Kurzverzeichnis Implantologie
Kurzverzeichnis Implantologie

Kreuzfahrt von Tahiti zur Osterinsel durch den Südpazifik

Drucken Von Dr. Renate V. Scheiper    aktualisiert am 05.02.2010

Die Erfüllung eines lang gehegten Traumes – durch die Tuamotu-Atolle, die Marquesas- und Gambier-Inseln, die alle zu Französisch-Polynesien gehören, über das britische Hoheitsgebiet Pitcairn, die Insel der Meuterer, bis zur geheimnisvollen chilenischen Osterinsel zu fahren – beginnt auf Tahiti.

Rituelle Südseetänze.
Rituelle Südseetänze.


Nach langem Flug und einer Inselrundfahrt auf Tahiti kommt am Nachmittag der große Moment der Einschiffung auf einem Kreuzfahrtschiff. Um 18 Uhr heißt es: Leinen los mit Kurs auf den Tuamotu-Archipel, eine Gruppe aus 69 flachen Korallensandinseln. Am Morgen taucht am Horizont aus dem endlosen Blau des Pazifiks die erste Insel Rangirooa auf. Tausende von Palmen wiegen sich am blendend weißen Korallen-Sandstrand. Mit temperamentvoll gespielten Südsee-Rhythmen und duftenden Blumengirlanden werden wir begrüßt. Kristallklar ist das Wasser. Kein Fisch lässt sich durch Schnorchler oder Taucher stören. Mit traditionellen Tattoos an Armen und Beinen versehen, führen uns junge Männer zu den schönsten Schattenplätzen unter Palmen, wo ihre Mütter selbst gemachte Souvenirs verkaufen. Ähnlich paradiesisch ist die Insel Takaroa. Hier wird eine Farm besucht, wo die berühmten schwarzen Südseeperlen gezüchtet und verkauft werden. Das Geschäft blüht.

Inselhopping zwischen Naturerlebnissen und Historie



Die schwarze Südseeperlen werden zum Verkauf ausgelegt.
Die schwarze Südseeperlen werden zum Verkauf ausgelegt.
Vulkanisch mit steilen, grünen Bergen überrascht Nuku Hiva, die größte der 16 Marquesas- Inseln. Hier sind mitten im Regenwald erste Tikis, Götter- oder Ahnenfiguren zu sehen. Rituelle Tänze, von Trommeln untermalt, werden für uns vor atemberaubender Bergkulisse auf dem großen Tohua, dem Kultplatz, dargeboten. Bis auf die höchsten Gipfel klettert der Regenwald. Im Angesicht der Götterfiguren verkaufen die Insulaner frische Vanillestangen. Mangos hängen an bindfadenähnlichen Strängen von den Bäumen. Ananasfrüchte verbergen sich zwischen den spitzen Blättern der Pflanze. Ein wahres Paradies – wenn nicht die Mücken wären. Auf der romantischen Insel Hiva Oa besuchen wir das schlichte Grab des heute berühmten französischen Malers Paul Gauguin, der hier lebte, malte und 1903 in den Armen seiner jungen Geliebten starb – arm und verbittert. Phantastisch der Blick auf grüne Vulkanberge und opalblaues Meer . Während der Fahrt zu den Inseln hören wir Vorträge über Geschichte, das Leben der Menschen, ihre Kultur und die oft grausame Christianisierung.

Das Grab von Paul Gauguin lockt viele Besucher.
Das Grab von Paul Gauguin lockt viele Besucher.
Geologisch sehr interessant sind die 14 Gambier-Inseln, die alle innerhalb eines 65 km langen Korallensaumriffes liegen, wie uns der Kapitän auf einer Seekarte zeigt. Mit nur acht Kilometern Länge ist Mangareva die größte. Wie überall, werden wir bei der Anlandung von zauberhaften jungen Frauen mit Blütengirlanden empfangen, Kindergruppen erfreuen uns begeistert mit feurigen Tänzen. Es macht ihnen selbst Spaß. Da Sonntag ist, besuchen wir die Kirche. Festlich gekleidet sind die Inselbewohner zum Gottesdienst gekommen, singen laut und inbrünstig die Kirchenlieder. Das Kreuz über dem Altar ist aus schimmerndem Perlmutt gearbeitet.

Freundliche Begegnungen mit den Einheimischen



Nächstes Ziel ist Pitcairn, eine nur 4,5 qkm kleine, steile Felsinsel, auf der sich vor knapp 220 Jahren die berüchtigten Meuterer von der Bounty versteckten, um dem Galgen in England zu entgehen. Sie hatten ihren Kapitän Bligh mit einigen Getreuen in einem winzigen Boot ausgesetzt in der vergeblichen Hoffnung, sie würden elend umkommen. Ein halbes Jahr lang waren sie auf Tahiti von den Südseeschönheiten verwöhnt worden, während Kapitän Bligh im Auftrag der Britischen Admiralität die Schösslinge des Brotfruchtbaumes für die Karibikinseln sammelte. Sie hatten keine Lust, wieder zurückzukehren ins kalte, unfreundliche England – keinesfalls weil ihr Kapitän grausam war –, das ist nur eine publikumswirksame Filmidee.

Leider ist das Wasser zu aufgewühlt für eine Anlandung auf Pitcairn, denn einen Hafen gibt es nicht. Also kommen die 56 Bewohner mit Kind und Kegel auf ihrem schwankenden Langschiff längsseits, springen geschickt herüber und breiten im Salon ihre Schätze aus wie Briefmarken, Nachbauten der Bounty und Handarbeiten aller Art. Sie alle sind Nachkommen der Meuterer. Viele heißen Christian mit Nachnamen, sind Urenkel des Obermeuterers Fletcher Christian. Sie erzählen vom heutigen, einfachen Leben auf der Insel ohne Flugplatz, ohne Fähren, ohne Autos. Doch sie sind glücklich, „wenn wir nicht immer von Neuseeland bevormundet würden“, sagen sie. Denn sie gehören zum britischen
Moai heißen die berühmten Steinfiguren auf der Osterinsel.
Moai heißen die berühmten Steinfiguren auf der Osterinsel.
Empire.

Bei ruhiger See können wir am nächsten Tag an den zwei zu Pitcairn gehörenden Inseln Henderson und Ducie mit den Gummibooten anlanden. Sie sind nur von Vögeln bewohnt, liefern Eier und Holz für Pitcairn – aber in Massen. Riesige blau-lila Stacheln von Seeigeln liegen am schneeweißen Korallenstrand, klirren wie Glas und sind scharf wie Messer. Tölpel mit bernsteinfarbenen Augen blicken verwundert von ihren Nestern am Boden auf. Ebenfalls blau-lila Kokoskrabben kriechen über den Strand, ihr Hinterteil von einer halben Kokosnussschale bedeckt.

Die „bekannten“ Steinfiguren warten auf der Osterinsel



Letztes magisches Ziel der Kreuzfahrt ist die Osterinsel, Rapa Nui (= Großer Stein). Schaurig-mystisch taucht sie in der Ferne auf, wolkenverhangen und 3.800 km von Südamerika, über 4.000 km von Tahiti entfernt. Von Archäologen wurde inzwischen die Theorie Thor Heyerdahls, sie sei von Südamerika aus besiedelt worden, weitgehend widerlegt. Seit 1722 der holländische Admiral Jacob Roggeveen die Insel am Ostersonntag (daher der Name) „entdeckte“, mussten die Menschen grausame Schicksale durch Kolonialmächte erleiden. Noch heute gehört sie zu Chile.

Von weitem schon grüßen die Moai, die einzeln und in langer Reihe auf Plattformen stehenden Großfiguren mit und ohne Hut beim Hauptort Hanga Roa. Ein letztes Mal wird ausgebootet, denn einen Hafen gibt es auch hier nicht. Es gießt in Strömen bei der Rundfahrt über die Insel. Doch unverzagt balancieren wir unter Schirmen und in Capes gehüllt im Steinbruch des Vulkans Rano Raku zwischen riesigen Köpfen entlang, die wie Pilze aus dem Erdreich sprießen. Sie waren fertige Figuren, sind aber nie zu ihrem Bestimmungsort an der Küste gelangt und vom Sand halb verschüttet.

Bilderbuchblick von der Insel Nuku Hiva aufs offene Meer.
Bilderbuchblick von der Insel Nuku Hiva aufs offene Meer.
Die „Hutfabrik“ befindet sich weit entfernt in einem Gebiet rotbrauner Lava. Auch hier liegen fertige und unfertige Hüte gigantischen Ausmaßes halb im Erdreich. An der Küste schauen wir hinauf zu den auf dem langen Sockel des Ahu Nau Nau stehenden Moai mit langen Ohren und dem großen rötlichen Hut. Sie kehren dem Meer den Rücken. Ihre großen, aus Perlmutt eingelegten Augen schauen ernst, doch Schutz verheißend auf die Inselbewohner. Es sind wohl die Ahnen der Ureinwohner. Moai-Figuren in handlicher Größe werden verkauft. Viele der jungen Männer haben die Haare auf dem Kopf hoch aufgebunden und mit einer Feder geschmückt, wie sie es als Mitwirkende im 1994 auf der Osterinsel gedrehten Spielfilm „Rapa Nui“ trugen.

In der Kirche von Hanga Roa, dem einzigen Ort der Insel, sind alle Heiligenfiguren im zauberhaften Stil der alten Vogelkult-Tradition geschnitzt, jedes Haupt gekrönt von einem Vogel. Der heilige Franziskus, der den Vögeln predigte, ist sogar ganz als Vogel dargestellt.
Informationen:
Verschiedene Kreuzfahrtschiffe fahren meist im Frühjahr oder Herbst in 10 bis 14 Ta- gen die beschriebene Route. Aktuelle Informationen in Reisebüros. Flüge auf die Osterinsel nur von Santiago de Chile aus mit Lan Chile, von Tahiti Air France.

Buchtipps: Dumont Richtig Reisen „Südsee“, 22,50 € Polyglott/Apa Guide „Chile – Osterinsel“, 19,95 €. Sehr zu empfehlen aus dem Verlag Philipp von Zabern „1.500 Jahre Kultur der Osterinsel“ (antiquarisch) und von Hermann Fischer „Schatten auf der Osterinsel – Plädoyer für ein vergessenes Volk“ BIS Verlag Oldenburg 1998 (antiquarisch) sowie Charles B. Nordhoff/James N. Hall: Die Meuterei auf der Bounty – Schiff ohne Hafen“, Verlag Delius Klasing/Edition Maritim, 16,90 €.


 

 
Fotostrecke
Die schwarze Südseeperlen werden zum Verkauf ausgelegt.   Das Grab von Paul Gauguin lockt viele Besucher.   Moai heißen die berühmten Steinfiguren auf der Osterinsel.   Bilderbuchblick von der Insel Nuku Hiva aufs offene Meer.  

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