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In-vitro-Untersuchung der Passgenauigkeit von Einzelzahnkronen im Seitenzahn-Bereich
DruckenIm Rahmen einer In-vitro-Untersuchung wurde kürzlich die Qualität von Einzelkronen, die im Zahntechnischen Labor der Permadental GmbH in Shenzhen/HongKong angefertigt wurden, durch Prof. Dr. B. Wöstmann und sein Team anhand wichtiger klinisch relevanter Eigenschaften (Randschlussgenauigkeit, interne Passgenauigkeit, Okklusion, Approximalkontakte) untersucht. Ebenso wurde eine Bewertung der Zahnfarbe festsitzender Restaurationen durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sind nachfolgend zusammengefasst.

Klaus Spitznagel, Geschäftsführer von Permadental (2.v.l.) sowie Prof. Dr. Bernd Wöstmann, Abteilungsleiter Polinklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Gießen (3.v.l.) waren im Rahmen einer Studie vor Ort im Zahntechnischen Labor der Permadental in Shenzhen/Hongkong. Mit auf dem Bild Godfrey S. K. Ngai (r.), Director und CEO Modern Dental Laboratory, sowie Joey Wong (l.), Director of Customer Service.
Zahlreiche Untersuchungen weisen nachdrücklich auf den hohen Stellenwert der Passgenauigkeit von festsitzenden prothetischen Restaurationen hin. Neben den Arbeitsschritten in der zahnärztlichen Praxis sind die exakt durchgeführten Arbeitsschritte im zahntechnischen Labor bedeutsam für die Passgenauigkeit von festsitzendem Zahnersatz.
Wichtige, klinisch relevante Kriterien bei der Bewertung von Einzelzahnkronen stellen u. a. Randschlussgenauigkeit, Okklusion, Approximalkontakte und die Zahnfarbe dar. Diese Eigenschaften sind somit wichtige Qualitätskriterien für festsitzenden Zahnersatz und geben gleichzeitig Aufschlüsse über den Qualitätsanspruch eines zahntechnischen Labors. Das Ziel eines Gutachtens, mit dem das Unternehmen PERMADENTAL Zahnersatz BV (Emmerich am Rhein) Prof. Dr. B. Wöstmann, Justus-Liebig-Universität Gießen, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, beauftragt hat, war es daher, 30 Einzelkronen, die von PERMADENTAL in Shenzhen angefertigt wurden, anhand dieser Qualitätskriterien zu untersuchen. Dazu wurden Kronen aus drei unterschiedlichen Materialien angefertigt, keramisch vollverblendete hochgoldhaltige Einzelkronen, keramisch vollverblendete Nichtedelmetall-Einzelzahnkronen und Zirkonoxidkronen, an denen folgende klinisch relevante Eigenschaften geprüft wurden:
- maximale marginale Diskrepanz („Randschlussgenauigkeit“)
- innere Passgenauigkeit (Rundheit)
- Okklusion
- Approximalkontakt.
In einem weiteren Schritt sollte die Übereinstimmung der Zahnfarbe der Verblendung mit der von der Praxis bestellten Zahnfarbe mit der im Routinebetrieb hergestellten und verblendeten Restaurationen geprüft werden.
Material und Methode
Dazu wurden drei unterschiedliche Kronentypen (keramisch vollverblendete hochgoldhaltig Legierung, keramisch vollverblendete Nichtedelmetall-Legierung, Zirkonoxid; je Material n = 10) angefertigt. An den Einzelkronen wurde die maximale marginale Diskrepanz („Randschlussgenauigkeit“), innere Passgenauigkeit (Rundheit), Okklusion und die Qualität des Approximalkontaktes überprüft.
Zusätzlich wurde an 121 zufällig aus dem Routinebetrieb ausgewählten verblendeten Restaurationen die Übereinstimmung zwischen gewünschter und erreichter Zahnfarbe bestimmt.
Die Passgenauigkeit der Kronen (absolute marginale Diskrepanz) wurde mit einem Messmakroskop M420 (Leica, Bensheim) an allen 30 Kronen zunächst auf den Gipsstümpfen der jeweiligen Meistermodelle und dann auf dem Urstumpf an jeweils vier markierten Stellen überprüft.
Mit einer 3D-Koordinaten-Messmaschine (CNC Rapid, THOME GmbH, Messel, Germany) wurden die Lumen der Kronen automatisch an je 50 Stellen durch die Maschine angetastet. Die Messung wurde zehnmal pro Einzelkrone wiederholt und die Werte für den Stumpfdurchmesser (ADrm = Hauptachse, BDrm = Nebenachse) und die jeweiligen Formfehler (F.F.) der Kronen wurden mit denen des Stumpf-Urmodells verglichen.
Die Messvorrichtung zur Prüfung der Okklusion beruhte auf einer Modifikation des Mandibular Positionsindikators (MPI) des SAM – Systems (Firma SAM Präzisionstechnik, Gauting bei München). Aus den Messwerten wurde mithilfe des Messprogramms „Elektronische Einzelzahnkronenprüfung“ (EEP), eine Entwicklung der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Justus-Liebig Universität Gießen, der Gesamtübertragungsfehler berechnet, ausgedrückt als mittlere Verlagerung des rechten und linken Kondylus gegenüber der Ausgangsposition. Jede Einzelzahnkrone passierte dazu eine Messreihe von zehn aufeinanderfolgenden Messungen.
Zur Überprüfung des Approximalkontaktes wurde die Krone auf den Urstumpf im OK-Urmodell gesetzt. Zunächst wurde visuell in einer Ja/Nein-Entscheidung beurteilt, ob ein Kontakt zwischen den Nachbarzähnen nach mesial und distal vorhanden war. Bei Vorhandensein eines Approximalkontaktes wurde wiederum mittels Shimstockfolie (8 µm) bewertet, ob ein schwacher, fester oder strammer Kontakt vorlag.
Die Prüfung der Zahnfarbe erfolgte unabhängig von den auf dem Urmodell angefertigten Einzelzahnkronen. Hierfür wurden 121 im Routinebetrieb aus Patientenarbeiten des zahntechnischen Labors Modern Dental Lab in Hong Kong/Shenzhen randomisiert ausgewählt und untersucht. Die Bestimmung der im Labor erreichten Zahnfarbe erfolgte vor Ort in Shenzhen in Anwesenheit des Gutachters mit Hilfe des Farbmesssystems (Spectro Shade, MHT Optic Research AG, Niederhasli, Schweiz). Dabei bestimmte das digitale Farbmessgerät für jede einzelne Restauration die erreichte Zahnfarbe und errechnete die Abweichung von der Farbvorgabe (∆E). Im Anschluss wurden zehn Kronen aus den Patientenarbeiten zufällig ausgewählt und zur Ermittlung der Reproduzierbarkeit der Farbmessung zehnmal hintereinander die jeweilige Zahnfarbe bestimmt.
Ergebnisse und Bewertung
Die vom Auftraggeber in Anwesenheit des Gutachters in seinem Labor in Shenzhen/HongKong gefertigten Einzelkronen (je zehn hochgoldhaltig, Nichtedelmetall, Zirkonoxid, alle verblendet) für den Zahn 16 weisen hinsichtlich ihrer marginalen Passgenauigkeit auf dem Arbeitsmodell eine marginale Genauigkeit von 37+/-13 µm und auf dem Originalstumpf eine marginale Adaptation von 46+/-17 µm auf. Diese Werte sind mit den aus anderen Studien bekannten Resultaten vergleichbar und orientieren sich in diesem Kontext an den Studien mit den günstigeren Resultaten.
Bei der inneren Rundheit lieferten hochgoldhaltige und Nichtedelmetall-Einzelkronen eine genauere Reproduktion der beiden Durchmesser der inneren Ellipse der Kronen als Zirkonoxidkronen. Der Formfehler war bei Kronen aus hochgoldhaltiger Legierung am geringsten. Hinsichtlich ihrer Okklusionsverhältnisse war an allen Kronen eine geringfügige Supraokklusion gegeben, die sich aber durch Einschleifen schnell und unproblematisch beseitigen lassen sollte. Die Differenzen befanden sich in dem Bereich einer Ungenauigkeit, wie er bei der Verschlüsselung des Oberkiefers mit dem Unterkiefer durch moderne Bissregistrierungsmaterialien ohnehin zu erwarten ist. Die Gestaltung der Approximalkontakte war durchweg gelungen; bei keiner Restauration fehlte der Approximalkontakt; lediglich bei einer Nichtedelmetallrestauration war ein Einschleifen erforderlich.
Bei der Analyse der Farbgebung vor Ort in Shenzhen an 121 Restaurationen zeigte sich, dass keine Restauration eine größere Farbabweichung als Farbabweichung als ∆E = 2 aufwies. Im nur begrenzt einsehbaren Seitenzahnbereich dürften damit keinerlei Probleme zu erwarten sein.
Aufgrund statistischer Erwägungen (Reproduzierbarkeit des Messsystems in Verbindung mit einer ohnehin schon bestehenden Abweichung der Farbe in der Mundhöhle vom Farbring („Farbring passt nicht“) ist es denkbar, dass – wenn es sich um Frontzahnrestaurationen handelt – in Einzelfällen Abweichungen von der Zahnfarbe bemerkt werden könnten. Für Frontzahnrestaurationen wird daher dem Auftraggeber empfohlen, statt einer Kontrollmessung mindestens 3 Messungen vorzunehmen beziehungsweise bei nur einer Messung einen Wert von ∆E < 1,7 anzustreben.
Weitere Informationen bei:
PERMADENTAL Zahnersatz BV
Postfach 10 07 24
46427 Emmerich
www.permadental.de








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