Kronentrenner: Einen für alle gibt es nicht

Drucken Von Gebr. Brasseler    aktualisiert am 11.06.2010

Neben dem Rosenbohrer ist der Kronentrenner eines der wichtigen Instrumente in der zahnärztlichen Routine. Heute ist er in seinen unterschiedlichen Ausführungen kaum aus dem Praxisalltag wegzudenken. Dabei entwickelten sich die unterschiedlichen Formen dieses Instruments über eine lange Zeit hinweg und waren oftmals die Antwort der Hersteller auf neue Materialien, wie Keramik oder Zirkonoxid. Wie bei Komet die heutige Vielfalt an Kronentrennern zustande kam und welche Aspekte bei diesen Instrumenten im Vordergrund stehen, wird im Folgenden erläutert.

Abb. 1: H34L – der Standardkronentrenner.
Abb. 1: H34L – der Standardkronentrenner.


Was wünscht sich jeder Zahnarzt beim Auftrennen einer Krone? Ganz schnell soll es bitte gehen, kein Material und keine Zeit kosten – denn die möchte man lieber in die neue Restauration investieren. Damit der Prozess möglichst effizient abläuft, gibt es inzwischen diverse Kronentrenner, deren Verzahnungen auf die werkstofflichen Eigenschaften der Kronen abgestimmt sind.

Komet (Lemgo), der größte deutsche Hersteller rotierender Instrumente, erreicht mittlerweile eine hohe Variabilität in seinem Instrumentenportfolio, da man seit der Markteinführung des ersten Kronentrenners im Jahr 1983 (dem birnenförmigen H17 für Metallkronen) stets die individuellen Ansprüche der Kunden und die unterschiedlichen Materialeigenschaften (der Kronen aus NEM, EM sowie schwer zerspanbaren Materialien wie Keramik) in die Entwicklungsarbeit einfließen ließ, so verlautet es aus dem Unternehmen.

Entwicklung eines Klassikers



Mit der Zeit erkannte die Dentalindustrie, wie die Instrumente optimiert, also auf das Kronenmaterial und auf die Antriebe (Turbine oder Mikromotor) abgestimmt werden können. Im Jahr 1994 waren von Komet die Allrounder H34 und H34L (Abb. 1) für Metallkronen auf dem Markt, doch nahm zu dieser Zeit bereits der Anteil an Metallkeramikkronen (VMK) zu. Um durch die Keramikschicht zu bohren, empfahl Komet deshalb, erst zum Diamantinstrument und anschließend zum Kronentrenner zu greifen, denn Letzterer stumpft auf Keramik sehr schnell ab. Da ein Instrumentenwechsel keine ideale Lösung darstellt, wurde im Jahr 2002 der H4MC eingeführt. Als erster Kronentrenner wirkte er gleichermaßen aggressiv auf Keramikverblendungen wie auf Metall ein – gleich, ob auf die
Abb. 2: H4MCL – ein Instrument für Keramik und schwer zerspanbaren NEM-Legierungen.
Abb. 2: H4MCL – ein Instrument für Keramik und schwer zerspanbaren NEM-Legierungen.
Turbine oder auf das rote Winkelstück montiert. Dabei wird der H4MC fraglos immer ein Kompromiss für die gleichzeitige Bearbeitung der beiden Werkstoffe bleiben. Doch er spart dem Anwender Zeit und Geld und erlangte deshalb eine hohe Beliebtheit. Heute wird er in den Arbeitsteillängen H4MC (2mm), L (3,5 mm), XL (5 mm) und XXL-Format (8 mm) angeboten (Abb. 2). Die längeren Formen sind speziell für dicke Keramikschichten konzipiert, wie sie im Seitenzahnbereich vorkommen. Damit gehört die H4MC-Familie für die Bearbeitung von Metallkeramikkronen, aber auch von schwer zerspanbaren NEM-Legierungen zu den Klassikern unter den Kronentrennern.

Auf Zirkonoxid abgestimmt



Mit dem Werkstoff Zirkonoxid kamen neue Instrumente, insbesondere Kronentrenner aus Diamant. Wie sich zeigte, ist die Verwendung von Standarddiamanten keine optimale Lösung. Auf der IDS 2009 stellte Komet
Abb. 3: 4ZR – der Kronentrenner für Vollkeramik.
Abb. 3: 4ZR – der Kronentrenner für Vollkeramik.
deshalb den Kronentrenner 4ZR (fo[u]r zirconia) vor, ein Spezialinstrument für die ästhetischen, aber extrem harten Vollkeramikrestaurationen (Abb. 3). Durch ein spezielles Verfahren beim Einbetten der Diamantkörner bietet der 4ZR eine verbesserte Abtragsleistung und Standzeit gegenüber herkömmlichen Diamantinstrumenten.

Individuellen Präferenzen entsprechend



Manche Zahnärzte bevorzugen beim Kronentrennen aggressive, ja unruhige Instrumente. Für diesen individuellen Wunsch brachte Komet 2006 den Kronentrenner H40 auf den Markt (Abb. 4). Wie alle Kronentrenner wird er im 45-Grad-Winkel an die Krone angesetzt. Der Hersteller empfiehlt auch bei diesem Instrument, höchstens 2N Anpresskraft walten zu lassen – selbst wenn das Kronnentrennen so scheinbar mehr Kraft erfordert.

Manche Hersteller produzieren Kronentrenner aus Vollhartmetall, andere fertigen den Schaft aus rostfreiem Stahl und das Arbeitsteil aus Hartmetall. Der
Abb. 4: Die Zweistückkonstruktion H40.
Abb. 4: Die Zweistückkonstruktion H40.
Vorteil einer Zweistückkonstruktion besteht in der definierten Flexibilität, die das Instrument durch die Lötstelle erhält. Starre Einstück- Konstruktionen hingegen besitzen diese „Dämpfung“ nicht. Dies ist auch der Grund, weshalb der H40 als Zweistückkonstruktion und damit als bruchresistenteres Instrument angeboten wird.

Fazit



Kronentrenner haben eine beeindruckende Entwicklungsgeschichte hinter sich. Die Schneidengeometrien wurden ständig überarbeitet und haben in Übergangsschneide und Querhieb ihr Optimum gefunden. Auch weiterhin werden, so hört man aus Lemgo, moderne Kronenmaterialien wie auch Kundenwünsche die Antriebsfeder für Weiterentwicklungen sein.

Teilen

Fotostrecke
Abb. 2: H4MCL – ein Instrument für Keramik und schwer zerspanbaren NEM-Legierungen.   Abb. 3: 4ZR – der Kronentrenner für Vollkeramik.   Abb. 4: Die Zweistückkonstruktion H40.  

Leser-Kommentare

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.