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Aufeinander abgestimmtes Sortiment von Kompositen und Adhäsiven optimiert Füllungstherapie
DruckenDr. Carsten Thuma ist davon überzeugt, dass nur ein aufeinander abgestimmtes Sortiment von Kompositen und Adhäsiven eine optimale Verbindung für höchste Ansprüche in der modernen Füllungstherapie liefert. Anhand einer Produktkombination, für die er sich entschieden hat, beschreibt er unter Angabe der Produkteigenschaften an einem klinischen Fallbeispiel die schrittweise Vorgehensweise.

Abb. 1: Ausgangssituation.
Um alle Indikationen der modernen, ästhetischen Füllungstherapie zu realisieren, werden Komposite benötigt, die diesen hohen Anforderungen entsprechen. Dazu gehört neben einer geringen Abrasion, niedrigen Schrumpfungswerten und einer leichten Verarbeitung eine sehr gute Farbbeständigkeit. Die ästhetischen und funktionellen Ansprüche an ein Komposit werden in der modernen Zahnheilkunde durch Mikrohybride gewährleistet1. Basierend auf der aktuellsten Nanotechnologie bilden sie dauerhafte Restaurationen, die sich perfekt an die Farbgestaltung der natürlichen Zahnhartsubstanz adaptieren2.
Voraussetzung für eine langlebige Versorgung ist auch die Wahl eines Adhäsivs, das eine optimale Verbindung zwischen Zahn und Restaurationsmaterial herstellt3,4,5. Hervorragend dafür eignen sich Systeme der neuen Self-Etching-Generation, die in einem Arbeitsschritt ätzen, primen und bonden und einen extrem haltbaren Haftverbund garantieren6.
Anhand des folgenden Patientenfalls wird dargestellt, wie man mit einem aufeinander abgestimmten Sortiment von Kompositen und Adhäsiven (hier Ceramolar® u. Dentamed® E&B 1, beide Fa. Dr. Ihde Dental/Eching) hervorragende Ergebnisse in der Füllungstherapie erzielen kann.
Patientenfall
An Zahn 25 des 23-jährigen Patienten wurde Approximalkaries diagnostiziert (Abb. 1). Der Behandlungsplan sah die Versorgung der Kavität mit einer Kompositfüllung (MOD) vor. Um eine natürliche Optik und eine optimale Haftung zu gewährleisten, sollte das Aufbaumaterial schichtweise und in verschiedenen Farbstufen eingearbeitet werden.
Nach der Kariesexkavation, die schrittweise und unter ständiger Sichtkontrolle erfolgte, wurde ein Kofferdam von Zahn 23 bis Zahn 27 gelegt und mithilfe von Zahnseide in den Zwischenräumen dicht an der Gingiva positioniert (Abb. 2). Zum Schutz gegen ein Überpressen des Füllungsmaterials und zur korrekten Gestaltung der Zahnfläche diente eine Matrize aus feinem Stahlblech, die mit zwei Interdentalkeilen zwischen den Zähnen 24 und 25 sowie 25 und 26 fixiert wurde. Danach wurde die Zahnoberfläche mit Wasserstoffperoxid (H2O2) ausgiebig desinfiziert.
Im Anschluss wurden der Schmelz und das Dentin in einem Arbeitsgang mit einem selbstätzenden Adhäsiv (Dentamed® E&B 1) konditioniert (Abb. 3). Dazu wurde der lichthärtende Haftvermittler auf die wasserfeuchte Dentin- und Schmelzoberfläche aufgetragen und 30 Sekunden intensiv eingearbeitet. Die Entfernung leicht flüchtiger Stoffe, die bei der Behandlung entstehen, geschieht durch sanftes Blasen mit Druckluft, mit der gleichzeitig das Kunststoff-Monomer dünn auf der Oberfläche verteilt wird. Der Haftvermittler wurde mit einer zehnsekündigen Lichtpolymerisation ausgehärtet (Abb. 4).
Kennzeichen des gewählten Adhäsivs sind eine hohe Anhaftkraft und eine sehr starke Bindung von Restaurationsmaterial auf Schmelz und Dentin. Die spezielle chemische Zusammensetzung minimiert laut Herstellerangaben zudem postoperative Sensibilitäten, wie zum Beispiel eine gestörte Thermorezeption. Aufgrund dieser Eigenschaften bildet es die ideale Grundlage für die Weiterbehandlung mit einem lichthärtenden Komposit.
Direkt nach der Bearbeitung der Kavitätenoberfläche mit dem selbstätzenden Adhäsiv wurde ein lichthärtendes Nanokomposit für Anterior- und Posterior-Restaurationen (Ceramolar®) aufgetragen (Abb. 5). Die punktgenaue Platzierung des Füllungsmaterials erfolgte mittels Druckspritze und Applikator. An der Randleiste beginnend erfolgte der Aufbau der Kavität. In mehreren Schichten wurde das Komposit in der Farbe A2 aufgebracht. Die Unterfütterung erfolgte in der Farbe A3, in der auch die Dentinschicht ausgearbeitet wurde. Dadurch entstand eine naturgetreue Restauration, die sich optimal in den Zahnbestand eingliedert. Jede Lage des Nanokomposits wird je nach Farbhelligkeit 20 bis 30 Sekunden lang separat polymerisiert. Da das Material während der Lichthärtung eine hohe Dimensionsstabilität aufweist, werden perfekte Randabschlüsse erzielt.
Die geringe Tiefe des Hohlraums ermöglicht nach der dreischichtigen Füllung die unmittelbare Gestaltung der Okklusalfläche mit Ceramolar®. Durch die gute Modellierbarkeit lässt sich das Material zügig verarbeiten. Im Gegensatz zu fließfähigeren Kompositen hat Ceramolar® neben der unkomplizierten Handhabung den Vorteil, dass eine hohe mechanische Festigkeit und Kantenstabilität entsteht.
Nach der vollständigen Ausformung der Zahnfläche wurden der Kofferdam entfernt und der Kieferbiss auf Störkontakte überprüft (Abb. 6). Kleine Korrekturen wurden mit einem Diamantbohrer abgetragen. Nach der Okklusions- und Artikulationskontrolle wurde der Zahn mit einer kompositverträglichen Politur auf Hochglanz poliert, was Verfärbungen und Plaqueablagerungen entgegenwirkt. Die Endsituation (Abb. 7) überzeugt durch eine ansprechende Ästhetik, da sich das Füllungsmaterial farblich optimal in die natürliche Morphologie einfügt.
Fazit
Dauerhafte und ästhetische Ergebnisse werden in der Füllungstherapie nur erzielt, wenn alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Meiner Meinung nach stehen mit Ceramolar® und Dentamed® E&B 1 zwei hochwertige Produkte zur Verfügung, die den hohen Ansprüchen der modernen Zahnheilkunde gerecht werden und zudem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis besitzen. Die Materialien vereinen ein einfaches Handling mit dem langfristigen Erhalt von Ästhetik und einer uneingeschränkten Funktionalität. Beide Produkte sind für Füllungen aller Klassen, ästhetische Korrekturen und Reparaturen von Verblendungen aus Keramik und Kunststoff geeignet. Dadurch sind der Haftvermittler und das Komposit in der Füllungstherapie flexibel einsetzbar.
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Literaturverzeichnis
- Lübke, F. A.: Die Auswirkungen der Applikationszeit und Applikationsart eines selbstätzenden Adhäsivsystems auf die Randständigkeit von Klasse-V-Füllungen im Schmelz und Dentin. Dissertation, Medizinische Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin (2009), S. 12.
- Lübke, F. A.: Die Auswirkungen der Applikationszeit und Applikationsart eines selbstätzenden Adhäsivsystems auf die Randständigkeit von Klasse-V-Füllungen im Schmelz und Dentin. Dissertation, Medizinische Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin (2009), S. 6.
- Okuda, M.; Pereira P. N. R.; Nakajima, M.; Tagami, J.: Realationship between nanoleakage and long-term durability of dentin bonds. In: Oper Dent 26 (2001), S. 482-490.
- Yuan, Y.; Ichinose, S.; Tagami, J.: Qualtitative analysis of adhesive interface nanoleakage using FE-SEM/EDS. Abstr. no 74, Japanese Association for Dental Research, <st1:place w:st="on"><st1:city w:st="on">Okayama</st1:city></st1:place> (2005).
- Yuan, Y.; Ichinose, S.; Tagami, J.: Effect of dentin depth on hybridization quality using different bonding tactics in vivo. In: J Dent 35 (2007), S. 664-672.
- Haller, B.; Blunck, U.: Übersicht und Wertung der aktuellen Bondingsysteme. In: Zahnärztl Mitt 93 (2003), S. 808.












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