Für das einfache Einkleben von Attachments: Quick Up

Drucken Von ZA und ZT Klaus Peter Hoffmann    aktualisiert am 12.03.2012

Die Fixierung totaler Prothesen wird mit zunehmendem Alter des Patienten immer schwieriger. Knochenatrophie, sich verändernde Weichgewebe und reduzierte Salivation reduzieren den Halt einer Totalprothese oft auf ein vom Patienten nicht mehr toleriertes Maß. Implantate können zur Fixierung einer Totalprothese herangezogen werden, die Verbindung zwischen ihnen und der Prothese stellen dann die Attachments her. Für das Einkleben dieser Attachments in die Prothese wird auf dem Dentalmarkt ein Set angeboten, das diesen Vorgang vereinfachen soll. Das Set sowie seine klinische Anwendung werden nachfolgend unter Einbeziehung von Herstellerangaben vorgestellt.

Sekundärteile/Attachments sowie der Gingiva mit Fit Test C & B
Sekundärteile/Attachments sowie der Gingiva mit Fit Test C & B


Die Anwendung von Implantaten ermöglicht ein immer häufiger eingesetztes Behandlungskonzept für zahnlose Patienten mit Totalprothesen (Abb. 1 u. 2).
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Abb. 1: Implantate ermöglichen die Fixierung einer Totalprothese im atrophierten UK.   Abb. 2: Implantate ermöglichen die Fixierung einer Totalprothese im atrophierten UK.  
Schließlich sind Implantate in der Zahnheilkunde ja ursprünglich für die Anwendung im zahnlosen Kiefer entwickelt worden. Minimalinvasive Chirurgie und speziell für die Fixierung von Totalprothesen entwickelte einteilige Implantate reduzieren dabei die Belastung des Eingriffs für den Patienten und sind teilweise bereits kurz nach dem Inserieren belastbar. Vorhandener totaler Zahnersatz kann dabei oft weiterverwendet werden, er muss jedoch modifiziert werden, um die Verbindung zwischen den Implantaten und der Prothese herzustellen. Diese Aufgabe übernehmen Attachments/Sekundärteile, die passgenau zum verwendeten Implantat-System die lösbare Verbindung zwischen den Implantaten und der Totalprothese sicherstellen. Die Attachments müssen zuverlässig in der Prothesenbasis eingeklebt werden, wobei dieser Vorgang am Patienten erfolgen sollte, um die größtmögliche Genauigkeit zu erzielen. Außerdem spart dieses Vorgehen Aufwand, Zeit und dem Patienten die bei Laborarbeiten sonst unumgängliche Prothesenkarenz durch die Laborarbeitszeit. Zwei Faktoren machten das Einkleben der Attachments „chairside“ bisher für den Zahnarzt unattraktiv: die Vor- und Nachbearbeitung der Prothese, insbesondere das Ausarbeiten von Überschüssen nach dem Einkleben, und die Möglichkeit des Verklebens der Attachments mit den Implantaten. Dieses ungewollte Ereignis ist für Behandler und Patient gleichermaßen fatal, denn es bedeutet zumindest die teilweise Zerstörung der Suprakonstruktion auf den Implantaten, um das mit dem Implantat verklebte Attachment wieder lösen zu können.

Setumfang

Quick Up (Fa. VOCO) wird als Set geliefert und beinhaltet alle Komponenten, die für das einfache und zuverlässige Einkleben von Attachments und auch Sekundärteilen benötigt werden:
  • Fit Test C & B, ein dünnflüssiges Kontrollsilikon
  • Quick-Up-Adhäsiv, als Haftvermittler zwischen dem Prothesenmaterial sowie
  • Quick Up, ein selbsthärtendes Befestigungskomposit für Attachments in der rosa Farbe der Prothesenbasis und
  • Quick Up LC, ein lichthärtendes, ebenfalls rosa eingefärbtes Befestigungskomposit für Korrekturen nach dem Einkleben der Attachments mit dem selbsthärtenden Material Quick Up.

Anwendung



Die „Quick-Up-Methode“ ermöglicht das Befestigen von Attachments oder auch Sekundärteilen in der Prothesenbasis am Stuhl in drei einfachen, risikolosen Schritten.

Erster Schritt:
  • Markieren der Prothesenbasis für die Position der Sekundärteile mit Polierpaste o. Ä.
  • Bestimmen des Platzbedarfs der Sekundärteile und Kontrolle der Position.

Zweiter Schritt:
  • Benetzen der vorbereiteten Prothesenbasis mit Quick-Up-Adhäsiv.
  • Positionierung der Attachments/Sekundärteile auf den Implantaten.
  • Abdeckung der zu schützenden Bereiche wie Gingiva und notwendige Trennfugen mit Fit Test C & B.
  • Einkleben der Attachments mit Quick Up im Unterschuss am Patienten.

Dritter Schritt:
  • Auffüllen von Unterschüssen mit Quick Up LC und Lichtpolymerisation
  • Ausarbeitung und Politur.

Vorgehen

Als Vorbereitung für das Einkleben der Attachments/Sekundärteile werden die durch „Abklatsch“ unter Verwendung von Polierpaste, Zahncreme o. Ä. markierten Bereiche in der Prothesenbasis nur so weit freigeschliffen, dass die Prothese über den Implantaten mit den aufgesetzten Sekundärteilen störungsfrei eingesetzt werden kann (Abb. 3 u. 4). Großzügiges Ausschleifen und das Anlegen von Abflusstunneln ist bei der Quick-Up- Methode nicht notwendig und reduziert damit den Arbeitsaufwand.
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Abb. 3: Freischleifen der Prothesenbasis.   Abb. 4: Implantate mit den aufgesetzten Sekundärteilen/Attachments.   Abb. 5: Der Sitz der Sekundärteile in der Prothesenbasis wird neben der klinischen Kontrolle mit Fit Test C & B überprüft.  
Der Sitz der Sekundärteile in der Prothesenbasis wird dann vom Anwender neben der klinischen Kontrolle mit Fit Test C & B, einem speziellen Kontroll- und Abdecksilikon, überprüft (Abb. 5). So wird sichergestellt, dass die Prothesenbasis für die Aufnahme der Attachments weit genug ausgeschliffen wurde. Vor der Anwendung von Quick Up, also vor dem definitiven Einkleben, sind etwaige Korrekturen noch ohne Zeitdruck durchführbar.

Die weiteren Schritte beschränken sich auf das einfache Entfernen von Fit Test C & B von der Prothesenbasis und – falls notwendig – das Ausblocken oder Abdecken der Implantate oder Primärteile (Abb. 6) sowie der Gingiva mit Fit Test C & B im Mund des Patienten. Die beiliegenden feinen abgewinkelten Kanülen machen die Anwendung von Fit Test C & B auch für diesen Arbeitsschritt sehr einfach und die Abdeckung schützenswerter Strukturen gelingt effizient und schnell. Anschließend erfolgt das Auftragen des speziellen Adhäsivs auf die Prothesenbasis (Abb. 7).
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Abb. 6: Abdecken der Implantate und Sekundärteile/Attachments sowie der Gingiva mit Fit Test C & B im Mund des Patienten.   Abb. 7: Auftragen des speziellen Adhäsivs auf die Prothesenbasis.   Abb. 8: Die für die Attachments vorgesehenen Öffnungen in der Prothesenbasis werden nur zu ca. 2/3 mit Quick Up gefüllt.   Abb. 9: Die mit Quick Up befüllte Prothese ist eingesetzt und der Patient wird damit in den Schlussbiss gebracht.  
Die vorher ggf. laut Herstellerangaben angerauten Sekundärteile/Attachments werden auf die Implantate im Mund aufgesetzt und die für die Attachments vorgesehenen Öffnungen in der Prothesenbasis nur zu ca. 2/3 – nicht vollständig – mit Quick Up gefüllt (Abb. 8). Die Prothese wird eingesetzt und der Patient wird vom Zahnarzt kontrolliert in den Schlussbiss gebracht (Abb. 9).

Quick Up ist schon 3,5 Minuten nach Mischbeginn ausgehärtet und die Prothese wird aus dem Mund entnommen. Die Attachments bzw. Sekundärteile/ Matrizen sind jetzt bereits in die Prothesenbasis eingeklebt (Abb. 10). Die bei der Quick-Up-Methode bei diesem Arbeitsschritt erwarteten Unterschüsse sind kein Problem. Sie werden nun mit dem lichthärtenden Quick Up LC schnell und unter visueller Kontrolle aufgefüllt (Abb. 11) und polymerisiert (Abb. 12).
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Abb. 10: Die in die Prothesenbasis eingeklebten Sekundärteile/Attachments.   Abb. 11: Quick Up LC wird aufgetragen.   Abb. 12: Polymerisation des aufgetragenen lichthärtenden Quick Up LC.   Abb. 13: Politur der Prothese nach Einkleben der Sekundärteile/Attachments.  
Dieses Vorgehen, zunächst die Anwendung von selbs thär tendem QuickUp-Material und die anschließende Korrektur mit lichthärtendem Quick Up LC ist ideal, um ein fatales Verkleben von Primär- und Sekundärteilen im Mund zu verhindern. Das Ausarbeiten, Polieren und das Entfernen des zum Ausblocken und Schutz verwendeten Kontroll-Silikons Fit Test C & B beendet das klinische Vorgehen (Abb. 13).

Fazit

Mit Quick Up ist das Einkleben von Attachments und Sekundärteilen in Prothesen am Patienten unsrer Erfahrung nach einfach und schnell durchführbar. Die Gefahr des Verklebens von Attachments/Sekundärteilen mit dem Implantat ist bei der Anwendung der „Quick-Up-Methode“ nahezu ausgeschlossen. Der gesamte Vorgang ist durch diese Methode unkompliziert, einfach und schnell in der Praxis mit vorhersagbarem Ergebnis durchführbar. Alle benötigten Komponenten werden mit dem Set geliefert und sind perfekt für ihre Aufgabe entwickelt worden.

Den Artikel mit Abrechnungstipp können Sie per pdf. (siehe  oben) nochmals einsehen.

 

 

 
Fotostrecke
Abb. 1: Implantate ermöglichen die Fixierung einer Totalprothese im atrophierten UK.   Abb. 2: Implantate ermöglichen die Fixierung einer Totalprothese im atrophierten UK.   Abb. 3: Freischleifen der Prothesenbasis.   Abb. 4: Implantate mit den aufgesetzten Sekundärteilen/Attachments.   Abb. 5: Der Sitz der Sekundärteile in der Prothesenbasis wird neben der klinischen Kontrolle mit Fit Test C & B überprüft.   Abb. 6: Abdecken der Implantate und Sekundärteile/Attachments sowie der Gingiva mit Fit Test C & B im Mund des Patienten.   Abb. 7: Auftragen des speziellen Adhäsivs auf die Prothesenbasis.   Abb. 8: Die für die Attachments vorgesehenen Öffnungen in der Prothesenbasis werden nur zu ca. 2/3 mit Quick Up gefüllt.   Abb. 9: Die mit Quick Up befüllte Prothese ist eingesetzt und der Patient wird damit in den Schlussbiss gebracht.   Abb. 10: Die in die Prothesenbasis eingeklebten Sekundärteile/Attachments.   Abb. 11: Quick Up LC wird aufgetragen.   Abb. 12: Polymerisation des aufgetragenen lichthärtenden Quick Up LC.   Abb. 13: Politur der Prothese nach Einkleben der Sekundärteile/Attachments.  
Klinische Fotos:

Dr. Marcelo Balsamo

ZMK | Jg. 27 | Sonderausgabe _ Juli/August 2011

ZA und ZT Klaus Peter Hoffmann

VOCO GmbH

Anton-Flettner-Straße 1-3

27472 Cuxhaven

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