Zahnaufhellung live erleben!
>> Jetzt mit Philips ZOOM einen Termin für eine kostenlose Zahnaufhellungs-Schulung ausmachen
ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenAufwand und Nutzen einer modernen Endodontie in der zahnärztlichen Praxis – Teil 2
Drucken

Abb. 2 a: Intraorale Aufnahme ...
Beiträge zum Thema
Anforderungen an die Trepanationsöffnung
Vor jeder WKB sollte eine kariesfreie Aufbaufüllung mit einer Trepanationsöffnung den Anfang bilden, damit koronale Bakterien beseitigt werden und für die Wurzelkanalinstrumente eine Führung geschaffen wird. Der geradlinige Zugang ist ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche maschinelle Aufbereitung.
Die Trepanationsöffnung sollte möglichst immer in einer kariesfreien Aufbaufüllung liegen und so klein wie möglich gehalten werden, um den Zahn nicht unnötig zu schwächen. Lupensysteme und Operationsmikroskope mit bis zu 25-fachen Vergrößerungen unterstützen diese Maxime und tragen wesentlich dazu bei, alle Kanaleingänge in einem Wurzelkanalsystem zu erkennen. Diese Eingänge können sich sowohl am Pulpaboden befinden als auch bei sich teilenden Wurzelkanälen im unteren Drittel eines anfänglich einzelnen Kanals. Um den Pulpaboden möglichst gut einzusehen, damit alle Wurzelkanaleingänge auch aufgespürt werden können, sollte ein gerader Zugang für die Feilensysteme geschaffen werden. Sowohl Handinstrumente als auch rotierende Feilensysteme sollten in der oberen Hälfte des Zahnes möglichst gerade stehen.
Beim Auffinden kleiner oder auch obliterierter Kanaleingänge sind besonders handliche Instrumente wie Microopener/MC-Feilen oder auch spezielle C-Pilot Feilen eine sehr gute Hilfe. Wenn das Crown-down-Prinzip bei der Aufbereitung verfolgt wird, dann eliminiert man zuerst die Bakterien koronal (kariesfreie Aufbaufüllung). Der Wurzelanteil wird dann in drei Abschnitte gleichmäßig aufgeteilt und die oberen beiden Anteile als Erstes gereinigt.
Der Einsatz von Feilen und Spülung
In einem modernen Endo-Konzept kommt erst jetzt, nachdem koronal mithilfe der Aufbaufüllung und in den oberen zwei Dritteln der Wurzel aufgrund von Aufbereitung und Spülung die Infektion kontrolliert eliminiert wurde, zum ersten Mal eine Feile überhaupt erst nach apikal. Bei der nun anstehenden elektrometrischen Längenmessung sollte man eine 10.02-Stahlfeile verwenden (ISO10), mit der sich der Weg nach apikal kontrolliert tasten lässt.
Warum sollte dies so sein? Erstens werden dadurch keine Bakterien nach apikal von koronal verschleppt oder über den Apex hinaus, denn z. B. bei einer Vitalextirpation sind mit einer Caries profunda apikal nahezu keine Bakterien anzunehmen. Zweitens ist der obere Anteil des Wurzelkanals so weit aufbereitet, dass die 10.02-Stahlfeile beim apikalen Austasten niemals schon oben klemmen kann und damit der apikale Bereich sensibler ausgetastet werden kann. Im Übrigen zeigt die plastische Deformation der 10.02-Stahlfeile die Wurzelkanalanatomie an. Nachdem die Arbeitslänge bestimmt wurde, ist es nun möglich, sehr schnell und effizient rotierend aufzubereiten und 1 mm vor der Arbeitslänge eine 30er- Spülkanüle zu etablieren.
Entscheidend bei dieser Vorgehensweise ist außerdem, dass berücksichtigt wird, vor dem Einsetzen einer rotierenden Feile immer zu kontrollieren, ob ein reproduzierbarer Gleitpfad vorhanden ist. Mit einer 15.02- Stahlfeile kann von der Arbeitslänge ausgehend in Millimeterabständen diese Stahlfeile zurückgezogen werden und danach wieder in Arbeitslängenposition gebracht werden. Ergibt sich kein Hakeln auf den apikalen 5 mm, ist der rotierende Aufbereitungsweg sicher.
Zusätzlich sollte nach jeder Anwendung einer rotierenden Feile eine Spülung vorgenommen werden. Mit einer 10.02-Stahlfeile können dann die Arbeitslänge rekapituliert und die Spanabriebteilchen an den Wänden gelöst werden. Wird sofort danach ein weiteres Mal gespült, ist es immer wieder spannend anzusehen, wie viele Teilchen sich durch das Rekapitulieren gelöst haben und herausgeschwemmt werden. Somit ist das „Spülen – Rekapitulieren – Spülen“ ein wichtiger Faktor, um Dentispanverblockungen apikal zu vermeiden und die exakte Arbeitslänge während der gesamten Aufbereitung aufrechtzuerhalten. Außerdem werden durch diese Vorgehensweise laterale Kanäle offengehalten, die dann nach der Obturation zu sehen sind.
Mittlerweile gibt es eine Reihe von Aufbereitungssystemen, die zur letzten benutzten Aufbereitungsfeile formkongruente Guttapercha anbieten, woraus eine formkongruente Zentralstifttechnik als Obturationsmethode resultiert.
Eine Alternative dazu sind die thermoplastischen vertikalen Obturationsmethoden, die Schilder-Technik oder Continous-wave-Technik.
Die Bedeutung der koronalen Restauration
Ein wichtiger Schritt zur Verhinderung der Reinfektion ist die koronale Restauration. Heute wissen wir, dass der sofortige adhäsive Verschluss eine ganz entscheidende Maßnahme zur Prognoseverbesserung darstellt. In Abhängigkeit vom Zerstörungsgrad des Zahnes und seiner weiteren Versorgung kann eine adhäsive Aufbaufüllung ausreichend sein.
Muss bei einer prothetischen Versorgung des Zahnes ein Stift verwendet werden, sollte heute ein System Berücksichtigung finden, bei dem der Stift ein E-Modul entsprechend dem Zahn aufweist. Dadurch sind nachweislich weniger Komplikationen durch Stiftversorgungen wie Längsfrakturen oder Zahnwurzelbrüche zu verzeichnen.
Integriert der Behandler innovative Produkte in ein strukturiertes endodontisches Behandlungskonzept, so bietet sich ihm die Möglichkeit, sich so aufzustellen, dass die Patienten auch in Zukunft diese endodontische Dienstleistung nach eingehender Aufklärung als Therapie wählen und damit treue Patienten bleiben.
Bei einer endodontischen Behandlung sollte die Infektionskontrolle durch adäquate Beseitigung der Infektion im Zahn und suffiziente Verhinderung der Reinfektion sichergestellt sein. Das heißt im Umkehrschluss auch: Je früher die definitive koronale Restauration vorhanden ist, umso besser ist die Prognose.
Dabei ist entscheidend, dass der Patient die Wertigkeit erkennt, eine reale Prognoseverbesserung zu erwarten hat und somit auch bereit ist Teilprivatleistungen oder komplette Privatleistungen einer endodontischen Therapie zu übernehmen. Denn immer mehr Patienten möchten ihren Zahn behalten, auf eine Wurzelspitzenresektion verzichten und eine Implantation vermeiden.
Zurück zu Teil 1:
Aufwand und Nutzen einer modernen Endodontie in der zahnärztlichen Praxis – Teil 1








Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.