Zahnaufhellung live erleben!
>> Jetzt mit Philips ZOOM einen Termin für eine kostenlose Zahnaufhellungs-Schulung ausmachen
ZMK-aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahnheilkunde in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenZahnmedizin als Schlüsseldisziplin: Ganzheitlich – aber mit Konzept
DruckenDr. Thomas Greßmann, niedergelassener Zahnarzt und Lehrbeauftragter der Universität Frankfurt am Main, zählt zu den Kollegen, die mit einem ganzheitlichen Konzept erfolgreich sind. Im Folgenden erläutert er sein Vorgehen und leitet daraus Entwicklungsmöglichkeiten für viele Praxen ab.

Downloads zum Thema
Alternativ, komplementär, natürlich – statt einer Definition ist es für mich wichtig, den typischen Behandlungsbeginn eines „ganzheitlichen Zahnarztes“ zu schildern. Was ist eigentlich anders als in der „normalen“ Praxis?
Ganzheitlicher Zahnarzt versus „normaler“ ZA
Ein Beispiel für „das Andere“ eines ganzheitlichen Konzeptes stellt der umfangreiche Anamnesebogen dar, den Neupatienten standardmäßig ausfüllen. Orthopädie, Augenheilkunde, Innere Medizin, HNO, Gynäkologie – zu jedem Teilgebiet sollen Angaben gemacht werden, um einen möglichst umfassenden Gesamteindruck des Patienten zu bekommen. Diesem Zweck dient auch der Blick des Behandlers auf den Gang des Patienten beim ersten Abholen aus dem Wartezimmer. Deuten sich vielleicht Haltungsschäden an, die etwa durch einen Zwangsbiss verursacht werden? Erst nach einer Vorbesprechung am „runden“ Tisch erfolgt die im engeren Sinne zahnärztliche Untersuchung – und zwar in vielerlei Hinsicht konventionell, freilich mit modernstem Equipment.
Was bedeutet das konkret? „Der Patient oder die Patientin wird von mir persönlich aus dem Wartezimmer abgeholt und willkommen geheißen. Auf dem Weg zum Behandlungszimmer erkläre ich kurz die einzelnen Abteilungen der Praxis oder stelle Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen vor, wenn es sich anbietet. Dann nimmt der Patient mit mir und einer (alles dokumentierenden) Helferin an einem Tisch im Behandlungszimmer Platz. Gemeinsam erörtern wir den Grund des Besuchs des Patienten, die Wünsche und Erwartungen, sprechen aber auch für die zahnärztliche Behandlung relevante gesundheitliche Probleme an, die sich aus dem Anamnesebogen ergeben (Abb. 1). Danach erfolgt die eingehende zahnärztliche Untersuchung (01/001), anschließend meist ein Orthopantomogramm. Die zahnärztlich relevanten Befunde werden für den Patienten zum besseren Verständnis auf dem digital erstellten Röntgenbild eingezeichnet (Abb. 2). Diesen Ausdruck darf er auch gerne zum Zeigen nach Hause mitnehmen. Weiterhin kommen in dieser ersten Beratungssitzung standardisierte Gipsmodelle zum Einsatz, um dem Patienten sein jeweiliges Problem zu verdeutlichen. Hat der Patient spezielle Fragen, z. B. ob das Knochenangebot für festsitzenden Zahnersatz reicht, fertigen wir nach Absprache mit dem Patienten ein DVT an. Auch die Befunde des DVT werden auf das OPG in digitaler Form eingezeichnet. Später, v. a. vor Zahnersatzbesprechungen, kommt wahlweise mein Laptop, oder ein iPad zum Einsatz, um Fotos zu zeigen, die für den Patienten zum Verständnis des Geplanten wichtig sind“.
Bei skoliotischer Fehlhaltung zum Orthopäden…
Viel entscheidender sind jedoch die Schlussfolgerungen, die in der Praxis des Autors häufiger zu einer Überweisung an einen fachfremden Kollegen führen. Ein wesentlicher Bereich betrifft dabei das muskuläre und skelettale System des Patienten. Dabei lautet der Grundsatz der Praxis: Bei Verdacht auf eine funktionelle skoliotische Fehlhaltung zu einem Orthopäden überweisen, der eine profunde Ausbildung in Osteopathie haben muss! Dieser bringt den Patienten nach eingehender orthopädischer Untersuchung – inklusive evtueller Röntgendiagnostik – durch manuelle Therapie und osteopathische Techniken in eine insgesamt entspannte Lage der wichtigsten orhopädischen Strukturen. Jetzt befindet sich der Unterkiefer in seiner korrekten, ausschließlich neuromuskulär bestimmten Position.
... und dann gemeinsam mit dem ZA
Diese Position wird dann sofort mit einem zahnärztlichen Bissregistrat festgehalten. Es erfolgt nicht immer zwangsweise eine prothetische oder kieferorthopädische Behandlung nach der Schienentherapie. Die Bisslage muss dabei auf wenige hundertstel Millimeter genau bestimmt und umgesetzt werden, was nicht zuletzt eine besonders enge Zusammenarbeit mit dem zahntechnischen Labor erfordert (Einartikulieren im Team in volladjustierbare Artikulatoren!). Bei der Wahl der Werkstoffe wird im Sinne eines ganzheitlichen Vorgehens metallfreien Versorgungen mit klinisch erwiesener Langzeitstabilität der Vorzug gegeben (z. B. Cercon mit love als Verblendkeramik).
Im Zuge der prothetischen Umsetzung der Bisslage sind am Ende oft nur ein bis zwei Frühkontakte zu korrigieren. Genaue Planung führt hier zu einem vergleichsweise kleinen zahnärztlichen Eingriff mit enormer Wirkung auf das gesamte muskuloskeletale System – wobei der Erfolg natürlich am Schluss durch den Orthopäden bzw. Osteopathen verifiziert und bestätigt wird.
Fazit
Das hier dargestellte Vorgehen lässt sich analog auf die Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten übertragen. Wesentlich für den Erfolg ist letztlich der Aufbau eines regionalen Netzwerks, das ärztliche Kollegen unterschiedlichster Fachrichtungen und auch Optiker oder Orthopädieschuhmacher etc. einschließen kann. Dem Zahnarzt kommt darin die besondere Schlüsselfunktion bei der umfassenden Patientenbetreuung zu – eine große Chance für viele Praxen.
Mehr zu diesem Thema
ZMK | Jg. 27 | Ausgabe 11 _ November 2011








Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.