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Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenIntraoperative Ozonanwendung zur Verbesserung der Ergebnisse einer Wurzelspitzenresektion
DruckenEinige Zahnärzte wenden Ozon bereits in der täglichen Praxis an. Eine Indikationserweiterung könnte für den Ozoneinsatz nun aus einer Kölner Pilotstudie resultieren: Kann eine intraoperative Anwendung von Ozon zur Desinfektion die Resultate einer Wurzelspitzenresektion verbessern? Dieser Fragestellung ging ein Ärzteteam im Rahmen einer Pilotstudie an der Interdisziplinären Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie und der MKG-Uniklinik in Köln nach. Das Ziel der Studie bestand darin, die postoperativen Begleiterscheinungen zu untersuchen sowie den Erfolg des Eingriffs zu beurteilen. Wie im Folgenden nachzulesen ist, fielen die Ergebnisse durchaus positiv für die Ozonanwendung aus.

Darstellung der Läsion.
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Die Wurzelspitzenresektion (WSR) eines Zahnes ist grundsätzlich als letzte zahnerhaltende Maßnahme anzusehen, wenn vorangegangene Behandlungen, wie etwa eine Wurzelbehandlung, nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Der Erfolg einer Wurzelspitzenresektion liegt laut Literatur zwischen 75-90 %7,9 und lässt sich durch die klinische Untersuchung und Röntgenkontrolle nach etwa einem halben Jahr beurteilen. Diese Methode hat sich als chirurgischer Erhaltungsversuch der erkrankten Zähne bewährt. Jedoch kann es trotz exakt durchgeführten chirurgischen Eingriffen zum nicht Ausheilen einer apikalen Parodontitis oder zum Rezidiv nach Wurzelspitzenresektion kommen. Diese Pilotstudie soll zeigen, ob eine Steigerung der WSR-Erfolgsrate durch die intraoperative Anwendung von Ozon zur periapikalen Desinfektion erreicht werden kann. Zudem soll sekundär die Reduktion des postoperativen Schmerzes und der postoperativen Schwellung nach einer WSR beurteilt werden. Ozon ist in der Zahnheilkunde und Medizin ein bekanntes und allgemein angewandtes Desinfektionsmittel1-4,6,8.
Material und Methode
Bei allen Patienten wurde die gleiche Methode angewandt. Zunächst wurde unter Lokalanästhesie ein Mukoperiostlappen mobilisiert. Danach wurde der Knochen über der Wurzelspitzenregion mit einer Kugelfräse – unter Kühlung mit physiologischer Kochsalzlösung – entfernt und der pathologische Befund entsprechend seiner Ausdehnung dargestellt (Abb. 1). Das granulomatös veränderte und/oder zystische Gewebe wurde entfernt und die Wurzelspitze um etwa drei Millimeter gekürzt und geglättet (Abb. 2). Am Resektionsquerschnitt wurde die Dichtigkeit der Wurzelkanalfüllung visuell überprüft. Im Falle sichtbarer Undichtigkeiten wurde die Wurzelkanalfüllung erneuert oder eine retrograde Wurzelfüllung durchgeführt. Nach Indikationsstellung wurden insgesamt 58 Patienten mittels WSR therapiert. Dabei wurden bei 29 Patienten intraoperativ die periapikale Region nach WSR und der retrograd aufbereitete Wurzelkanal mittels Ozongas für 48 Sekunden (Prozone, W&H, Bürmoos/Österreich) desinfiziert und anschließend mit physiologischer Kochsalzlösung gespült (Abb. 3). Bei den übrigen 29 Patienten wurden die Wurzelspitzenresektionen chirurgisch analog durchgeführt, jedoch erfolgte keine periapikale Desinfektion mit Ozon, sondern ausschließlich die Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung.
Nach Reponierung und Fixierung des Mukoperiostlappens durch mehrere Nähte, wurde zur postoperativen Kontrolle ein Röntgenbild angefertigt. Die Patienten beider Gruppen wurden am ersten postoperativen Tag (+/- 1 Tag) telefonisch nach ihrer Schmerzsituation befragt. Hierbei sollte der Patient, mittels einer Schmerzskala zwischen 0 (kein Schmerz) und 10 (sehr starker Schmerz), den momentanen Schmerz beurteilen. Nach sieben bis zehn Tagen wurden die Nähte entfernt, wobei eine erneute klinische Kontrolle erfolgte und die Schmerzsituation nochmals erfragt wurde.
Das Vorgehen stellte sich postoperativ wie folgt dar:
- Postoperative Röntgenkontrolle (digitaler Zahnfilm).
- Recall 1: Telefonisch am ersten Tag (+/- 1 Tag post-OP), postoperativer Schmerzverlauf.
- Recall 2: Am siebten bis zehnten Tag (+/- 1 Tag post-OP), Nahtentfernung und klinische Beurteilung der Weichgewebs-, Schmerz- und Schwellungssituation.
- Recall 3: Drei Monate post-OP, klinische Beurteilung der Weichgewebs-, Schmerz- und Schwellungssituation, Röntgenkontrolle (digitaler ZF).
Ergebnisse
Der Schmerz am ersten Tag (+/-1) und am siebten bis zehnten Tag (+/-1) postoperativ stelle sich auf einer Schmerzskala zwischen 0 und 10 wie in Abbildung 4 verdeutlicht dar: Der Maximalschmerz von 10 wurde nicht erreicht. Mit intraoperativer Ozonanwendung zeigte sich eine Reduktion des postoperativen Schmerzes am ersten und siebten bis zehnten postoperativen Tag im Vergleich zur Patientengruppe ohne intraoperative Ozonanwendung.
Die Schwellung am siebten postoperativen Tag wurde mit einer Ja/Nein Beurteilung dargestellt. 20,68% der Patienten die mit Ozon behandelt wurden zeigten am siebten postoperativen Tag noch eine Schwellung. 48,27% der Patienten, bei denen Ozon nicht zur Anwendung kam zeigten am siebten postoperativen Tag noch eine Schwellung. Die Ergebnisse stellt Abbildung 5 graphisch dar. Die Beurteilung des Röntgenzahnfilmes nach drei Monaten erfolgte ebenfalls nach dem Ja/Nein-Prinzip. „Ja“ stand für: apikale Aufhellung sichtbar. „Nein“ stand für: keine Apikale Aufhellung sichtbar. Die Ergebnisse sind in den Abbildungen 6 bis 8 dargestellt.
Fazit
Die Wurzelspitzenresektion mit der intraoperativen Ozon-Anwendung zur Dekontamination des OP-Situs ist eine schnelle und praktikable Methode in der Anwendung. Eine Verbesserung in der Reduktion der post-operativen Schmerz- und Schwellungssituation ist ebenfalls gezeigt worden. Eine letztendliche Therapieverbesserung zeigt sich jedoch erst in der Langzeitüberlebensstatistik eines Wurzelspitzenresizierten Zahnes. Diese Studie konnte eine Tendenz aufzeigen, dass die intraoperative Anwen- Die Abrechnung der Wurzelspitzenresektion eines Zahnes mit intraoperativer Ozonanwendung zur periapikalen Desinfektion und Desinfektion des Wurzelkanals Basierend auf dem vorangegangenen Fallbericht „Intraoperative Ozonanwendung zur Verbesserung der Ergebnisse einer Wurzelspitzenresektion“ gibt ZMV Sabine Schröder nachfolgend einen Vorschlag zur Abrechnung dieser Maßnahme, sowohl für gesetzlich als auch privat versicherte Patienten. dung von Ozon bei der WSR eine Therapieverbesserung andeutet. Es müssen jedoch noch weitere Studien und Überlebenskontrollen stattfinden, um diese Tendenz zu bestätigen.
Den Artikel mit Abrechnungstipp können Sie per pdf. (siehe oben) nochmals einsehen.
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Information zum Beitrag
Die Studie wurde vom Autorenteam an der Interdisziplinären Poliklinik für Orale Chirurgie und Implantologie sowie der Klinik und Poliklinik für Mund- Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität zu Köln durchgeführt.
ZMK | Jg. 27 | Sonderausgabe _ Juli/August 2011
Literaturverzeichnis
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