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Was habe ich aus diesem Misserfolg gelernt? – Teil 2
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Abb. 18: Behandlungsergebnis nach der definitiven adhäsiven Befestigung der vier Veneers und das neue Lächeln der Patientin mit perfekter Ästhetik.
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Diskussion
Meine persönlichen Beobachtungen und mein intensives Interesse an diesem klinischen Fall haben mich zu verschiedenen Forschungsprojekten über das Ätzen und die Oberflächenbehandlung von Keramik geführt, die in Kürze veröffentlicht werden. Die klinische Entscheidung und Behandlungsplanung im vorgestellten Fall, zunächst eine kieferorthopädische Behandlung zur Korrektur der negativen Lachlinie, zur Extrusion der unteren Frontzähne und zur anderen Verteilung der Lücken zwischen den Zähnen durchzuführen, war korrekt. Eine kieferorthopädische Behandlung vor der Versorgung mit Veneers liefert einen besseren Ausgangspunkt für eine optimale Versorgung, wie auf den Abbildungen 9 und 10 zu sehen ist. In diesem Fall wäre auch eine Zahnaufhellung vor der Veneer-Versorgung empfehlenswert gewesen, denn dadurch hätte die Präparationstiefe, die hier für eine optimale Farbgebung notwendig war, verringert werden können. Der Fehler des Labors, das Veneer nicht zu ätzen, ist ein vermeidbares Versehen. Mit dem bloßen Auge festzustellen, ob ein geätztes Veneer adäquat gereinigt wurde, ist allerdings schwierig. Durch das Ätzen der Keramik mit Flusssäure entstehen auf der geätzten Fläche Salze, bekannt als Hexafluorsillikate, die den Verbund zwischen Keramik und Befestigungskunststoff beeinträchtigen, wenn sie nicht entfernt werden1,2. Diese Kristalle und Salze sind sichtbar, besonders wenn die Keramik überätzt wurde. Diverse Studien haben gezeigt, dass die sorgfältige Entfernung der gelösten Rückstände die Beeinträchtigung des Keramik-Komposit-Verbundes durch Überätzen signifikant reduziert2,3. Einige Hersteller empfehlen kürzere Ätzzeiten und geringer konzentrierte Flusssäure um die Bildung von Rückständen auf der Oberfläche zu reduzieren. Die Reinigung mit Ultraschall und Lösungsmitteln wie Ethanol wird empfohlen, um die Rückstände zu entfernen. Unsere zur Publikation bei der IADR (International Association of Dental Research) vorgelegte Studie belegt, dass die Reinigung mit Ultraschall verglichen mit der Reinigung durch Dampfstrahlen oder Phosphorsäure unwirksam ist. Es wird empfohlen die Oberfläche mit einer harten Bürste und Phosphorsäure zu reinigen. Das ist keine zeitabhängige, sondern eher eine mechanische Prozedur.
Laborstudien haben gezeigt, dass das Überätzen der Keramik den Verbund zwischen Keramik-Kunststoff um bis zu 50 % reduziert4-6. Unsere vorangegangene Studie belegt, dass die ausschließliche und korrekte Anwendung von Silan bei einer nicht geätzten Restauration einen sehr stabilen Keramik-Kunststoff-Verbund erzeugt7. Diverse Studien haben auch gezeigt, dass eine hoch reaktive silanisierte Fläche durch Kontamination vor der adhäsiven Befestigung sehr leicht nicht-reaktiv werden kann8,9. Forscher haben die optimale Ätzzeit verschiedener Keramiken untersucht. Es gibt Unstimmigkeiten bezüglich der Ätzzeit und -verfahren bei den Herstellern von Flusssäuren und den Keramikherstellern4,10. Die Variablen beim Ätzen der Keramik sind die Konzentration der Säure, der Säuretyp und der Leuzitgehalt der Keramik. Studien schlagen 90 bis 120 Sekunden Ätzzeit mit 5–9,5 %igem Ätzgel vor. Trotz dieser eindeutigen Vorgaben fanden wir in individuellen Anleitungen und in Herstellerinformationen empfohlene Ätzzeiten von 30 Sekunden bis 5 Minuten.
Nur sehr wenige Anbieter von Flusssäuren heben die Wichtigkeit der Oberflächenreinigung nach dem Ätzen hervor, die wir als kritischen Moment betrachten. Man sollte das Silan als sehr wichtige Komponente des adhäsiven Verbund stets im Kopf haben. Somit ist das ein sehr kritischer Arbeitsschritt, der vor dem Einsetzen und nur vom Zahnarzt ausgeführt werden sollte.
Fazit
Aus ursprünglichen Fehlschlägen habe ich meine wertvollen Lektionen bezüglich der der Behandlung der Keramikflächen vor der adhäsiven Befestigung gelernt. Das hat mir geholfen, die kritischen Schritte zu verstehen, die bei Nichtbeachtung zum Ablösen eines Keramik-Veneers führen können. Natürlich gibt es auch andere Ursachen für das Ablösen eines Veneers.
Korrespondenzadresse:
Prof. Nasser Barghi, DDS, MS,
Department of Restorative Dentistry
The University of Texas Health Science Center
7703 Floyd Curl Drive, San Antonio, TX 78229-3900
Informationen über den Autor und zu Kursangeboten unter www.tanaka.de
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Was habe ich aus diesem Misserfolg gelernt? – Teil 1
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Literaturverzeichnis
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