zahnmedizin sichtbar machen sollten.
Kunstcharakter senkt Umsatzsteuer
Nach Rücksprache mit Künstlern, die für die bildhauerische und die gestalterische Leistung verantwortlich sind, wurde deutlich, dass die Erstellung von wetterfesten Zahnskulpturen umsetzbar ist. Bedenken hinsichtlich der standesrechtlichen Bewertung eines solchen Kunstprojektes konnten schnell ausgeräumt werden und ließen sogar die Unterstützung der Aktion erkennen. Schließlich handelt es sich bei den Skulpturen – trotz der unbestrittenen subtilen aufmerksamkeitfördernden Wirkung – nicht um Werbung, sondern um Kunst ... Im Sinne der in der Regel fehlen- den Vorsteuerabzugsfähigkeit bei der Zahnärzteschaft wurde seitens der Oberfinanzdirektion eine entsprechende Würdigung vorgenommen: Bei den Skulpturen handelt es sich grundsätzlich um Unikate und somit auch unter fiskalischer Betrachtung um Kunst. Als solche werden die Skulpturen daher lediglich mit 7 % statt mit 19 % Umsatzsteuer veranlagt. Aus dieser Bewertung ergibt sich beim Aufstellen der Zähne im Außenbereich ein weiterer Vorteil: Gemäß den verschiedenen Landesbauordnungen bedarf es in der Regel keinerlei Baugenehmigung, wenn die Zähne nach individueller Gestaltung bei dem Kunden aufgestellt werden. Bis dahin ist es aber ein langer Weg, oder um mit Karl Valentin zu sprechen: „Kunst ist schön, macht aber verdammt viel Arbeit!“
Die Herstellung
Zunächst werden die Zähne im Bildhaueratelier in Gymnich, nahe Köln, von Klemens Hechenrieder geschaffen. Der Absolvent der Düsseldorfer Kunsthochschule ist vornehmlich bildhauerisch tätig. Anfangs entstand eine ca. 30 cm große Wachsskulptur, die verschiedenen Ärzten gezeigt und nachfolgend entsprechend den Tipps und Anforderungen optimiert wurde. „Zugunsten einer besseren Standfähigkeit haben wir uns allerdings grundsätzlich für drei gleichlange Wurzeln entschieden“, berichtet der Bildhauer von seinem künstlerischen Eingriff in die Natur. Auf Basis des abgenommenen Modells entstehen die Zahnskulpturen, die in drei verschiedenen Größen erhältlich sind. Die 30 cm großen Varianten sollten ursprünglich lediglich den Effekt verschiedener Gestaltungen auf den Zähnen zeigen. Sie kamen allerdings bereits bei der ersten Präsentation so gut an, dass diese mit ins Programm aufgenommen wurden.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Größen 1,45 m und 2,05 m, die insbesondere für den Einsatz im Außenbereich geeignet sind. Diese Skulpturen werden in einem aufwendigen Verfahren von Hand laminiert, wobei Kunstharz mit Glasfasermatten in Verbindung gebracht wird. Dadurch entsteht bei einem relativ geringen Gewicht von lediglich ca. 30 kg (1,45 m Höhe) bis ca. 50 kg (2,05 m Höhe) eine hochfeste Skulptur. Die Gestaltung der Skulpturen kann unter Verwendung der angebotenen Musterdesigns erfolgen. Die Regel ist aber, dass der Kunde eigene Vorstellungen und Wünsche für die Gestaltung hat. Auf Basis der Briefinggespräche mit dem Kunden entstehen dabei zunächst Entwürfe, die die Kundenanforderungen berücksichtigen. Dabei können explizit Wünsche geäußert werden, bei denen z. B. die Praxisfarben eingearbeitet werden oder eine Berücksichtigung des Corporate Designs bzw. der Corporate Identity der Praxis stattfindet.
Nach der Freigabe der Entwürfe werden diese auf der Großskulptur umgesetzt. Die Frage nach der Wetterfestigkeit wird dabei gerne beantwortet: Der gestaltende Künstler Martin Dippel ist insbesondere auch immer dann gefragt, wenn es um die individuelle Gestaltung von Flugzeugen geht. Als Referenzobjekt nennt er den sehr aufwendig gestalteten Jet des Manchester United Football Clubs (Airbus A 320): „Die Gestaltung von Jets muss die Reibung der Luft bei ca. 1.000 km/h sowie Temperaturschwankungen von etwa minus bis plus 70 Grad aushalten! Da wir vom Prinzip her die Zahnskulpturen gleich bearbeiten wie einen Jet, bin ich hinsichtlich der Haltbarkeit der verwendeten Farben und Lacke auf den Zähnen sehr entspannt“. Selbst Graffitis ließen sich in der Regel rückstandsfrei entfernen. Somit ist sicher gestellt, dass die Kunden an den groß dimensionierten Zähnen lange Freude haben.
Die Installation
Die Zahnskulpturen können unter Verwendung der in den Wurzelkanälen befindlichen Gewindestangen in den Boden verbracht und so dauerhaft befestigt werden. Alternativ gibt es ein Rollbrett, das neben einem festen Stand auch die Beweglichkeit sichert. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Größe 1,45 m eine Breite von 0,78 m hat und sich diese Skulptur somit durch jede Standardtür bewegen lässt, falls man sie möglicherweise hinein- und hinaus schieben möchte. Die Nettopreise der Skulpturen beinhalten neben den Entwürfen und der künstlerischen Gestaltung auch die Anlieferung innerhalb Deutschlands. Die Zahnskulpturen kosten 495 € (bei einer Größe von ca. 30 cm) bzw. 3.490 € (ca.1,45 m) oder 5.950 € (ca. 2,05 m).
„Wenn ich eine Arztpraxis beraten würde, so würde ich sehr bald die Frage danach stellen, wie man aktuell gegenüber Patienten Innovationsbereitschaft oder das Empfinden für Ästhetik nach außen dokumentiert. Gerade die Ansprüche an die sogenannten weichen Faktoren gilt es zukünftig im Wettbewerb noch stärker zu beachten. Manche Praxen sind heute schon sehr weit entwickelt und man kann sich dort sehr wohl, ja regelrecht geborgen fühlen. Da sich der Standard sukzessive nach oben verschiebt, bietet Kunst, im konkreten Fall die Giant-Art-Skulpturen, eine nachhaltige Möglichkeit, bereits sprichwörtlich von außen als innovativ wahrgenommen zu werden. Marketing wird halt für die Praxen immer wichtiger“, weiß Karsten Ludwig als Schüler des Marketingprofessors Heribert Meffert, der an der Uni Münster den ersten Marketinglehrstuhl in Deutschland gründete und heute als Marketingpapst gilt.
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Weitere Informationen finden Sie auf:
ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 12 _ Dezember 2011












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