Vorankündigung: 11. Keramiksymposium in Dresden

Drucken Von Manfred Kern    aktualisiert am 14.11.2011

Das 11. Keramiksymposium findet am 26. November 2011 in Dresden statt – veranstaltet zusammen mit der DGÄZ (Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde). Das Symposium ist interdisziplinär eingebettet in den 25. Kongress der DGI (Deutsche Gesellschaft für Implantologie), der ebenfalls in Dresden stattfindet. Damit kann das Für und Wider vollkeramischer Versorgungskonzepte in der Implantologie „Tür an Tür“ diskutiert werden.




Für die rehabilitierende Prothetik wurde unter Einsatz der Adhäsivtechnik in den vergangenen Jahren ein neues Behandlungsverfahren entwickelt, das besonders den Lückenschluss mit minimalinvasiver Vorbereitung im Fokus hat. Professor Matthias Kern, Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, hat in diesem Bereich umfangreiche Erfahrungen gesammelt und die Ergebnisse international publiziert. Er wird auf dem 11. Keramiksymposium über „Einflügelige vollkeramische Adhäsivbrücken aus Zirkonoxidkeramik“ sprechen und dabei neue Belege zur klinischen Bewährung vorstellen.

Adhäsivbrücken mit ZrO2-Gerüst, verklebt mit einem Flügel am Nachbarzahn, gelten inzwischen als erprobte Therapielösung für den Lückenschluss im Frontzahnbereich. Studien aus Kiel zeigten dazu stets ermunternde Ergebnisse mit guten Prognosen. Mit dieser Technik wurde bewiesen, dass durch die einflügelige Versorgungsart die Eigenbeweglichkeit der Zähne erhalten bleibt.
Abb. 1: Einflügeliges ZrO2-Gerüst bei der Anprobe, regio 12.
Abb. 1: Einflügeliges ZrO2-Gerüst bei der Anprobe, regio 12.
In-vitro-Tests mit modernen Klebern auf ZrO2 haben gezeigt, dass Klebeflächen mit 30 mm2 Ausdehnung einer Zugbelastung von ca. 30 kg widerstehen – vorausgesetzt, die Auflageflächen wurden unter Kofferdam absolut trocken vorbehandelt. Mit dieser Versorgungsart kann in angezeigten Fällen das Beschleifen kariesfreier Lateralzähne für eine konventionelle Brücke oder ein Implantat, z. B. bei insuffizienter Knochensituation oder im juvenilen Gebiss, substituiert werden (Abb. 1 u. 2). Als Beleg der Haltbarkeit von adhäsiv befestigten Einflügel-Brücken mit ZrO2-Gerüst gilt auch die Arbeit von Dr. Martin Sasse, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Kern, der den Einfluss der Befestigungsmedien auf die klinische Haltbarkeit untersuchte. In der Studie „Randomisierte klinische Studie über zwei adhäsive Verbundsysteme für einflügelige, vollkeramische Adhäsivbrücken – Ergebnisse nach bis zu 34 Monaten“ wurden 30 Frontzahn-Adhäsivbrücken, einflügelig aus ZrO2-Keramik (e.max ZirCAD) hergestellt und mit Schichtkeramik (e.max Ceram) verblendet, über einen Zeitraum bis zu 34 Monaten beobachtet (Mittelwert 23,1 Monate).
Abb. 2: Endgültige Versorgung von palatinal (Abb. aus: „Vollkeramik auf einen Blick“, 4. deutsche Ausgabe [2010], Herausgeber AG Keramik).
Abb. 2: Endgültige Versorgung von palatinal (Abb. aus: „Vollkeramik auf einen Blick“, 4. deutsche Ausgabe [2010], Herausgeber AG Keramik).
Die Mindestschichtstärke der ZrO2-Flügel betrug 0,5 mm, die approximalen Verbinder hatten mindestens 7,5 mm2 Querschnittsfläche mit einer Dimensionierung von 3 x 2,5 mm (HxB). Zur Vorbereitung der Befestigung wurden die Klebeflächen abgestrahlt (Al2O3, Korngröße 50 μm, Strahldruck 2,5 bar). Für die Verklebung wurden zwei Präparate eingesetzt: 16 Brücken mit Kompositkleber Panavia 21 TC, 14 Brücken mit Kompositkleber Multilink Automix und Metal Zirconia Primer. Am Ende des Beobachtungszeitraums wurde in der Panavia-Gruppe eine leichte Mesio- Rotation festgestellt; mittels Tiefziehschiene wurde die Rückrotation ausgelöst. Eine weitere Brücke löste sich nach 11 Monaten. In der Multilink- Gruppe löste sich eine Brücke nach 21 Monaten – sie wurde rezementiert und reponiert. Wird das Lösen der Flügel als temporärer Misserfolg gewertet, erreichten die Versorgungen eine Erfolgsquote von 92 Prozent nach zwei Jahren (Überlebensrate nach Kaplan-Meier). 100 Prozent der Adhäsivbrücken blieben frakturfrei. Das Referat von Prof. Kern in Dresden wird anhand neuer Fälle die vielfältigen substanzschonenden Optionen der vollkeramischen Adhäsivbrücke der Fachwelt vorstellen.
 
Fotostrecke
Abb. 1: Einflügeliges ZrO2-Gerüst bei der Anprobe, regio 12.   Abb. 2: Endgültige Versorgung von palatinal (Abb. aus: „Vollkeramik auf einen Blick“, 4. deutsche Ausgabe [2010], Herausgeber AG Keramik).  
Weitere Infos unter:

ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 10 _ Oktober 2011

Manfred Kern

Schriftführung AG Keramik

Tel.: 0721 9452929

E-Mail: info@ag-keramik.de

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