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Laser in der Kinderzahnheilkunde: Vertrauen schaffen, schmerzfrei behandeln
DruckenFür die Behandlung von Kindern sind zwei Faktoren entscheidend: Vertrauen und eine schmerzarme Behandlung. Vertrauen schafft der Zahnarzt, indem er jeden Schritt der Behandlung mit den kleinen Patienten bespricht, sie aufklärt und Interesse weckt. Auch Geschichten erzählen gehört dazu und natürlich eine angenehme Atmosphäre in der Praxis. Eine besonders schmerzarme Behandlung wird in vielen Fällen durch den Einsatz des Lasers in der Kinderzahnheilkunde möglich. Im folgenden Beitrag beschreibt die Autorin den Einsatz des SIROLaser Advance bei einem kleinen chirurgischen Eingriff in der Kindersprechstunde. Dabei fließen Angaben zum Gerät in die Ausführungen ein.
Kindern die Unsicherheit vor dem Zahnarztbesuch zu nehmen, fängt schon beim Empfang an. So begrüßen meine Mitarbeiterinnen nicht nur die Eltern, sondern bewusst auch die Kinder. Zudem haben wir unser Wartezimmer kindgerecht gestaltet, zum Beispiel gibt es bei uns altersgerechtes Spielzeug. Da wir keine reine Kinderpraxis sind, sondern auch Erwachsene behandeln, ist es wichtig, dass sich die anderen Patienten nicht gestört fühlen. Viele wollen vor einer Behandlung lieber ihre Ruhe haben, und das gilt es zu respektieren. Deshalb haben wir Kindersprechstunden eingeführt. An diesen Nachmittagen, an denen wir nur Kinder behandeln, können sich die Kleinen im Wartezimmer austoben und wohlfühlen. Und wenn sie sehen, dass ein anderes Kind strahlend aus dem Behandlungsraum kommt, verlieren auch sie ihre Berührungsängste.
Beispiele für vertrauensbildende Maßnahmen
Bei der Behandlung selbst sollte man sorgsam darauf achten, jeden Schritt mit dem Kind abzustimmen. Dazu gehört, ihm ganz genau zu erklären, was man vorhat. Denn Grundlage für eine entspannte Behandlung ist eine starke Vertrauensbasis, die es aufzubauen gilt. Das bedeutet auch, dass man das Kind nur so behandelt, wie es mit ihm abgesprochen ist. Gegen diesen Grundsatz zu verstoßen, zum Beispiel indem man doch weiter schleift oder noch einen zweiten Zahn füllt, zerstört das Vertrauensverhältnis – meistens irreversibel.
Vor und während der Behandlung sollte man nur positive Wörter benutzen. Den Satz „Es tut nicht weh“ etwa vermeiden wir, weil er Schmerzen suggeriert. Eher sollte man das Kind in die Behandlung mit einbeziehen, indem es zum Beispiel den Geschmack der Wattebäusche zur Oberflächenanästhesie aussuchen kann. Hinweise darauf, dass es hier und da an den Zähnen etwas drückt oder es auch mal einen kleinen Piks gibt, sind bei der Behandlung durchaus erlaubt. Brauchen die Kinder Ablenkung, können sie sich einen Trickfilm während der Behandlung anschauen oder bekommen eine Geschichte erzählt. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Eltern. Auch hier spielen Aufklärung und Erklärung eine wichtige Rolle. Häufig ist es besser, Kinder allein zu behandeln, da sie von besorgten Eltern nervös gemacht werden können. Wissen die Eltern jedoch, was im Behandlungsraum geschieht, bleiben sie gerne auch einmal im Warteraum. Der richtige Umgang mit Kindern und auch mit besorgten Eltern will gelernt sein und sollte immer wieder aufgefrischt werden. Deshalb nehmen meine Mitarbeiterinnen und auch ich regelmäßig an Weiterbildungen teil.
Laseranwendung für die notwendige Schmerzarmut
Neben Vertrauen ist Schmerzarmut der zweite wichtige Pfeiler in der Arbeit mit Kindern – hierbei spielen Laser eine große Rolle. Berührungsängste kennen die Kleinen gegenüber dem Laser nicht. Sie finden es spannend, eine Schutzbrille aufzusetzen und das rote Licht zu sehen, das nicht wehtut. Ich arbeite seit zehn Jahren mit Lasern; seit einem halben Jahr nutze ich den neuen SIROLaser Advance (Firma Sirona, Bensheim). Meistens nutze ich den Diodenlaser für kleine chirurgische Arbeiten, wie zum Beispiel zum Durchtrennen von Lippenbändchen.
Patientenfall
Im vorliegenden Fall eines siebenjährigen Patienten blieben wegen des fleischig dicken Lippenbändchens und der tief nach palatinal inserierenden Fasern (Diagnose: Diastema mediale) die Schneidezähne im Oberkiefer weit auseinander stehen (Abb. 1). Daher mussten der Ansatz des Bandes gekürzt und die Fasern nach apikal zurückgelegt werden. Um möglichst schonend für den kleinen Patienten vorzugehen und damit er die Infiltrationsanästhesie nicht spürte, wurde zunächst eine Oberflächenanästhesie vorgenommen – per Wattebausch mit Erdbeergeschmack. Nachdem der Junge mit dem SIRO Laser Advance vertraut gemacht wurde, konnte die Behandlung beginnen. Beim Durchtrennen und Kürzen der Lippenbändchenfasern war durch die Anwendung des Lasers ein atraumatisches Vorgehen möglich. Die Knochenlamelle zwischen den beiden Schneidezähnen wurde durch eine zusätzliche Osteotomie geschwächt und leicht separiert. So kann eine spätere kieferorthopädische Behandlung vermieden und durch den Lückenschluss eine rezidivierende Lückenöffnung verhindern werden, die bei bestehenden Fasern zwischen den Zähnen möglich wäre. Postoperativ war noch die Furche am Alveolarfortsatz zwischen den Schneidezähnen zu sehen, die sich durch das Verlegen des Lippenbändchens mit dem Laser und die kleine Osteotomie gebildet hatte (Abb. 2). Ungefähr zehn Monate später war davon nichts mehr zu sehen. Der Heilungsprozess verlief optimal (Abb. 3).
Die Vorteile der Arbeit mit dem Laser gegenüber konventionellen Behandlungen bestehen darin, dass auf ein Skalpell verzichtet werden kann, die Wunde nicht genäht werden muss und dadurch auch keine Schwellung auftritt. Die komplette Behandlung verläuft außerdem praktisch blutungsfrei.
Weitere Laserindikationen
Bei Kindern behandeln wir auch Aphten mit dem SIROLaser Advance. Die teils sehr schmerzhaften Bläschen im Mundbereich heilen nach der Anwendung des Lasers innerhalb eines Tages komplett ab; Schmerzfreiheit erhalten wir sofort. Auch Herpes lässt sich mit dem Laser gut behandeln. So kann der Ausbruch der Erkrankung durch die Laserbehandlung verhindert werden. Ist der Herpes bereits ausgebrochen und sind die Bläschen auf der Lippe oder im Nasenbereich schon sichtbar, führt die Behandlung mit dem Laser zu einer schnelleren Heilung.
Fazit
Mit der Laserbehandlung kann ich bei kleinen und großen Patienten punkten. Die schmerzarme Behandlung, das präzise und saubere Arbeiten sowie die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten machen den SIROLaser Advance zu einem wichtigen Einsatzwerkzeug in meiner Praxis. Mittlerweile fragen viele Patienten gezielt nach Laserbehandlungen oder empfehlen meine Praxis deshalb weiter. Gerade bei der Behandlung von Kindern ist der Lasereinsatz enorm wichtig und schafft Vertrauen. Nach der Behandlung gibt es im Übrigen für die Kleinen immer noch eine kleine Belohnung. Sei es, dass wir ein paar kleine Zaubertricks vorführen oder ihnen auch einmal ein Eis auf Rezept verschreiben.





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